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Full text: 69, 1941

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1941. 
gewahren. In Swinemünde reicht die Kaltluft bis zu 3200 m Höhe und erst 
darüber gleitet Warmluft auf. So zeigt es das Thetagramm, aber anders das 
Rossbygramm, denn die Feuchte ist über Swinemünde bedeutend höher als über 
Breslau, und die Kurve liegt der Königsberger viel näher als der Breslauer, im 
Gegensatz zu den Kurven im 
Thetagramm. 
Wesentliche Vorteile lassen 
auch die Schnitte der spezi- 
fischen Feuchte erkennen, Sie 
werden allerdings im täglichen 
Dienst wenig gezeichnet, meist 
aus Zeitmangel. In Abb, 5e 
und 5d sind die Schnitte der 
Strecke Sloutzk— Wien für den 
21. und 22, April 1938 wieder- 
gegeben. Am 21, liegt schon 
eine feuchte Schicht über K6ö- 
nigsberg, die den Prognostiker 
mehr sagt als die Abb. 50 mit 
einer gleichmäßigen Zunahme 
von 6‘. Am 22. April liegt 
diese aufgleitende Warmluft 
wesentlich tiefer und die feuchte 
Schicht befindet sich um 1000 m 
Höhe, dort ist auf der anderen 
Darstellung nur ein starker Gradient von &’ zu erkennen. Die Schnitte der 
spezifischen Feuchte sagen auf den ersten Blick wesentlich eindrucksvoller, was 
sich in der Atmosphäre abspielt und in diesem Falle zeigen sie den Aufgleit- 
vorgang in voller Schärfe an. 
Diese wenigen Beispiele sollen nur die Bedeutung der sehr vernachlässigten 
spezifischen Feuchte hervorheben. Ihre Verwendung im gegebenen Falle wird 
die Arbeit des Prognostikers erleichtern. 
Leipzig, Geophysikalisches Institut, im November 1940. 
Literatur. 
1. IL. Weickmann: Über aerologische Diagrammpapiere. Denkschrift der Int, Aerolog, Komm, der 
Int. Met. Org. Berlin 1938, 
2. F. Möller: Pseudopotentielle und äquivalentpotentielle Temperatur, Met, Ztschr. 56, 8.1 N 
3. 8. P. Chromow: Kinführung in die synoptische Wetteranalyse, Deutsche Ausgabe. Berlin 1940. 
PH 
Strahlungsmessungen in Lindenberg. 
Von Chr, Jensen-Hamburg. 
{Hierzu Tabellentafeln 1 bis 4.} 
Dem Andenken von Herrn Geheimrat Hergesell gewidmet. 
Zusammenfassung: Es wird vor allem über die vom Verf, im Jahre 1918 — in erster Linie 
kommt der Mai in Betracht — in Lindenberg ausgeführten Bestimmungen der Intensität der Sonnen- 
strahlung, der Polarisationsgröße im Zenit und die Abstände des Aragoschen und Babinetschen Punktes 
von Gegensonne und Sonne berichtet, Die Ergebnisse der versehiedenen Beobachtungen werden mit- 
einander. verglichen und, soweit es möglich war, mit entsprechenden im nämlichen Jahre an anderen 
Orten durchgeführten. Durch Heranziehung von Messungen aus früheren Jahren wird versucht, ein 
Urteil über die Größe des atmosphärischen Reinheitsgrades im Jahre 1918 zu gewinnen, Weiter 
wird über einige im Jahre 1916 von Dr. Aklgrimm in Lindenberg mit Hilfe von Farbfiltern aus- 
eführte Bestimmungen der Höhe des Aragoschen Punktes sowie über entsprechende Messungen des 
Korfaeas in Hamburg in den Jahren 1932 uud 1933 berichtet. 
Nachdem ich in dieser Angelegenheit mit Herrn Geheimrat R. Assmann in 
Verbindung gestanden hatte, wurden von mir nach dessen Fortgang vom Observa- 
torium auf Anregung von Herrn Geheimrat Hergesell und mit freundlicher 
Unterstützung des derzeitigen preußischen Kultusministers Exzellenz Dr. Schmidt- 
Ott — dem ich an dieser Stelle meinen verbindlichen Dank aussprechen darf —
	        
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