accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: 69, 1941

144 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1941. 
Die Beobachtungen zu Nr. 23 fanden auf einem geschützten Revier bei 
schwacher achterlicher Dünung statt, deren Periode nicht feststellbar war. 
Nr. 24 und 25 egind Messungen vor Anker und wurden durch den Ladebetrieb 
angestoßen. Es wurden einzelne Schwingungen abgestoppt, die im Anschluß an 
einen stärkeren Stoß auftraten, Die Übereinstimmung mit der Eigenperiode ist 
gut, Die Messungen erfolgten gegen Ende der Beladung und Nr. 25 nach Nieder- 
legen der Bäume für den Zustand, in dem das Schiff über See ging. 
Nr. 26 sind die den vorhergehenden entsprechenden Messungen auf See. Die 
Rollvorgänge fanden ganz vereinzelt statt, trotz des starken, schräg von vorn 
kommenden Seeganges, die Stampfbewegungen erfolgten ständig und zeigten 
große Konstanz, 
Unter Nr. 27 finden sich reine Seegangsmessungen, wobei nach je 15 Minuten 
der Kurs geändert wurde, Die Messungen zeigen eine gute Übereinstimmung der 
gemessenen und berechneten Begegnungsperioden, Für die beiden ersten Kurse 
zeigte sich Stampfen ohne Rollen, für den dritten Kurs trat vereinzelt Rollen 
auf, und für den letzten Kurs entwickelten sich Rollbewegungen mit erheblichen 
Amplituden, während das Stampfen fast aufhörte, 
Zur besseren Übersicht stelle ich die Perioden, geordnet nach zunehmenden 
Eigenperioden, zusammen, 
Nr. | 
Für eine ganze Reihe von Rollperioden 
kann als Erregung die Begegnungsperiode 
oder ein ganzzahliges Vielfach derselben an- 
genommen werden. Sie liegt dann stets in 
der Nähe der Eigenperiode und ist kleiner 
bzw. größer als diese, dem Wert dieses Viel- 
fachen entsprechend. Andererseits muß an- 
genommen werden, daß auch die Eigenperiode 
eine gewisse Schwankung hat, herrührend 
von freien Oberflächen.‘ Das geht besonders 
aus Nr. 23 hervor, wo eine periodische Er- 
regung fehlt, andererseits die Periodenmessung 
mit großer Genauigkeit erfolgte. 
Aus der Zusammenstellung ist ersichtlich, 
daß bei kleinen und mittleren Windstärken 
auf See die Messung der Rollperiode zwecks 
Ermittlung der Eigenperiode zur Beurteilung 
der Stabilität möglich ist, 
_ |} Die folgenden Seegangsaufnahmen sollen 
Einzelheiten der Periodenmessung erläutern 
und einen Einblick in die Erregungsmöglichkeiten der Schiffsschwingungen 
vermitteln. Alle Aufnahmen wurden kürz hintereinander gemacht, so daß 
der Seegang keine erheblichen Veränderungen erfuhr. Ort der Beobachtung 
war das Seegebiet nordöstlich Rügen. Die Windrichtung war südwestlich bis 
westlich, so daß der Seeraum der westlichen Ostsee für die Ausbildung zur Ver- 
fügung stand, Die Beobachtungszeit war 14b bis 17b. Der Wind hatte den ganzen 
und den vorhergehenden Tag westliche Richtungen mit abnehmender Stärke ge- 
habt und betrug zur Zeit der meisten Aufnahmen etwa 2 Beaufort. Während der 
Beobachtungszeit passierte eine gut ausgebildete Kaltfiront von mäßiger Stärke, 
Die mittlere Seegangsperiode der großen regelmäßigen Wellen betrug 3.6% die 
der Begegnung 1,8%, Als Tagebucheintragung über die Schiffsbewegungen findet 
sich: „Das Schiff liegt im ganzen gesehen sehr ruhig. Stampfen ist nicht wahr- 
nehmbar, erst im Fernrohr sieht man kleine, schnelle Nickbewegungen, die mit 
2' bis 5’ Amplitude mit der Begegnungsperiode erfolgen, d. h, deutlich erzwungen 
sind, Das Rollen erfolgt unregelmäßig und wird scheinbar durch Windanstoß 
erzeugt. Die Perioden sind in Übereinstimmung mit der Eigenperiode (13* bis 142). 
Die Amplituden sind sehr verschieden, erreichen Maximalwerte von 0,6°,“ 
Dann sind drei Windkrängungskurven beigelegt, die für sehr geringe Wind- 
stärken gelten. Die ersten beiden wurden für eine Drehkreiszeit von etwa 800°, 
die letzte bei voller Fahrt mit 140% für 360° erhalten. 
Hafen
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.