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Full text: 69, 1941

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1941. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben, 
Eggvrin, Jens. The Movements of a Cold Water Die Ausbreitung des kalten und salzarmen 
Front. Temperature Variations along tbe Nor- Wassers, baltischen Ursprungs, wird an einem 
wegian Coast based on Surface Thermograph besonders eindrucksvollen Beispiel verfolgt. Die 
Records, Fiskeridirektoratets Skrifter. Serie schweren SO-Stürme Ende Januar und Anfang 
Harvundersokelser, Vol. VI. No. 5. 1940. 151 S, Februar 1937 trieben das leichte, aber kalte Wasser 
In den Jahren 1935 bis 1938 wurden an Bord ler Ostsee und Belisee weit nach Norden. Das 
zweier Küstendampfer, die regelmäßig zwischen Vorkandensein dieser Wasserart an der südnor- 
Bergen-—Oslo und Bergen—Kirkenes verkehrten, vegischen Küste begünstigte die Eisbildung, und die 
ziemlich lückenlose Temperaturregistrierungen der Temperatur der Meeresoberfläche zwischen Arendal 
Meeresoberfläche gewonnen, Dieses Beobachtungs- ınd Uslo sank auf — 1°C, an manchen Stellen 
material, das durch Serienmessungen an festen ;ogar noch tiefer. Der Transport lebender Fische 
»zeanographischen Stationen und durch die Be. iber See nach Oslo mußte für eine gewisse Zeit 
abachtungen einzelner Forschungsfahrten ergänzt ‚öllig eingestellt werden, nachdem am 14. bis 
werden konnte, bildet die Grundlage zu den vor- 15. Februar etwa 50000 kg lebender Kabeljau an 
jegenden Untersuchungen über dıe Temperatur- Bord eigens dazu bestimmter Transportschiffe er- 
rerhältnisse des Meeres an der norwegischen Küste ’roren waren. 
and deren Beziehungen zu den meteorologischen Die Ausbreitung dieses kalten Wassers an der 
Faktoren und den Strömungen. — Die jahreszeitliche :üdnorwegischen Küste Jäßt sich an Hand der 
Schwankung der Temperatur der obersten Wasser- L’emperaturregistrierungen sehr genau verfolgen. 
schicht wird für 25 Beobachtungsorte zwischen Oslo Der Verf, hat den Zeitpunkt des Durchganges der 
and Kirkenes diskutiert und mit dem Jahresgang ‚Kaltwasserfront“ für mehrere Küstenpunkte in 
der Lufttemperatur verglichen, Wie im Jahres- viner Tabelle zusammengestellt. Einige dieser Daten 
yang der Wassertemperatur, so bestehen auch im seien hier wiedergegeben: Am 1. Februar erreichte 
Jahresgang der Temperaturdifferenz Wasser — Luft lie Front Ferder (am Eingang des Oslofjordes), 
große Unterschiede zwischen der nord- und süd- ım 13. Februar 21 Uhr Lindesnes, am 20. Februar 
norwegischen Küste, An der Nordküste ist das 5 Uhr Jaerens Rev und am 19, März 15 Uhr 25 Min. 
Wasser z. B. im Februar 9.2°, an der Südküste Rundö. Die Geschwindigkeit, mit der sich das 
aber nur 3.5° wärmer als die Luft. Diese Gegen- altische Wasser ausbreitete, ist für die einzelnen 
zätze finden ihre Erklärung in der verschiedenen KXüstenabschnitte sehr verschieden und lag zwischen 
Stabilität der obersten Wassermassen. Selbst der 13 und 26 em/sec; im Mittel betrug sie 19.4 cm/sec. 
strengste Winter vermag nicht die sehr stabil ge ‚ie vertikale Mächtigkeit der salzarmen und kalten 
lagerten Wassermassen im Kattegat und Skagerrak Iberschicht schwankte zwischen 25 und 50 m. 
ron der Oberfläche her so stark abzukühlen, daß Zum Schluß weist der Verf, darauf bin, daß 
eine intensive Vermischung mit dem wärmeren man durchaus imstande ist, das Vordringen einer 
Wasser tieferer Schichten stattfinden kann. Die jolchen kalten Wassermasse rechtzeitig zu erkennen 
Folge davon ist, daß die Oberflächentemperatur ınd genau zu verfolgen, Das Fiskeridirektorat ist 
jes Meeres an der Südküste Norwegens bedeutend in Zukunft bereit, „Temperaturprognosen“ für das 
stärkeren jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt Wasser an der norwegischen Süd- und Südwest- 
and viel mehr dem jährlichen Gang der Luft- küste zu geben, die nicht nur für die Schiffahrt, 
temperatur folgt, als es an der Nordküste der Fall ;ondern besonders für die Fischerei von großem 
ist. Andererseits ist es nur der geringen Stabilität Nutzen sein werden. Gerhard Neumann. 
der Wasserschichten an der Küste von Finnmarken 
and der bei Abkühlung an der Oberfläche sofort 
pinsetzenden Konvektion zu verdanken, daß die 
Temperatur der Meeresoberfläche auch im Winter 
zo hoch bleibt, Wäre dies nicht der Fall, dann 
würden dort die küstennahen Gewässer während 
der größten Zeit des Jahres mit Eis bedeckt sein 
and die besonders ertragreiche und lebenswichtige 
Winterfischerei unmöglich, 
An der Südküste, und zwar besonders an der 
glatten und fjordlosen Küste zwischen Jaeren und 
Lindesnes werden sehr häufig plötzliche Tempe 
ratursprünge beobachtet, die vor allem bei ablan 
digem Wind auftreten und als Auftriebserschei 
nungen gedeutet werden können. So fiel z. B. beı 
mäßigem bis stürmischem Nordwind vom 24, bis 
29. Juni 1936 an der Küste bei Jaeren die Tem. 
peratur des Oberflächenwassers von 17.4 auf 8.0° 
Auch bei den unperiodischen Schwankungen zeigi 
sich, daß die Einwirkung der meteorologischen 
Faktoren wie Bewölkung (Strahlung), Lufttempe- 
ratur und Wind auf die Oberflächentemperatur 
des Wassers am größten an der Südküste ist und 
nach N bzw. NO immer geringer wird. Eine 
Ausnahme bilden nur die Fjorde, denen viel 
Frischwasser zugeführt wird, wodurch sich die 
Sen der obersten Wasserschichten bedeutend 
erhöht. 
Wissenschaftliche Ergebnisse der Deutschen Grön- 
land-Expedition Alfred Wegener 1929 und 1930/31, 
herausgegb. i, Auftr. d. Notgem. d, Dtsch, Wis- 
sensch, v. Kurt Wegener. Bd. V, Geodäsie 
v. Prof. Dr. Karl Weiken (mit einem Nach- 
trag zu Bd. IV/2 v. Dr. Rupert Holzapfel) 
and Bd, VII, Zusammenfassung der wissenschaft- 
lichen Ergebnisse v, Prof. Dr. Kurt Wegener. 
Verlag v. F. A. Brockhaus, Leipzig 1940, 
Mit diesen beiden, in einer Ausgabe vereinigten 
Bänden von je etwa SO Seiten Umfang wird die 
Veröffentlichung der wissenschaftlichen Ergebnisse 
der Grönland-Expedition Alfred Wegeners ab- 
geschlossen, 
Band V enthält zwei Beiträge von Karl 
Weiken: Die geographischen Ortsbestim- 
mungen und Schwerkraftmessungen mit 
Pendeln, sowie als dritten Beitrag KR. Holz- 
ıpfels Ergebnisse der Registrierung der 
Windgeschwindigkeit an der Weststation. 
Die geodätischen Arbeiten der Expedition konnten 
Allerdings noch nicht vollständig ausgewertet wer- 
den, da der Bearbeiter Weiken vordringliche Ar- 
weiten für das Reichsbohrprogramm und den Vier- 
ahresplan zu erledigen hatte; ibre endgültigen 
Ergebnisse werden einer späteren gesonderten Ver- 
öffentlichung vorbehalten.
	        
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