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Full text: 69, 1941

Kleinere Mitteilungen. 
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2. März. Der Morgen ist so lau, daß bereits um 7%h zahlreiche Bienen 
fliegen. — 7b; t 15.5°% Bei einer waagerechten Sichtweite von 10km ist die 
Talniederung nebelfrei, Blaugraue Hochnebel umlagern in stratocumulusartigen 
Ballen die Berge besonders im N und NE. Sie liegen ungefähr 200 m über der 
Talsohle, bedecken %/,, des Himmels und glänzen an ihrer Oberseite im Lichte 
der noch tiefstehenden Sonne silberweiß, Aus N weht ein kaum spürbarer Hauch, 
— 9%n; Die Bedeckung hat bis %,, zugenommen, indem sich die Wolkenballen 
weiter aufgelockert, ausgebreitet und auf 400 m gehoben haben, Die so ent- 
standene Stratocumulus-Decke ist mir: verwaschenen Konturen vielfach durch- 
drochen und hängt stellenweise noch an den Bergköpfen und Kämmen. In der 
Niederung hat sich die waagerechte Sicht etwas verringert (6 km). Der unstete 
Wind dreht mit geringer Stärke (0 bis 2) auf westliche bis südwestliche Rich- 
tungen. Die nunmehr beginnende Auflösung der unteren Wolken schreitet rasch 
fort. — 12h: Die letzten leichten und zerfaserten Schön wetter-Cumuli hoch am blaß- 
blauen NW-Himmel bedecken kaum noch *!/,,. Der grauweiße Horizont ist bereits 
wolkenfrei. — Um 125% getzt unvermittelt ein kräftiger SW mit Stärke 4 ein. 
Unter wolkenlosem Himmel erreicht die Sichtweite 15 km, doch sind an 4 km 
entfernten Hängen kaum noch Einzelheiten erkennbar. — 14h: Bei unveränderter 
Sicht ist t auf 24.4° gestiegen. Auch die Windverhältnisse sind gleichgeblieben. 
Besonders in der nördlichen Himmelshälfte ziehen zarte Cirren und Cirrostratus- 
Schleier auf, die etwa !/,, bedecken. Es ist jedoch infolge des Dunstes nicht aus- 
zumachen, ob sie auch bis in den bleichen Horizontgürtel hinabreichen. Trotz 
stechender Sonne wirkt die Wärme nicht drückend, Wind und Trockenheit be- 
dingen wohl eine Milderung. Der blauweißliche Dunst und wohl auch die überall 
liegenden feinen Staubschichten heben besonders in der Ferne alle scharfen Licht- 
und Farbkontraste auf und verbreitet eine blasse Helle, Die Landschaft erscheint 
daher merkwürdig schattenlos. Nur in der Nähe stechen die bewässerten Felder 
mit saftigerem Grün und dunklen Bodenfarben gegen vertrocknete, strohgelbe 
Bergwiesen mit ihren stumpf graugrünen Gebüschen ab. — 18h; Bei spürbarer, 
rasch fortschreitender Abkühlung formen sich an einzelnen 300 m bis 400 m hohen 
Bergköpfen im E kleine stratocumulusartige Wolkenkappen. — 19h: t 17.3°. 
Der SW-Wind hat auf 3 abgeflaut, — Um 19%h hat er nur noch Stärke 2. Die 
Bedeckung ist auf 3, gestiegen, Über den bleichen Horizontgürteln stehen zarte 
strichförmige Altocumuli vor dünnen Cirrostratus-Schleiern. Die grauen, 
dunkelnden Wolkenkappen auf den Gipfeln im E breiten sich schichtförmig in 
etwa 50 m Dicke aus. Hinter den Ketten im W sind ausgedehnte Stratocumulus- 
Bänke zu erkennen. Darüber hat der Horizontgürtel eine graublaue Farbe, die 
nach oben allmählich über ein blasses Violett und helle, sandfarbige Töne in 
anfangs blasses und sich mit der Höhe verdichtendes Himmelblau übergeht. — 
21%h; Bei SW1 und t 15.1° hat sich der ganze Himmel in etwa 200 m Höhe 
mit einer zarten, gleichförmigen Stratus-Decke überzogen, durch die kein Stern- 
schein mehr dringt, In Richtung auf Valparaiso ist die Wolkenschicht deutlich 
erhellt; auch kleinere, nähere Siedlungen zeichnen sich in ihr ab. — Um 8% am 
nächsten Morgen ist der ganze Himmel in 200 m Höhe von dünnem Stratus über- 
zogen, In der Talniederung liegt ein starker Dunst, der Sicht bis 5 km gestattet. 
} 14.9°. Dr. G. H. Schwabe. 
Neuere Veröffentlichungen, 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Radler de Aquino: Isoazimuthal Lines of| entgegen, solange man nicht einen zuverlässigen 
Position at Sea and in the Air. Rio de Kreiselkompaß besitzt, der gestattet, den Null- 
Janeiro 1939. punkt der Azimutzählung auf 1’ bis 2’ genau an- 
Das Problem der nautischen Ortsbestimmung zugeben. 
mit Hilfe von Azimutbeobachtungen ist nicht neu. Zahlreiche Arbeiten nach 1800 bis in die 
Der Wert der Methode legt in der Befreiung von 1eueste Zeit hinein haben sich mit dem Problem 
der Kimm und der Unabhängigkeit von der der nautischen Ortsbestimmung aus Azimutbeob- 
Strahlenbrechung; der praktischen Ausführung achtungen beschäftigt. Doch erst in neuester Zeit 
setzen sich allerdings erhebliche Schwierigkeiten ist es gelungen, eine praktische und einfache
	        
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