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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1941.
verlohnen, die Lindenberger Tabelle mit der für Hamburg!) geltenden Tab, 4 zu
vergleichen, Die Werte überragen die in der 1., 2. und 4. Vertikalspalte der
Tab. 4 angegebenen, sind aber jedenfalls etwas kleiner als die für 1914 geltenden
Hamburger und wesentlich kleiner als die Werte für 1915 und 1916. Die mittlere
Differenz „Potsdam 1914 — Lindenberg Mai 1918“< (zwischen der C©- Höhe + 2.5° und
52.5°) beträgt 0.072 g cal. Zwischen den ©-Hlöhen 20.5° und 48.5° beträgt die
mittlere Differenz „Potsdam 1914—Lindenberg 1918“: 0.079, die entsprechende
für „Hamburg 1914—Lindenberg Mai 1918“: 0.041 und die für „Potsdam 1914-—
Hamburg 1914“: 0.039 g cal. Auf die deutliche Verringerung der positiven Diffe-
renzen nach größeren ©C-Höhen (jedenfalls ab etwa 20° ©-Höhe) bei allen drei
Reihen sei zunächst ohne weiteren Kommentar hingewiesen, — Man darf allgemein
nicht vergessen, daß der atmosphärische Reinheiisgrad abgesehen vom Allgemein-
charakter auch von den jeweiligen meteorologischen Verhältnissen abhängt?)
Wie groß der im wesentlichen durch die Katmai-Trübung bedingte Ausfall der
-Strahlung war, geht aus Tab. 5 hervor, wo für die von 10° zu 10° fortschrei-
tenden ©O-Höhen die prozentischen Defizits gegenüber dem als besonders rein
angesehenen Jahr 1915 für Potsdam angegeben sind, Dorno fand für die prozen-
tische Abnahme der Gesamtstrahlungsintensität im Oktober 1912 gegen die
Normalwerte bei 15° ©-Höhe: 41.2, bei 20°: 25.3, bei 25°: 20.0, bei 30°: 16,2 und
bei 35°: 14.7%. Meine für 1912 (zweite Jahreshälfte) geltenden Werte scheinen
ziemlich befriedigend mit den Dornoschen Werten übereinzustimmen?). Auf die
Frage der Ursache der offensichtlich bestehenden Tendenz der Verringerung des
Strahlungsverlusts — sowohl in Davos wie in Potsdam — soll nicht eingegangen
werden. — Tab. 6 zeigt für drei Luftmassen die Strahlungsintensitäten sowie die
Trübungsfaktoren‘). Die Einzelwerte entsprechen den auf der Grundlage der
neueren Ergebnisse der bekannten amerikanischen Forscher von Feussner und
Dubois berechneten Konstanten®). Mittelt man die 17 vollständigen Reihen, so
ergibt sich der Trübungsfaktor für die Gesamtstrahlung (Tg) für m == 2 zu 3.66,
fürm= 3 zu 83.54 und für m = 4 zu 3.39 (im Mittel 3,53), Statt 3.53 erhielte man
im ursprünglichen (Linkeschen) Maß 2.83, — Das Maximum der Einzelwerte
beträgt 5.22, das Minimum 2.38. Den mittleren täglichen, für den Mai 1918 in
Lindenberg geltenden Gang des Tzg zeigt Tab. 7. Das Maximum liegt also kurz
nach Mittag.
Es liegt der Gedanke nahe, die Potsdamer und die Lindenberger O-Strah-
jungswerte, soweit möglich, miteinander zu vergleichen. Leider ist das Potsdamer
Material für den Sommer 1918 recht gering. Jedoch konnte der Vergleich für
praktisch gleiche ©-Höhen — 8. Tab. 8 — für 14 Werte durchgeführt werden. Es
ergibt sich eine mittlere Differenz „Lindenberg —Potsdam“ von 0.003 g cal, woraus
man vielleicht schließen kann, daß jedenfalls kein großer prinzipieller Unterschied
besteht zwischen den beiden Orten. Ich versuchte weiter, die von W. Peppler
1) Die Hamburger (nicht auf mittlere @)- Entfernung reduzierten) Werte seien unter Vorbehalt
angegeben, zumal ich durch die verhältnismäßig hohen Strahlungswerie 1915 und 1916 überrascht war,
Zu bedenken ist dabei allerdings, daß ich bemüht gewesen bin, nur die Beobachtungen ausgesucht
schöner Tage zu verwerten, Weiter kann gesagt werden, daß die Ausgleichung mit größter Sorgfalt
and unter tunlichst gerechter Würdigung des Gewichts der einzelnen Teilreihen geschah. Immer
wieder wurde der Eichfaktor durch Vergleich des Michelsonschen Aktinometers mit dem Äng:
strömschen Pyrheliometer bestimmt, wobei sich eine allmähliche Zunahme desselben von 0.0260 bis
auf 0.0274 zwischen 1913 und 1916 herausstellte. Die Messungen wurden auf dem Dach des Physi-
kalischen Staatslaboratoriums an der Jungiusstraße (1. d. Nähe des Botanischen Gartens bzw. Stadt-
zrabene) ausgeführt. Ich wollte zuerst auf die Wiedergabe der Zuhlen verzichten, hielt es aber
schließlich für unrichtig, sie zu unterlassen. Zur Brurieilung muß noch erwähnt werden, daß es
zich bei den Rubriken 1913, 1914 und 1915 nicht um Jahresdurchschnitte, sondern um die Durechschnitte
der über eine mehr oder weniger große Zeitspanne des Jahres ausgeführten Messungen handelt. Sie
scheinen ein ziemlich richtiges Bild der allmahlichen Yrübungsabnahme zu geben. — % Siehe hierzu
a.a A. Gockel, Das Wetier 1919, 66 ff, und Ann. Phys, Bd. 56, 619ff,, 1918, sowie J. Maurer
and €. Dorno, Met. Ztschr. 31, 53 ff., 1914. — 2% Wie es scheint (siehe die Potsdamer Stırahlungs-
tabellen!}, würden meine Abweichungen noch größer, wenn als Normalwerte nicht die Strahlungs-
werte von 1915, sondern von der ersten Hälfte 1912 (bzw. von dieser +4- 1911) genommen wären. —
5 Fr. Linke, Beitr. z. Phys. d. Atm. 10, 91ff. und Verhandign. d. Klimatol.-Tag. in Davos 1925, 80ff.:
Fr. Linke u. K. Boda, Met. Zıschr. 39, 161ff., 1922. — Weiter: K, Feussner und P. Dubois,
Gerl, Bein, 27, 132 ff, 1930: siehe auch F, Steinhauser, Gerl, Beitr. 42, L10ff., 1934, — 5) Fr. Linke,
Met. Taschenb. 11, 308, 1933,