accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 69, 1941

Wegener, K.: Die Tropopause in Europa, 
115 
könnte das auch bei einer schnellen Höhenänderung auf engem Gebiet der 
Fall sein, wenn die Luft keine Zeit hat, seitwärts abzufließen. 
8. Nur zur Zeit der Hebung der Atmosphäre wächst der Luftdruck in der 
Tropopause ein wenig, weil sonst keine Hebung stattfinden könnte (Vormittag, 
Frühjahr); zur Zeit der Senkung (Abend, Herbst) fällt der Luftdruck entsprechend. 
4. Wird die Stratosphäre nur über einer beschränkten Fläche gehoben (etwa 
auf dem schmalen Hochdruckrücken zwischen zwei benachbarten Tiefdruck- 
gebieten — in diesem Fall werden extreme Verhältnisse erreicht), so fließt die 
Stratosphärenluft ab in die Mulden, die über den Tiefdruckgebieten liegen, so 
daß der Druck am Boden der Stratosphäre über dem Rücken, und damit die 
Temperatur ebenfalls, sinkt. In diesen Fällen erhalten wir auf den Hochdruck- 
rücken in unseren Breiten, wo die Wintertemperatur, wie unsere Liste zeigt, mit 
kaum — 60° nur wenig tiefer liegt als die Sommertemperatur, die tiefste Tem- 
peratur in der Stratosphäre, und die Temperatur der untersten Teile der Strato- 
sphäre stimmt dann überein mit der Temperatur der Tropopause, d, h. der Tem- 
peratur der Oberfläche der Troposphäre. 
5. Über den Tiefdruckgebieten fließt in der Tropopausenmulde die Luft zusam- 
men, der Druck ist hier erhöht, und hier finden wir die Höchsttemperaturen der 
Stratosphäre, Aber sie gehen am Boden der Stratosphäre mit einer mehr oder 
minder mächtigen Inversion zur Temperatur der Tropopause über. Die Tem- 
peratur der Tropopause ist also hier nicht charakteristisch für die Temperatur 
der Stratosphäre, 
6. Wenn über Abisko die Temperatur in 18 gkm Höhe im Winter — 69° C, 
im Sommer — 38° C beträgt, in unseren Breiten aber im Sommer und Winter 
rund — 55° C, so kann in der Stratosphäre eine selbständige Zirkulation vor- 
handen sein, die im Sommer die untersten Schichten der Stratosphäre zwischen 
Abisko und unseren Breiten nach Norden, im Winter nach Süden in Bewegung 
setzt. Nach den Erfahrungen über bewegliche Tiefdruckgebiete der Troposphäre 
sollten die so sich bildenden Tiefdruckgebiete der Stratosphäre im Sommer nach 
Westen, im Winter nach Osten abrollen. Die Untersuchung dieser Vorgänge in 
der unteren Stratosphäre ist schwieriger als die der troposphärischen Tiefdruck- 
gebiete, Bei den letzteren stören die Gebirge, schon wegen der Schwierigkeit 
der Höhenreduktion der Beobachtungen. Bei ersteren aber handelt es sich um 
bewegliche Gebirge der Tropopause(!), wenn diese auch niedriger sind als die 
Gebirge der Erdoberfläche, | 
Prüfen wir nun diese gewissermaßen apriorischen Ergebnisse an den Be- 
obachtungswerten nach, die in Monatsmittelwerten der Tropopausenhöhe zahlen- 
mäßig dargestellt sind (Tab, 3). 
Tabelle 3. Mittlere Höhe der Tropopause in geodyn. Kilometern. 
7 — m — 
LO aa bay Li vaL ya] ax.) x. 7 x | xaL 
Abisko...... 8,8, | 94 10.0° 9.28 9.68 9,36 
Köln.......] 96 | 086° 104!104 105 118 
Warschau ..| 9.4 | 9.7 1289| 96 10.7 ı 107 
Trappes ....j 10.7 (12.30!'] 30.2 | 10.2 {10.1 } 11.0; 
Lindenberg .| 10.1 | 10.2 | 9686| 96 101 104 
(1910—1916) 
Köln.......4 212 8 
Warschau ..| 10 15 
Trappes ....! 25 26 
7162 31075 10,5 
); 3 114 
37 | - — 
1L1 | — !122 
06 107 108 
3° ar 
10.59 
; 11.4 
(3) 9.9 
12,5 | 11.7 
109 | 104 
9.2 
10.1 
9.4 
10.9, 
9.3 
Die Zahl der Beobachtungen vdefru),: 
| 3 | 11 9 | 8 711281 9 | 9 di 
18 | aa 6 | — | © 5 | 7 
28 22 | 28 28 m = | a 15 | 24 29 
— —— DL Ct 
Der Februarwert für Trappes ist kaum glaubhaft. Man kann sich doch 
wohl kaum vorstellen, daß auf wenige hundert Kilometer Entfernung zwischen 
Trappes und Köln im Monatsmittel ein Höhengefälle der Tropopause um rund 
2 km existiert, während sonst die Beobachtungsreihen gut in sich übereinstimmen. 
Die Quelle des Fehlers können wir hier nicht untersuchen. 
Die Zahlen zeigen zunächst deutlich eine schon länger bekannte Erscheinung: 
die Tropopause liegt über Abisko in 68*/,° N-Breite um rund 1000 m tiefer als
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.