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Full text: 69, 1941

Jensen, Che: Strahlungsmessungen In Lindenberg. 
im Sommer 1918 am Aeronautischen Observatorium Lindenberg verschiedene 
Strahlungsmessungen durchgeführt. Es handelte sich einmal um Bestimmungen 
der Sonnenstrahlungsintensität, der Polarisationsgröße im Zenit sowie der Höhe 
der nach den Entdeckern als Aragoscher und Babinetscher Punkt bezeichneten 
neutralen Punkte des Himmels, zum andern um Solche der Albedo des Luft- 
planktons nach der L. Weberschen Methode sowie der Beleuchtung der horizon- 
talen Fläche durch Sonnen- bzw. Himmelslicht auf photometrischem bzw. licht- 
elektrischem Wege, Hier soll im wesentlichen nur über erstgenannte drei Messungen 
berichtet werden; auf Ersuchen von Herrn Dr. Fr. Ahlgrimm wird auch kurz 
anf die von mir gewonnenen Ergebnisse seiner Lindenberger Bestimmungen der 
Höhe der n. P.!) eingegangen werden. — Über der ganzen Angelegenheit hat ein 
Unstern gestanden, wobei ich zunächst an die besonders ungünstige Witterung 
des Sommers bzw. Herbstes 1918 und an das traurige Ende des Weltkrieges 
denke, Dasselbe gilt für die Veröffentlichung der Ergebnisse, deren Verschleppung 
großenteils im Zusammenhang stand mit Hemmungen schwerster Art, die mir 
anf längere Zeit hinaus jede Arbeitslust und Kraft nahmen. So komme ich erst 
nachträglich zu kurzer Veröffentlichung. 
Die meisten Messungen wurden wegen der Ungunst der späteren Witterung 
im Mai durchgeführt. ‚Zunächst wird der Reihe nach auf die Messungen der 
Sonnenstrahlung, diejenigen der P-Größe?) und die der n. P. eingegangen. 
Die Bestimmung der Sonnenstrahlungsintensität wurde wesentlich mit dem 
Michelsonschen bimetallischen Aktinometer ausgeführt, zum Teil auch mit dem 
Ängströmschen Kompensations-Pyrheliometer, Es zeigtesich, daß es am richtigsten 
war, einen mittleren Eichfaktor für die Reduktion der aktinometrisch gewonnenen 
Werte zu benutzen, Den so reduzierten Werten bzw, den Pyrheliometermessungen 
wurden 3!/,% zugefügt. Es wurden im allgemeinen sehr viele Einzelmessungen 
— von mir bzw, meinem Assistenten — gewonnen, So daß in der Regel eine ganz 
leichte Ausgleichung für die Gewinnung der Vormittags- bzw. Nuchmittagsreihen 
genügte. Für jede Einzelmessung wurden fünf Einstellungen gemacht. Beim 
Vergleich mit anderen Ergebnissen ist zu bedenken, daß die Reduktion auf mitt- 
lere CO-Entfernung nicht angebracht ist. Auch für die Rot-Ultrarot-Strahlung 
wurden etliche Reihen gewonnen; von deren Veröffentlichung sehe ich ab, da 
mir die Notizen über die Dicke des Rotfilters abhanden gekommen sind und. sich 
nichts mit genügender Sicherheit rekonstruieren ließ, Tab. 1 zeigt die einzelnen 
Maireiben der Gesamtstrahlung, Dreizehn derselben (vom 7.5,p, 8.p, 15.a, 16.2 u. p, 
17.82. p, 18,au.p, 21.p, 22.aup und 25.p) wurden zu einer durch. eine kaum 
nennenswerte Ausgleichung entstandenen Kurve I vereinigt (siehe die entsprechende 
Tab, 2). Um ein Urteil über den atmosphärischen Reinheitsgrad des Sommers 
und in erster Linie vom Mai 1918 zu gewinnen, sollen die Werte mit. anderen 
Messungen verglichen werden. Zunächst gebe ich Tab, 3, die folgendermaßen ent- 
stand: Ich entnahm den met. Beobachtungstabellen in Potsdam für die zweite 
Hälfte 1912, für 1913, 1914 und 1915 (in den Veröffentlichungen des König]. 
Preuß. Met. Inst.) die dort von Prof, W, Marten angegebenen Einzelwerte ‚der 
Strahlungsintensität. Herr Baurat Dr. von den Steinen vom Schiffbaulabora;- 
torium der Hamburgischen Technischen Staatslehranstalten hatte die Güte; die 
Kurven zu straaken. Wenn auch die Streuung der Einzelwerte vielfach, vor allem 
1912 und 1913, nicht gering war, kann man sie doch wohl als erste Anhaltspunkte 
zur Beurteilung des atmosphärisch-optischen Reinheitsgrades in Lindenberg .im 
Mai 1918 benutzen. Zu bemerken wäre dabei, daß nach Maurer und Dörno®) 
die große atmosphärische Trübung jedenfalls bis Anfang 1914 in Potsdam etwas 
größer war als in Warschau und Davos, Vergleicht man die Durchschnittswerte 
der 13 Maireihen mit Tab, 3, so sieht man, daß sie jedenfalls etwas kleiner. sind 
als die für 1914 angegebenen Potsdamer Durehschnittswerte, Es dürfte sich auch 
1) In der Folge werden öfter die neutralen Punkte zur Abkürzung durch n, P, bezeichnet bzw. es wird 
der Aragosche neutrale Punkt durch A. P. (bzw. Ar. P.) und der Babinetsche Punkt durch Ba. P. (ent: 
sprechend in Zusammensetzungen) wiedergegeben, — % Ebenso wird in der Folge die Polarisationsgröße 
öfter durch P. G. ersetzt werden (entsprechend in Zusammensetzungen), — *) J, Maurer und C, Detrno, 
Met; Ztschr. 31, 55, 1914.
	        
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