accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 69, 1941

162 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1941. 
weißgrauen feinen Staub gedämpft, der zusammen mit der blendenden Sonne dem 
Spätsommer dieser Gegend einen so ausgeprägt blassen Farbeharakter bei strahlen- 
der Helle verleiht. Das dunkle Graugrün immergrüner Sträucher sticht gegen 
die ausgetrockneten strohgelben Wiesen ab. Die meisten Bachbetten, die von der 
Strecke berührt werden, sind trocken. Nur wo sich etwas Wasser gehalten hat, 
oder wo in Senken Gärten und kleine Felder bewässert werden, hält sich noch das 
frische, aber auch durch Staub gedämpfte Grün jungen Wachstums, Während der 
Zug in steilen Kurven nach Llay-lay hinabfährt und dabei im Laufe einer halben 
Stunde etwa 500 m an Höhe verliert, ändert sich das Bild ungewöhnlich rasch, 
Zwischen dunklen, rotbraunen Berghalden, die von lockeren Gesträuchen be- 
wachsen sind, macht sich eine erfrischende Abkühlung bemerkbar. Unter blau- 
grauen Schleiern, die die Tiefe des Aconcagua-Tals füllen, dehnt sich eine weite 
Ebene mit grünen Feldern. — 19h: Bei Las Vegas, auf der Talsohle, beträgt in 
beginnender Dämmerung die Sichtweite etwa 20 km, aber schon in 5 km Ent- 
[ernung verschwimmen an blauen Hängen alle Einzelheiten im Dunst. Weiter 
entfernte Bergketten stehen wie Scherenschnitte aus gleichförmig hellblauem 
Papier vor blassem Horizonte. Rauchschwaden eines größeren Waldbrands 
(trockene Strauchwälder der Hänge), der hier zu den häufigen Eigentümlich- 
keiten der Jahreszeit gehört, ziehen langsam talaufwärts nach E. Eine Stunde 
später herrscht in Quillota frische Kühle. Der Himmel ist größtenteils 
unbedeckt. 
28. Februar, Fundo Sta. Ana de Pocochai bei La Cruz. 7%”h; Bei t 12,7° 
liegt mäßig dichter, feuchter Nebel in der Niederung. Die Sichtweite beträgt 
etwa 700 m. Eine leise Luftbewegung aus SW ist eben spürbar. Tau ist nicht 
gefallen. Bis 10% treten nur geringe Veränderungen ein. Es weht jetzt ein SW, 
der jedoch kaum Stärke 2 erreicht. Der nunmehr „trockene“ Nebel hat sich so 
gelichtet, daß die Sichtweite auf 2 km gestiegen ist, t hat 15,0° erreicht. Die 
weitere Aufklarung geht rasch vor sich. — Um 11% zerreißt die Nebeldecke zu etwa 
400 m hoch liegenden lockeren Fetzen, die um 11%h die Gestalt lichter Strato- 
cumuli annehmen und kaum noch */,„, des Himmels bedecken. Bei t 18.4° und 
W-Wind mit Stärke 1 werden Bergketten in 15 km Entfernung deutlich erkennbar. 
In tieferen Lagen sind an Hügeln und Hängen schon in 4 km Entfernung alle 
Einzelheiten im einförmigen, blaugrauen Dunste aufgelöst, der die ganze weite 
Talsohle überzieht. Dagegen sind schon an etwa 300 m höheren Bergen in gleicher 
Entfernung einzelne Sträucher und Felsklippen klar auszumachen, Gegen 13% 
setzt unvermittelt unter wolkenlosem Himmel SW 3 ein. — 14h: t ist auf 23.4° 
gestiegen. Der SW weht unruhig mit Stärke 4, die Sicht ist unverändert, Im Laufe 
der nächsten Stunden sind keine nennenswerten Veränderungen zu beobachten. — 
17%hb; Bei t 21.7° hat der Wind auf W gedreht und ist etwas schwächer ge- 
worden (3). Während der übrige Himmel wolkenlos ist, hängt nun zwischen 
Bergen im NNW eine einzelne, seitlich und nach oben scharf begrenzte, nach 
unten zerrissene stratusartige Wolkenbank, die eine Ausdehnung von 3 bis 4 km 
haben dürfte, Ihre waagerechte Oberfläche, 300 m bis 400 m über dem Talboden, 
liegt etwa in der Höhe der dortigen Gipfel. Das in der Sonne matt glänzende 
Silbergrau der Wolkendecke verfließt in das helle Blaugrau der Berge, Der Wind 
ist 19%hb auf Stärke 2 abgeflaut, die Bewölkung ist fast unverändert, t beträgt 
noch 18.1°. Am späten Abend hat sich der Himmel ganz mit einem einförmig 
grauen Schleier bezogen. Die sternlose Nacht ist sehr dunkel und lau. 
1. März. 7%b; t 15.4°; der Nebel ist etwas schwächer als am Vortage. Tau 
ist nicht gefallen. Das rasche Aufklaren beginnt um 11%, Zur Mittagsstunde 
beträgt die Bedeckung mit lockeren Stratocumuli noch %/,,. Eine halbe Stunde 
später setzt nach den geringen, vorwiegend westlichen Luftbewegungen des Vor- 
mittags wieder unvermittelt ein WSW mit Stärke 3 ein. — 14b: t 23.5°%°. Die 
tieferen Wolken sind ganz verschwunden; zarte Altocumuli bedecken %/,g des 
Himmels. Bis zum Abend treten keine wesentlichen Veränderungen mehr ein. 
Die am Vortage beobachtete eigentümliche Wolkenbildung im NNW unterbleibt, 
Die Sichtverhältnisse gleichen denen des Vortags, — 23h: Bei Bedeckung 10 ist 
die Nacht still, stockfinster und lau: t 16.6°.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.