Portig, W.: Meteorologische Beobachtungen in Bathurst (Westafrika). 113
haupt besteht, ist sie jedenfalls sehr undeutlich, d. h. durch irgendwelche anderen
Einflüsse weitgehend überlagert. Dagegen besteht eindeutig kein Zusammen-
hang zwischen der absoluten Höhe des Luftdrucks und seiner Tagesperiode.
Abschließend sollen die Luftdruckbeobachtungen von Bathurst mit denen
von Port Etienne (20.9° N, 17.0° W) verglichen werden, so, wie sie dem funken-
telegraphisch aufgenommenen „Meteo Dakar“ entnommen wurden. Die Perioden-
analyse der Luftdruckwerte dieser nördlicheren Station führt nicht zu einem
eindeutigen Ergebnis wie Abb, 4 zeigt.
Die Maxima (die in Abb. 4 ebenso wie in Abb. 3 durch eine dick ausgezogene
Kurve dargestellt sind) ergeben eine schwach ausgeprägte 5- und eine 10tägige
Periode, die Minima eine 4- und eine 8tägige, beide gemeinsam eine 8- bis 10tägige.
Soweit deutliche Extreme vorhanden sind, erfolgen sie in Port Etienne gleich-
zeitig oder 1 bis 2 Tage später als in Bathurst. Die Differenz zwischen den
Luftdruckwerten von Port Etienne und denen von Bathurst schwankt am wenigsten
um ihren Mittelwert, wenn man nicht die gleichzeitigen Beobachtungen vergleicht,
sondern die Werte um 2 Tage gegeneinander verschiebt, derart, daß die Bathurster
Werte früher liegen. Bei einer Verschiebung um 1 bis 2 Tage wird auch der
Korrelationskoeffizient zwischen den Luftdruckwerten beider Stationen am größten.
Es ist demnach zu vermuten, daß die 4tägige Periode im Wettergeschehen
ihren Ursprung im tropischen Afrika hat und von dort aus versucht, sich nach
Norden auszubreiten, was aber nicht immer gelingt. Bei dieser Gelegenheit sei
angemerkt, daß ich diese Periodizität bei meinem Aufenthalt im tropischen Süd-
amerika (Fernando Noronha, Pernambuco, Natal) nicht festgestellt habe.
Die Tropopause In Europa.
Von Kurt Wegener, Graz.
Als Tropopause bezeichnet man die Oberfläche der Troposphäre, derjenigen
Luftschicht, in der sich die Wettervorgänge abspielen, d. h. Wolken und Nieder-
schlag sich bilden, und Luftmassen auf- und niedersteigen. In der Tropopause
liegt über uns nur noch !/,, unter uns */, der Masse der Atmosphäre, Die Luft-
massen oberhalb der Tropopause bilden die Stratosphäre, ;
Das Kennzeichen der Tropopause wird durch die Temperatur geliefert, die
in den obersten Schichten der Troposphäre infolge vertikalen Luftaustausches
stark mit der Höhe abnimmt, in der Stratosphäre dagegen (Strahlungsgleichgewicht)
sich praktisch nicht mit der Höhe ändert. Die Tropopause ist demnach die
Höhe, in der die niedrigste Temperatur der Troposphäre erreicht wird.
Daß die Tropopause nicht eben ist, sondern bewegliche Hügel und Mulden
aufweist von einer Höhenerstreckung um + 1000 m, zeigte sich schon aus den
ersten Ballonsonde-Aufstiegen. Ebenso ergab der Vergleich mit der Wetterkarte
sehr bald, daß die Tropopause am höchsten über Hochdruck-, am tiefsten über
Tiefdruckgebieten liegt.
Versuchen wir nun, die Erfahrung über die Höhenlage der Tropopause
über Hochdruck- und Tiefdruckgebieten nach der allgemeinen Methode der Me-
teorologie auf mittlere Zustände zu übertragen, so machen wir eine merkwürdige
Entdeckung. Es liegt zweifellos im Nordwinter im Mittelwert ein ausgeprägtes
Hochdruckgebiet über Asien bis nach Europa, und im Nordsommer ein ebenso
ausgeprägtes Tiefdruckgebiet. Man sollte also erwarten, daß in Europa am Rande
des asiatischen Hochs im Winter die Tropopause in größerer Höhe beobachtet
wird als im Sommer,
Die beigefügte Liste (8, Tab. 1, S. 114) zeigt, daß im Gegenteil in Eu-
ropa und dem europäischen Rußland die Tropopause im Winter tiefer
liegt als im Sommer. Dieses Ergebnis hatte bereits Hergesell auf Grund der
Registrierungen in Lindenberg gefunden. Wir können es jetzt verallgemeinern,
Unsere Liste wurde gewonnen aus den wertvollen täglichen Wetterkarten der
Deutschen Seewarte, Hamburg, die die funkentelegraphisch übermittelten Radio-
sonde-Beobachtungen wiedergeben; die Wetterkarten reichen bis zum Juli 1939
einschließlich, Der Anfang der statistischen Reihe ist dadurch gegeben, daß. erst
Ann. d. Hydr. usw. 1941, Heft 1V.