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Full text: 69, 1941

Portig, W.: Meteorologische Beobachtungen in Bathurst (Westafrika). 113 
haupt besteht, ist sie jedenfalls sehr undeutlich, d. h. durch irgendwelche anderen 
Einflüsse weitgehend überlagert. Dagegen besteht eindeutig kein Zusammen- 
hang zwischen der absoluten Höhe des Luftdrucks und seiner Tagesperiode. 
Abschließend sollen die Luftdruckbeobachtungen von Bathurst mit denen 
von Port Etienne (20.9° N, 17.0° W) verglichen werden, so, wie sie dem funken- 
telegraphisch aufgenommenen „Meteo Dakar“ entnommen wurden. Die Perioden- 
analyse der Luftdruckwerte dieser nördlicheren Station führt nicht zu einem 
eindeutigen Ergebnis wie Abb, 4 zeigt. 
Die Maxima (die in Abb. 4 ebenso wie in Abb. 3 durch eine dick ausgezogene 
Kurve dargestellt sind) ergeben eine schwach ausgeprägte 5- und eine 10tägige 
Periode, die Minima eine 4- und eine 8tägige, beide gemeinsam eine 8- bis 10tägige. 
Soweit deutliche Extreme vorhanden sind, erfolgen sie in Port Etienne gleich- 
zeitig oder 1 bis 2 Tage später als in Bathurst. Die Differenz zwischen den 
Luftdruckwerten von Port Etienne und denen von Bathurst schwankt am wenigsten 
um ihren Mittelwert, wenn man nicht die gleichzeitigen Beobachtungen vergleicht, 
sondern die Werte um 2 Tage gegeneinander verschiebt, derart, daß die Bathurster 
Werte früher liegen. Bei einer Verschiebung um 1 bis 2 Tage wird auch der 
Korrelationskoeffizient zwischen den Luftdruckwerten beider Stationen am größten. 
Es ist demnach zu vermuten, daß die 4tägige Periode im Wettergeschehen 
ihren Ursprung im tropischen Afrika hat und von dort aus versucht, sich nach 
Norden auszubreiten, was aber nicht immer gelingt. Bei dieser Gelegenheit sei 
angemerkt, daß ich diese Periodizität bei meinem Aufenthalt im tropischen Süd- 
amerika (Fernando Noronha, Pernambuco, Natal) nicht festgestellt habe. 
Die Tropopause In Europa. 
Von Kurt Wegener, Graz. 
Als Tropopause bezeichnet man die Oberfläche der Troposphäre, derjenigen 
Luftschicht, in der sich die Wettervorgänge abspielen, d. h. Wolken und Nieder- 
schlag sich bilden, und Luftmassen auf- und niedersteigen. In der Tropopause 
liegt über uns nur noch !/,, unter uns */, der Masse der Atmosphäre, Die Luft- 
massen oberhalb der Tropopause bilden die Stratosphäre, ; 
Das Kennzeichen der Tropopause wird durch die Temperatur geliefert, die 
in den obersten Schichten der Troposphäre infolge vertikalen Luftaustausches 
stark mit der Höhe abnimmt, in der Stratosphäre dagegen (Strahlungsgleichgewicht) 
sich praktisch nicht mit der Höhe ändert. Die Tropopause ist demnach die 
Höhe, in der die niedrigste Temperatur der Troposphäre erreicht wird. 
Daß die Tropopause nicht eben ist, sondern bewegliche Hügel und Mulden 
aufweist von einer Höhenerstreckung um + 1000 m, zeigte sich schon aus den 
ersten Ballonsonde-Aufstiegen. Ebenso ergab der Vergleich mit der Wetterkarte 
sehr bald, daß die Tropopause am höchsten über Hochdruck-, am tiefsten über 
Tiefdruckgebieten liegt. 
Versuchen wir nun, die Erfahrung über die Höhenlage der Tropopause 
über Hochdruck- und Tiefdruckgebieten nach der allgemeinen Methode der Me- 
teorologie auf mittlere Zustände zu übertragen, so machen wir eine merkwürdige 
Entdeckung. Es liegt zweifellos im Nordwinter im Mittelwert ein ausgeprägtes 
Hochdruckgebiet über Asien bis nach Europa, und im Nordsommer ein ebenso 
ausgeprägtes Tiefdruckgebiet. Man sollte also erwarten, daß in Europa am Rande 
des asiatischen Hochs im Winter die Tropopause in größerer Höhe beobachtet 
wird als im Sommer, 
Die beigefügte Liste (8, Tab. 1, S. 114) zeigt, daß im Gegenteil in Eu- 
ropa und dem europäischen Rußland die Tropopause im Winter tiefer 
liegt als im Sommer. Dieses Ergebnis hatte bereits Hergesell auf Grund der 
Registrierungen in Lindenberg gefunden. Wir können es jetzt verallgemeinern, 
Unsere Liste wurde gewonnen aus den wertvollen täglichen Wetterkarten der 
Deutschen Seewarte, Hamburg, die die funkentelegraphisch übermittelten Radio- 
sonde-Beobachtungen wiedergeben; die Wetterkarten reichen bis zum Juli 1939 
einschließlich, Der Anfang der statistischen Reihe ist dadurch gegeben, daß. erst 
Ann. d. Hydr. usw. 1941, Heft 1V.
	        
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