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Full text: 69, 1941

Neuere Veröffentlichungen. 
165 
Über viele heute im Brennpunkte des Interesses 
stehende militärische und wirtschaftliche Fragen 
gibt der „Nauticus“ in Text und Tabellen verläß- 
liche Auskunft und es dürfte sicher sein, daß der 
neu erschienene Band zu den bisherigen Lesern 
viele neue Freunde gewinnen wird. B, Schulz 
$. P. Chromow: Einführung in die synoptische 
Wetteranalyse. Unter Mitwirkung von Dr 
N. Kongek, Dir. d, Staatsanet, für Met. u. 
Hydrol. in Preßburg, deutsch bearbeitet von 
Dr. Gustav Swoboda, Chef des Sekr. d. Int. 
Met. Org. in Lausanne, (XI, 532 S. mit 
250 Textabb. u. Karten sowie 2 Tafeln.) Wien 
Verlag Julius Springer, 1940. Preis 48 RM. 
geb. 49.50 RM. 
Endlich ein modernes Lehrbuch der Synoptik: 
Chromow hat es, unter dem Einfluß von T. Ber- 
gerons Moskauer Lehrtätigkeit, verfaßt und 1934 
in erster Auflage erscheinen lassen; N, Kontek, An- 
reger und Förderer der deutschen Ausgabe, hat das 
russische Original der zweiten Auflage von 193; 
übersetzt, G. Swoboda die deutsche Bearbeitung 
besorgt. Diese nimmt zwar, wie der Bearbeiter 
im Vorwort betont, auf die Eigenart des Chro- 
mowschen Werkes, das den gesamten Stoff ein: 
heitlich vom Standpunkte der „Norwegischen 
Schule“ behandelt, weitgehend Rücksicht, doch 
hat Swoboda auch anderen Anschauungen mit 
Platz gegeben, neuere Forschungsergebnisse ein- 
efügt und überhaupt manches geändert oder 
kinzugefügt, was ihm für die theoretische und 
praktische Synoptik wesentlich erschien, 
Das Buch ist übersichtlich in die folgenden, 
weiter unterteilten sieben Kapitel gegliedert 
Die synoptische Methode, die Luftbewegungen 
das Wasser in der Atmosphäre, die Luftmassen, 
die Fronten, die Frontalstörungen, praktische 
Folgerungen. 
Im Kapitel „Die synoptische Methode“ 
werden einleitend der Aufbau der Atmosphäre und 
die troposphärischen Luftmassen als Träger des 
Wetters behandelt, sowie die synoptische Methode 
und ihre geschichtliche Entwicklung kurz ge 
schildert. Die Kinleitung schließt mit dem 
beherzigenswerten Satz: „Das Wetter kann man 
Aur voraussagen, wenn man es studiert und 
versteht, keineswegs aber durch die automatische 
Anwendung fertiger Rezepte.“ Es wird dann das 
Wesen der synoptischen Methode erläutert und 
Problem, Aufgabe und Zweck der Analyse der 
8ynoptischen Karte an Hand eines Beispieles aus 
führlich dargestellt, Die zur Wetterprognose not 
wendige Analyse muß, wie der Verf. betont, über 
den formalen hinaus physikalischen Charakter 
haben, und es ergibt sich als Grundlegung: „Die 
Wettervorhersage beruht auf der Vorher- 
sage der Verlagerung und der Entwicklung 
der Luftmassen und Fronten als der wirk: 
lichen Träger des Wetters.“ Da Luftmassen 
und Fronten aber nur aus der Vielzahl deı 
meteorologischen Elemente und ihrer Änderungen 
zu erkennen sind, muß die Wetterkarte komplex 
sein, d. h. möglichst viele meteorologische Elemente 
in übersichtlicher Form enthalten. Anschließend 
geht der Verf. auf das Problem der Voraus- 
berechnung des Wetters ein — wobei jedoch 
noch nicht jene Methoden Erwähnung finden 
können, die heute an einzelnen Stellen Deutsch. 
lands mit beachtlichem A angewendet werden 
Den praktischen Fragen Rechnung tragend, folgt 
ein Abschnitt über das synoptische Beobachtungs 
netz, in dem das Wesentliche über die Beob 
achtungsstunden und Sendezeiten, über die An- 
forderungen an das Stationsnetz und über den 
internationalen Wetterschlüssel gesagt wird. Ein 
weiterer Abschnitt gilt der synoptischen Karte, 
‚hrem Formular (Maßstab, Projektion usw.) und 
den in der Karte zur Eintragung gelangenden 
3ymbolen für Elinzelbeobachtungen, gemäß dem 
„Stationsmodell‘‘. Für die Praxis wichtig ist die 
Kritik des Materials: Hierher gehört die Auf- 
deckung zufälliger und systematischer Fehler — 
entweder bei Betrachtung der Einzelfelder oder 
unter Berücksichtigung der Gesamtwetterlage — 
und die Beurteilung des Repräsentationswertes der 
Beobachtungen, sei es einzelner Stationen als 
solcher oder allgemeiner des Geltungswertes der 
Beobachtungen in Abhängigkeit von der Wetter- 
lage. Dann werden die Grundregeln für die 
Kartenanalyse auseinandergesetzt, wobei der Grund- 
3atz der physikalischen Logik aufgestellt und durch 
Beispiele veranschaulicht wird; als zusätzliche 
Hilfe bei der Analyse bietet sich die „indirekte“ 
Aerologie und die „indirekte Bahnverfolgung“ von 
Luftmassen. Den Abschluß des ersten Buch- 
kapitels bildet die Darstellung der Technik der 
Analyse, Eıne Abbildung zeigt die Symbole für 
die Kartenanalyse; Reihenfolge und Ausführungsart 
der analytischen Operationen, wie sie Bergeron 
empfiehlt, werden bis ins einzelne angegeben. 
Aus dieser knappen Inhaltsübersicht des ein- 
führenden Kapitels über die synoptische Methode, 
das an Umfang wenig mehr als ein Zwanzigstel 
des Buches einnimmt, geht hervor, daß an dieser 
Stelle nicht eine ausführliche Dartellung des 
ganzen Werkes gegeben werden kann. Wir greifen 
statt dessen bei den folgenden Kapiteln einige 
Punkte aus der Fülle des Stoffes heraus, 
Im Kapitel „Die Luftbewegungen“, in 
dem von der Herleitung des Millibar bis zur 
Theorie der Zirkulation alles Grundlegende über 
Luftdruck und Wind gebracht wird, sei auf den 
24, Abschnitt hingewiesen, der den Zusammenhang 
zwischen nichtstationären Bewegungen und Druck- 
änderungen darstellt, Die Wichtigkeit der dyna- 
mischen Druckänderungen, d. bh. solcher 
Luftdruckänderungen, die eine Folge des Aus- 
oder Einpumpens von Luft in bestimmten Ab- 
schnitten der Atmosphäre sind, wird hier wie folgt 
veschrieben: „Die dynamischen Druckänderungen 
sind im wesentlichen eine Folge des Umstandes, 
daß die tatsächlichen Luftbewegungen in der 
Atmosphäre nicht streng stationär sind. Wie klein 
diese Abweichungen in Form auftretender positiver 
oder negativer Beschleunigungen auch sein mögen, 
50 sind doch gerade sie Ursache der Kondensation 
des Wasserdampfes in Form frontaler Wolken- 
;ysteme (beim Aufgleiten der Luft über eine 
"rontfläche) sowie Ursache für die unaufhörliche 
Neubildung und Wiederauflösung der atmosphä- 
rischen Störungen, d, h, der wandernden Zyklonen 
und Antizyklonen.“ 
Das dritte Kapitel behandelt das Wasser in 
der Atmosphäre, ein fast zu enggefaßter Titel, 
denn es werden hierunter auch besprochen: die 
adiabatischen Zustandsänderungen der Luft, die 
Bedingungen für vertikale Luftversetzung, die 
votentielle Temperatur, Feuchtlabilität und Labi- 
litätsenergie, aerologische Adiabatenpapiere, die 
Temperaturgrößen, welche die latente Wärme des 
Wasserdampfes berücksichtigen, das Rossby- 
Diagramm, Konvektion und Gewitterhildung, 
Inversionen und Föhn. Doch kommt das „Wasser“ 
im eigentlichen nicht zu kurz, indem in den 
letzten Abschnitten über die Kondensation und
	        
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