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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 69 (1941)

Ann. d. Hydr. usw., LXIX, Jahrg. (1941), Heft V. 
137 
Suhifisschwingungen unter Seegangs- und Windeinfluß. 
Von Otto Hebecker, ; 
(Hierzu Tafeln 9 bis 14.) 
Die hier mitzuteilenden Beobachtungen, die auf einer Ostseereise gemacht 
wurden, verfolgen einen doppelten Zweck. Einmal sollte festgestellt werden, wie 
auf See mit geringen Hilfsmitteh zuverlässige Zahlen über Seegang und Begeg- 
nung von Wellen und Schiff zu finden sind, dann bestand die Absicht, den ursäch- 
lichen Zusammenhang von Wind, Seegang- und Schiffsbewegung zu erfassen. 
, Die Lösung der ersten Aufgabe wurde in einer solchen Form angestrebt, 
daß die Messungen nicht in Schiffsnähe stattfinden, weil dann durch die vom 
Schiff erzeugten Wellen eine Veränderung der Seegangswellen bewirkt wird. 
Deshalb wurde von einer Messung oder Schätzung der Wellenlänge und erst 
recht der Wellenhöhe Abstand genommen. Gemessen wurden lediglich Perioden. 
Aus diesen lassen sich nach hinreichend bestätigten Formeln die Fortpflanzungs- 
geschwindigkeit und die Wellenlänge errechnen‘), 
Für die allgemeine Übersicht gebe ich folgende Anordnung: 
i, Praktische Ausführung der Messungen. 
2. Allgemeines Seegangsbild, 
8. Allgemeines Bewegungsbild des Schiffes. 
4. Zusammenhänge zwischen Roil-, Stampf-, Begegnungs- und Eigen- 
perioden. 
1. Praktische Ausführung der Messungen. 
Gemessen wurden T = Rollperiode, t = Stampfperiode, Ta = Seegangsperiode, 
Tz = Begegnungsperiode, 2A = Rollamplitude, 2a == Stampfamplitude und Wz 
= Begegnungswinkel. Alle T-Werte werden stets in Sekunden, alle A in Bogen- 
minuten angegeben, Die Perioden wurden mit der Stoppuhr, die Amplituden 
mit dem Sextanten und der Begegnungswinkel mit dem Peilkompaß als Seiten- 
peilung gemessen. T,t und Tg wurden einzeln oder zu mehreren abgestoppt. 
Ts konnte nur an Einzelwellen gemessen werden, 2A und 2a wurden mit einem 
auf der Reling festgeschraubten Sextanten (Bild 13) in der Art gemessen, daß 
die Kimmabstände der Umkehrpunkte der jeweiligen Bewegung bestimmt wurden. 
Zu dem Zweck bekam der Sextant ein Fernrohr mit Fadenkreuz, welcheg mit 
der Kimm in Deckung gehalten wurde. Die hierzu erforderlichen Einstellungen 
an der Alhidade wurden alle drei Sekunden abgelesen, Auf diese Weise sind u. a. 
die Rollschwingungskurven Nr, 15 und 16 entstanden. Oder es wurden nur die 
Umkehrpunkte eingestellt und mit der zugehörigen Zeit abgelesen. Die Faden- 
kreuzeinrichtung des Sextantfernrohrs gestattete überdies das Abstoppen kleinster 
Rollvorgänge in der Größenordnung weniger Bogenminuten, Man stellt das Fern- 
rohr so auf die Kimm ein, daß der Horizontalfaden die Kimm schneidet (Bild 14), 
Beim Rollen und Stampfen mit kaum merklicher Amplitude wandert dann dieser 
Schnittpunkt um erhebliche Beträge von links nach rechts usw., so daß die Perioden 
gut meßbar werden, 
Zwecks Messung der Seegangsperiode wurden nur die größten regelmäßig 
auftretenden Wellen benutzt, weil diese als für die Schiffsschwingungen ursäch- 
lich zu gelten haben. Solche Seen zeichnen sich durch Schaumstreifen aus, die 
von Brechern herrühren. Die Periodenmessung knüpft an markante Schaumflecken 
an (Bild 1 und 2), Man erkennt sehr leicht, daß ein solcher Fleck im Weliental 
verhältnismäßig lange verharrt, um dann plötzlich zu steigen und wieder herab- 
zusinken. Gut übereinstimmende Einzelmessungen erhält man, wenn man vom 
Augenblick des plötzlichen Steigens bis zum nächsten Steigen abstoppt. Da 
infolge der Fahrt und der Fortpflanzung der Wellen die Einzelweile rasch passiert, 
so gelingt es selten, die Zeit für mehrere Wellen abzustoppen, weil man den 
Schaumfleck verliert. 
1) Thorade, Probleme der Wasserwellen, S, 22, 
Aun, d. Hydr. 8ew. IM Heft V.
	        
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