Schachinger, E.; Die Temperaturkorrektion von Aneroiddosen neuerer Bauart. 125
auf die thermische Empfindlichkeit der Dose allein. Nach dem Einbau der Dose
in ein aerologisches Meßgerät wird daher die Konstante A mehr oder weniger
stark von ihrem ursprünglichen Wert abweichen. Sie wird daher bei jeder
Eichung des Registrierballonmeteorographen aus AB. neu bestimmt, Um nicht
bei jeder Eichung eine quadratische Gleichung lösen zu müssen, gilt für A
folgende Formel: 1 1 BI
Infolge des Bestehens der Beziehung pp, A ändert sich mithin auch der
Kompensationsdruck p„., Der Meteorograph ist somit bei einem anderen Druck
temperaturunempfindlich als ursprünglich als Kompensationsdruck für die Dose
allein gefunden wurde, Aus einer Reihe von Messungen wurde gefunden, daß
ein aerologisches Meßgerät aus Aluminium bei Verwendung der untersuchten
Dosen bei 250 bis 300 mb temperaturunempfindlich ist. Der genaue Wert
schwankt bei den Registrierballonmeteorographen wegen der verschiedenen Länge
des Gelenkstückes aus Neusilber.
Ich möchte nun noch die Temperaturkorrektion für Radiosonden (Modell
Lang) bzw, für Peilsender besprechen, Bei beiden Apparaten ist die Druckdose
in ein Gestell aus Aluminium eingebaut, so daß die eben besprochene Erscheinung
in derselben Weise auftritt, Der Kompensationsdruck liegt wieder nach dem
Einbau der Dose in einem Träger aus Aluminium bei 250 mb. Dabei sind bei
der Radiosonde die Verbindungsgelenke von der Dose zur Anzeigefeder gleich
lang, so daß für alle Modelle mit einem Dosenträger aus Aluminium dieselbe
Temperaturkorrektion angewendet werden darf.
Die Temperatur der Druckdose selbst kann allerdings während einer
Messung nicht exakt bestimmt werden. Die Dose ist in eine Zelluloidhülle ein-
gebaut und wird daher nicht in gleicher Weise wie das Bimetall ventiliert.
R. Pfau hat innerhalb der Untersuchungen der Abteilung IIIC des RfW Messungen
der Innentemperatur bei Radiosondenaufstiegen angestellt, Dabei hat er folgende
(Tabelle 3) mittlere Temperaturabnahme gefunden:
Tabelle 3,
Innentemperatur Höhe
im Gehäuse © m
) 8000
9.000
10.000
11.000
12 000
13.000
H 000
15 000
L8 000
a
0
500
3000
2000
3000
4000
5000 —
5000 — 9
7000 — 14.0 .
Daß sich die Temperatur oberhalb der Siratosphärengrenze nicht allmählich
der aktuellen Temperatur angleicht, ist dadurch zu erklären, daß sich im
geschlossenen Teil der Radiosonde ein Strahlungsgleichgewicht einstellt,
Ich habe unter der Voraussetzung einer mittleren Eichtemperatur von
+20° die Temperaturdifferenz für die einzelnen Hauptmillibarflächen und
daraus die zugehörige Druckkorrektion der Dose in Tabelle 4 zusammengestellt,
Tabelle 4,
(A—ap) (A—«ap?
Innentemperatur
im Gehäuse ©
21.0
28.4
— 36.7
— 435
— 47.0
—468
— 46,3
— 463
— 46.4
Druck
mb
LO00
300
Are)
(A—ap) Druckkorrektion
— (A — ap) mb
+ 0.12 — 0.46
+ 0.09 — 038
06 — 031
+ 0.04 —124
++ 0.03 — (19
+001 —0.12
+ 0.00 — 0.06
+ 0.00 — 0.02
+0.00 +0,03
+ 0.01 + 0.06
10.0 —0.46
10,5 —041
‘50 — 0.37
25 —032
17.0 — 0.28
240 023
34.0 —0.18
48.0 — 0.14
63.0 —009
68.0 — 005
— 0.34
— 0.29
— 0.25
— 0.20
— 0.16
—011
— 0,06
— 0.02
+ 0.03
+ 0.07
4.
*
}
.
204
200
10%}
Ks