Groissmayr, F, B.: Die 24jährige Witterungsperiode,
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Der Winter 1929 war in Westungarn etwas kälter wie jener von 1940; in
Ostungarn war jedoch letzterer um durchschnittlich 1.2° kälter, wenngleich
immer noch weit milder wie jener von 1879/80 (Wintermittel: Nyiregyhäza —8.3°,
1929: —4.9°, 1940: —6.7) in dem der ungemein kalte Dezember 1879 den Aus-
schlag gab (z. B. Dezembermittel in Losonez 1879: — 16.2°, mittelsibirischen Ver-
hältnissen entsprechend). Örtlich war in Ostungarn nicht nur der sehr kalte
Januar 1940, sondern auch noch der Februar 1940 kälter als jener von 1929,
der in westlicheren Gebieten Zentraleuropas keinen Rivalen hatte, Übrigens
kam in Ostungarn der Februar 1932 jenen von 1929 und 1940 sehr nahe:
(t II 1982: Debrecen: —7.2°, Jakobshavn gleichzeitig —3.6°).
In diesen drei Februarmonaten war übrigens das nordatlantische
Druckgefälle umgekehrt: höherer Druck über Island als über den
Azoren. Als bemerkenswerte Übereinstimmung ist festzustellen, daß in Ost-
ungarn zumeist das absolute Minimum der Temperatur des Gesamtwinters 1929
wie 1940 auf die 2. Februardekade entfiel. Im Gegensatz zum Winter 1929
zeichnete sich derjenige von 1940 insbesondere durch eine hohe Gleichmäßigkeit
der Kälte, vor allem in Westungarn aus, ein ganz auffälliges Merkmal, das wir
auch im gleichen Winter der Union, wie wir später sehen werden, wiederfinden;
eine kurze Zusammenstellung der absoluten Minima von 1929 und 1940 ver-
anschaulicht diese Tatsache (Tabelle 17).
Tabelle 17, Absolute Temperaturminima der Winter 1928 bis 1929 bzw. 1939 bis 1940,
West-Ungarvp Ost-Ungarn
Minima | Tag (1940) | Minima | Tag (1940)
1929 | 1940 1929 | 1940
wa—
Szombathely. ...
Sopron.......
Magyarövär ....
Päpa ........
Kesztehely , ....
Siofok .......
Esztergom . ....
Bndapest, ....x
Pe nl
| Landesmittel .. .f
mL —— —_—— dm
Bei fast gleichem Monatsmittel der beiden Vergleichswinter lagen die abso-
juten Minima von 1940 in Westungarn um durchschnittlich 5° höher wie jene
von 1929, während in Ostungarn im „Großen Alföld“ die absoluten Minima 1940
um ungefähr denselben Betrag tiefer lagen als die Wintermittel selbst. Immerhin
lagen diese, obwohl Ostungarn normalerweise merklich strengere Winter als der
westlich der Donau gelegene Landesteil hat, 1940 noch um 0.2° höher als 1929
im Westen, Die zeitliche Streuung war 1940 in Westungarn groß; im Osten
entfiel das Minimum durchweg auf den 16. bis 19, Februar, also sehr spät, um
so mehr, als der kontinentalere Osten bereits. im Februar stärkere Anstiegs-
tendenz im normalen Gang aufweist, Im Gegensatz zum westlichen Mitteleuropa,
dessen Monatsmittel im März 1940 vereinzelt sogar leichte positive Anomalie hatte,
war,‘ dieser Monat in Ost- und Westungarn noch ein ausgesprochener
Wintermonat mit vereinzelten Minimawerten von <—20° und einer
Negativabweichung des Monatsmittels im Betrage von — 4° bis <— 5°,
_ Welche Sommerwitterung ging dem Winter 1940 voraus? Ein flüchtiger
Überblick bereits zeigte mir, daß den sechs kältesten Wintern (XH—II) in
Nyiregyhäza durchweg ein zu trockener Juli, in Ostungarn zumeist auch ein
heißer Hochsommer (VII + VI) vorausging. Eine Erklärung glaube ich hierfür
in den „Kontinentalepochen“ zu sehen; denn in diesen immerhin längeren
(mehrjährigen) Perioden sind „heiße Sommer — kalte Winter“ die Regel;
vor allem die 90er Jahre und auch die letzten Jahre brachten bereits wieder
Eger 20.0.0000.
Losone .......
Debrecen. .. ...
Nyiregyhäza. ...
Szeged ,......
Türkeve ......
Szerep .......
Oroshäza. .. ...
Salgötarjän . ...
Kalocsa ... ,.
— 24.6
—34.0
— 25.4
—256
—20
— 729
— 26
— 22.6
—28.1
— 052