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Full text: 69, 1941

Meißner, O.: Über die 10jährige Temperaturperiode usw, 121 
zeigt, wo unter I das erste, unter II das zweite Jahrfünftemittel des vorge- 
schriebenen Jahrzehntes steht. 
Von den 14 Differenzen I—II sind nur drei negativ, d. h. fast immer war 
der Temperaturabfall in der ersten Hälfte der Periode größer als in der zweiten. 
Das kann man kaum auf bloßen „Zufall“ schieben; es zeigt aber dieses verhältnis- 
mäßig deutliche Hervortreten einer 10-Jahresperiode gegenüber den Unter- 
suchungen der früheren Paragraphen, daß man sowohl in der Annahme wie der 
Ablehnung solcher Periodizitäten sehr vorsichtig sein muß, 
Die Werte I+I1I sind in der ersten Hälfte der Tab. 6 bedeutend, um volle 2°, 
höher als in der zweiten, Auch bei I—II ist das sehr ausgesprochen. Es be- 
deutet, wie ich a. a. O, ebenfalls gezeigt habe, daß die „Kontinentalität“ des 
Berliner Klimas um 1800 größer gewesen ist als in späteren Jahrzehnten; daß 
sie jetzt aber wieder zunimmt, scheint mir erwiesen, wenn wir offenbar auch 
erst im Anfang einer solchen „Klimaperiode“ stehen, 
Die Temperaturkorrektion von Aneroiddosen neuerer Bauart. 
Von Erich Schachinger, Reichsamt für Wetterdienst, Berlin. 
Zusammenfassung: Es wird die Temperaturkorrektionsformel für Aneroiddosen neuerer Bauart 
empirisch bestimmt: 
öp=— AT[(A —ap)— (A — a p)7l. 
Der Wert für a = 0.000466, für A in dem verwendeten Prüfgerät aus Indilatans 0,202., Es wird ein 
Schema für die Temperaturkorrektion der Druckregistrierung bei Radiosonden und Peilsendern 
aufgestellt. 
Einleitung. 
Fast in sämtliche aerologische Meßgeräte sind in der letzten Zeit aus- 
schließlich die aluminiumfarbig gespritzten Aneroiddosen der Firma R. Fueß 
als Druckmeßinstrument eingebaut. Die Dosen für Hochaufstiege sind als Doppel- 
dosen ausgebildet und bei 260 bis 400 mb temperaturunempfindlich, 
In der vorliegenden Arbeit werden diese neueren Aneroiddosen, wie sie in 
den Registrierballonmeteorographen, Radiosonden und Peilsendern Verwendung 
finden, auf ihr Verhalten bei Temperaturänderungen näher untersucht. 
Bei einem großen Teil der Eichungen der Registrierballonmeteorographen 
für die internationalen Aufstiege im August 1939 in Lindenberg hat sich gezeigt, 
daß bei Anwendung der Kleinschmidtschen Formel!) zur Bestimmung der 
Temperaturkorrektion der eingebauten Druckdosen, gerade bei den Apparaten 
mit aluminiumfarbig gespritzten Druckdosen, der Wert A negativ wurde. 
[(6öp=4T (A—«&p) . 
öp == Druckdifferenz bei der Temperaturdifferenz 4 T, 
A =— Konstante; muß für jede Dose’in jedem Meßapparat gesondert 
bestimmt werden, 
die jeder Dosenart eigene Konstante, 
== herrschender Druck, 
— 0.000 46 Burdonröhre, 
& =0.000 28 Vididose, Kleinschmidt.] 
Bei den üblichen Größen der konstanten Glieder schien somit die genannte 
Formel den veränderten Verhältnissen der neueren Druckdosen nicht mehr 
streng gerecht zu werden. Im Hinblick auf die vielfache Verwendung dieser 
Druckdosen erschien eine neue genaue Untersuchung ihrer Temperaturkorrektion 
gerechtfertigt. Die Untersuchungen wurden teilweise am Aeronautischen Obser- 
vatorium in Lindenberg, teilweise in den Laboratoriumsräumen des Reichsamts 
für Wetterdienst selbst durchgeführt. 
Meßapparat. 
Als Prüfgerät wurde ein Meßapparat ähnlich einem Rußmeteorographen aus 
Indilatans hergestellt. Dieses Metall wird von der Firma C, Kubier in 
1) Beitr. z, Phys. d. fr. Atmosph. Bd. 14, 1928, 183, Beitr. z. Phys. d. fr, Atmosph. Bd, 1, 1904, 
108, 208. Zitschr. £. Instrumentenkunde, 1890, 429.
	        
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