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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 69 (1941)

Prüfer, G.: Funkortung in hohen Breiten (Eigenpeilung). 
10” 
die Gleichungen 
sin pc0s w c08 2 
| = Ainfgeost A 4 sinzi Und 
wm Opeinh 
sin® gg cost A -+ sm} A 
eliminiert und unter Beachtung, daß 
Wr OP jet, 
sin? 7 cos? A + sin? A ) 
die Azimutgleiche für k=—= 0 
cotg a secg = — tg. m colg 2 +} zur vcosec £ mit 
cos? g sin £ multipliziert und auf diese Weise 
(7) Veolga = u — gut + v9) oder nach Umformung 
(8) {u — 4 cotg w,* 4 (y + } cotg a cotg w)* = (} cotg w cosec a)? 
erhält. Die Linien g = const und £= const, die sich aus (6a) Ieicht herleiten 
lassen, werden zu 
9) {u9 -L v3 5 + Da und 
' tg*p | sec 
(10) (ur ers AL 
sin?i cos?Ä" 
Boothschen Lemniskaten elliptischer bzw, hyperbolischer Art. Bekanntlich läßt 
sich die Boothsche Lemniskate EEE La 
Da A a 
{x8 4 85 { er Da 
3 A 
als Fußpunktskurve eines Kegelschnittes Er = 1 mit demselben Mittelpunkt 
und in bezug auf diesen Mittelpunkt darstellen, Man erhält dann nämlich 
(x2 + y2l = a*x? 4 Py® mit «= r*/a und 8 =r*/b. Man hätte also (9) und (10) 
unmittelbar aus (2) und (3) herleiten können, 
Der Mittelpunkt der Azimutgleiche liegt, wie (8) erkennen läßt, auf der Mittel- 
senkrechten zwischen der auf dem Nullmeridian in ihrer Breite bezeichneten 
Funkbake und dem Pol, Da die Azimutgleiche durch die Funkbake selbst geht, 
so geht sie auch durch den Pol und ist mit Hilfe des beobachteten Azimutes 
leicht zu konstruieren. Dieses Netz wurde daher auch bereits 1932 von H. Maurer 
für die Funkortung bei Polarexpeditionen empfohlen (Marine-Luftflotten-Rund- 
schau 1932), In seiner fundamentalen Arbeit über „Winkeltreue Kartennetze“ 
behandelt es A, Wedemeyer vom elementar-mathematischen Standpunkte aus 
(Arch, d, Deutschen Seewarte Bd, 55, Nr. 2, Berlin 1936). 
Zur Zeit wird dieses Netz von der Deutschen Seewarte als Funkortungskarte 
für hohe Breiten (zur Eigenpeilung) herausgegeben (s. Abb, 1, S. 108) und zur 
Auswertung der Funkpeilungen dasjenige Verfahren benutzt, das A, Klose in der 
oben genannten Arbeit für das Weirsche Diagramm vorgeschlagen hat. Es 
muß daher gezeigt werden, daß dieses Auswertungsverfahren auch für das vor- 
liegende Netz Gültigkeit hat, d.h. daß der Fehler innerhalb der von der Praxis 
zu fordernden Genauigkeitsgrenzen bleibt. Es sei daher zunächst auf die Methode 
der Auswertung selbst kurz eingegangen. Die Funkbaken werden in ihren Breiten 
auf dem Nullmeridian der Karte eingetragen und die Mittelpunkte der zuge- 
hörigen Azimutgleichen (Kreise) in der aus der Planimetrie bekannten Weise 
konstruiert, (Der Winkel Funkazimut + 90°, -- wenn das Azimut westlich, — wenn 
östlich, wird von ‚der Funkbake aus, sein Supplement vom Pol aus am Null- 
meridian abgetragen. Der Schnittpunkt der freien Schenkel ist der Kreismittel- 
punkt.) Man’zeichnet dann von den Kreisen nur etwa Stücke von 2 bis 3 Breiten- 
graden, welche die Breite des gegißten Schiffsortes einschließen. Alsdann hält 
man eine der Azimutgleichen fest und verschiebt die anderen punktweise um 
die Differenz der Längen ihrer Funkbaken gegen die Länge der festgehaltenen 
Azimutgleiche, (Unter einer punktweisen Verschiebung einer Kurve versteht 
man folgendes; Jede Kurve besteht aus einer Menge von unendlich vielen Punkten, 
Jeder dieser Punkte ist um den Betrag 9 = 0, Ä4=A42 zu verschieben.) In 
diesem Falle genügt es, von jeder Azimutgleiche nur zwei Punkte zu verschieben, 
‘Ag
	        
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