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Full text: 69, 1941

1668 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1941. 
Sublimation, über die Wolken, die Nieder- 
schläge und den Nebel diese Vorgänge und Er- 
Sehe E RE nach dem neuesten Stande der For- 
schung dargesmiellt werden, . 
Es folgt das Kapitel über die Luftmassen, 
womit der Verf. zum Kerngebiet der neuzeitlichen 
aynoptischen Wetteranalyse übergeht. Da dıe 
Gliederung der Troposphäre in einzelne Luftmassen 
durch den Mechanismus ihrer Bewegungen bedingi 
ist, werden hierin zunächst dıe allgemeine Zirku- 
Jation der Troposphäre in den tropischen und 
außertropischen Breiten und die aus ihr resul 
tierenden „klimatischen“ Frontalzonen behandelt 
Auf dieser Basis wird die Luftmassen-Lehre ent- 
wickelt (Definition der Luftmasse, geographische 
Klassifikation, Merkmale der Luftmassen, thermo- 
dynamische Eigenschaften, ED and 
analyse), Man bemerkt hierbei, daß die Einteilung 
und Bezeichnung der Luftmassen in dem ver- 
schiedenen Ländern leider nicht einheitlich ist und 
kann den Wunsch des Verf, nach einer inter- 
national gültigen Klassifikation nur unterstreichen. 
Allerdings liegt hier im Begriff und in der Natur 
der Luttmassen selbst eine Schwierigkeit, indem 
diese nicht so sehr durch sich selbst als vielmehr 
durch ihre Grenzen, die Fronten, sichtbar 
werden — wie ja auch im historischen Werdegang 
der neuzeitlichen Synopuk die Entdeckung der 
(dann „Front“ benannten) Konvergenzlinien 
am Anfang steht und SR auch die 
Arktikluft erst mit der Entdeckung der Arktik- 
front als neue KLuftmasse eingeführt wurde 
(Bergeron), Da nun manchmal zweifelsfre’ 
auch innerhalb der Arktikluft noch wieder 
Fronten auftreten (gegen „hyperarktische“ Luft) 
ebenso wie das innerhalb der Tropikluft vor 
kommt, — und da anderseits häufig keine front 
hafte Begrenzung der Arktikluft gegen die 
gemäßigte Arktikluft | Polarluft) und der Tropik 
iuft gegen die gemäßigte Tropikluft vorhander 
ist, so dürfte vielleicht die ursprüngliche Schei 
dung im nur zwei Hauptluftmassen (Tropikluft 
Polarluft), wovon die übrigen Lultma-sen dann 
Modifikationen wären, die einfachste und natür 
lichste Lösung abgeben, 
Dies entspräche auch dem beherrschenden 
Gegensatz Warm: Kalt, der im fünften Kapite? 
„Die Fronten“ nach den verschiedenen Rich 
tungen hin behandelt wird (allgemeine Begriffe 
Dynamik der Fronten, fortschreitende Fronten, die 
Warmfront, die Kaltfront, die Okklusionsfronten, 
Maskierung und EOS Beeinflussung der 
Fronten). Schematische Profildarstellungen, Wetter 
lagenbeispiele und Vertikakschnitte veranschaulichern 
aufs beste das Wesen der verschiedenen Frontarten, 
Dem Leser wird hier vielleicht ein gewisser 
Gegensatz zwischen dem Prinzip der Frontfest 
legung am Boden und in der Höhe auffallen; Aw 
Boden wird die Front so gezeichnet, daß die etwa 
vorhandene „Übergangsluft“ zwischen Kaltluft und 
Warmloft zur Kaltluft geschlagen wird (vgl 
8, 262, 8. 263). (Die Kaltiront liegt also dort, wc 
die frontale Abkühlung anfängt, die Warmfront 
dort, wo die frontale Erwärmung aufhört, sowell 
die Fronten nicht an anderer Stelle scharf mar. 
kiert sind.) In der Höhe aber wird man die Fıont 
meist zo festgelegt finden, daß die „Übergangs 
luft“ auf der warmen Seite liegt, besonders bei 
Kaltfronten. Die beigefügte Abb, 1 (als etwas ver 
einfachte Wiedergabe der Abb, 122, S. 2878. a. 0, 
möge dies zeigen. Die stark ausgezogene Linie 
bezeichnet hier die Kalıfront, die stark gestrichelte 
Linie ist von uns zur Markierung der Grenze der 
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„Übergangsluft“ hinzugefügt. Übersetzt man den 
räumlichen Schnitt in die zeitliche Folge, so würde 
oberhalb 2 km Höhe die hauptsächliche Abküh- 
W 
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Abb. 1. Die Kaltfront vom 20, April 1929 
{nach Palmen}. 
iung vor der Kaltfront erfolgen, und zwar würde 
zwischen 3 und 5 km Höhe die präfrontale Ab- 
kühlung 13° bis 18°, die postfrontale Abkühlung 
lagegen nur etwa 5° bis 3° betragen, An späterer 
Stelle (a. a, O, 8, 347) wird solche präfrontale Ab- 
kühlung in der Höhe vor Kaltfronten mit dem 
Zufluß „‚kalter Tropikluft‘“ erklärt, wogegen _aber 
a. E. die Trockenheit dieser kalten „Über 
gangsluft‘“. spricht. Sollte nicht doch etwa der 
Beginn einer so durchgreifenden Höhenabkühlung 
wie in Abb, 1 als „Front“ anzusehen sein? 
Das folgende Kapitel „Die Frontalstörun- 
gen“ befaßt sich nicht mehr mit den Einzel- 
erscheinungen, sondern mit den Ganzheiten der 
Gebilde in der synoptischen Wetterkarte und stellt 
nach Inhalt und Umfang das bedeutendste des 
Buches dar. Nach einem geschichtlichen Rück- 
olick, der die Vorwegnahme der Grundzüge heu- 
üger Vorstellungen durch Dove, Fitz-Roy und 
Blasius zeigt, wird zunächst der Wellencharakter 
der jungen Frontalstörung auseinandergesetzt und 
mit Beispielen aus der Wetterkarte belegt. Dann 
werden in drei Abschnitten die np chung der 
Frontaizyklone, der Bau der Zyklone und die 
Zyklonenregeneration behandelt, wobei sowohl die 
Uteren wie die jüngsten norwegischen Ansehanungen 
(Druckänderungen bei der Zyklonenentwicklung 
nach J. Bjerknes 1937, Zyklonen- und Okklu- 
sionsmodell nach T, Bergeron 1937, 1936) ge- 
bracht werden und zahlreiche Synoptische und 
aerologische Abbildungen den Text begleiten, Auch 
den Antizyklonen, und zwar sowohl den polaren 
wie den subtropischen, ist, obgleich sie eine „inter- 
frontale* Erscheinung sind, in diesem Kapitel ein 
Abschnitt gewidmet, Ausführlich wird dann der 
Zusammenhang zwischen Frontalstörungen und 
Stratosphäre (Fropopausenwellen) erörtert; bei der 
hier anfallenden Besprechung der Steuerung gibt 
Swoboda auch den Anschauungen v. Fickers, 
der Frankfurter und der Leipziger Schule Raum, 
Nach einem Abschnitt über die Zyklonenserien 
wird zum Schluß die Bewegung der Zyklonen und 
Antizyklonen behandelt. Hier wäre, da u, a. die 
reirograden. Zyklonen und die Vb-Wetterlagen in 
Europa besonders besprochen werden, auch ein 
Exkurs über jene Zyklonen erwünscht gewesen, 
die, ohne einer der van Bebberschen Zugstraßen. 
zu folgen, über Nordeuropa nach Südost bis Süd, 
ja manchmal Südsüdwest wandern, Das besonders, 
weil diese Zyklonen in den letzten Jahren an- 
scheinend in zunehmendem Maße auftreten, manch- 
mal weder nach der „Warmsektor-Regel“ noch der 
Höhenströmung entsprechend wandern und auch
	        
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