Dr. Hans Müller-Annen: Singularitäten des Niederschlags in Nordwestdeutschland, 88
2. Analyse der Gütersloher und Lüneburger Reihe,
Die Gütersloher Originalreihe ist durch Linienzug (1) dargestellt, Die dabei
verwandten Werte wurden über 3 Tage gemittelt. Die neue Kurve n‘ (3) ist durch
Linienzug (6) dargestellt. Die beiden Reihen wurden zahlenmäßig voneinander
abgezogen zur Isolierung der Stägigen Welle, die jedoch nicht dargestellt ist.
Die Periode ergab sich zu 2,8 Tagen, doch zeigt das Häufigkeitsdiagramm ein
Überwiegen des Wellenabstandes von 2 Tagen gegenüber dem von 3 Tagen. Die
sonst gefundene 3tägige Welle (Preusche 3.3 Tage) scheint also noch durch
viele Zufallswerte in der Originalreihe überdeckt zu sein, so daß sie nicht sauber
isoliert erscheint,
Das Auszählen der Maxima der über 3 Tage gemittelten Kurve ergibt eine
weitere Periode von 5.3 Tagen, Es wurde nun über 7 Tage gemittelt. Die so
erhaltene Kurve ist aber nicht dargestellt, Nach Ermitteln der ?tägigen isolierten
Welle wurden die Maxima ausgezählt. Es ergab sich eine Periode von 4.8 Tagen,
Ein deutliches Maximum liegt bei 5 Tagen. Damit würde die Periode bei 5 Tagen
liegen. Defant ermittelte eine Welle von 5.7 Tagen,
Als mutmaßliche Welle nach der Anzahl der jetzt noch vorhandenen Maxima
ergibt sich ein Abstand von 12.6 Tagen. Es wird daher weiter über 13 Tage
gemittelt und die 13tägige Welle in bekannter Weise eliminiert. Die damit be-
rechnete Welle liegt bei 11,4 Tagen, das Häufigkeitsmaximum jedoch deutlich
bei 13, welche Welle auch erwartet wurde, Es liegt das daran, daß um 9 bis
10 Tage noch ein sekundäres Maximum liegt, das ebenfalls bei der Auszählung
der Wellenabstände bei der 7tägigen gemittelten Kurve auftrat. Somit scheint
auch eine 9tägige Welle aufzutreten. Eine solche Welle ist auch bereits von
Defant wahrscheinlich gemacht. Es ergab sich also in unserm Falle eine 9- und
eine fast 13tägige Welle. — Die 13tägig gemittelte Kurve ist durch (7), die isolierte
11tägige Welle durch Kurve (9) dargestellt,
Bei der Auszählung der Abstände der Maxima bei der über 13 Tage gemittelten
Kurve ergibt sich ein Maximum bei 24 Tagen, während die Anzahl der Maxima
zu einer 27tägigen Welle führt. Da aber darin noch höhere Wellen enthalten
sind und die Erfahrung zeigte, daß die bei der reinen Auszählung der Maxima
gefundenen Periodenzahlen zu hoch sind, wird eine 24tägige Periode sehr
wahrscheinlich vorhanden sein. Bei dieser Methode wird jedoch die gemittelte
Kurve bereits so flach, daß keine weitere Behandlung in dieser Weise gerecht-
fertigt ist.
Es ergaben sich also als isolierte Wellen Perioden von 2,8, 4,8, (9), 12 bis
13 und 24 Tagen, Diesen stehen gegenüber die Defantschen Wellen von 6, 9,
12 und 24 Tagen. Preusche fand dazu eine Welle von 83,3 Tagen. Für die
höheren Wellen fand er 6.3, 13, 24 Tage und Andeutungen einer 10tägigen Welle.
Es ist zunächt festzuhalten, daß sich aus dem langjährigen Material mit
gleicher Sicherheit nahezu dieselben Wellen ergeben wie sie von Defant und
Preusche für ein bestimmtes Jahr gefunden wurden. Es ist daher mit dem-
selben Recht von Wellenerscheinungen bei langjährigen, von Singularitäten durch-
setzten RKeihen zu sprechen. An späterer Stelle wird noch weiter in das Problem
eingedrungen, wobei auf die Methode der Wellenisolierung noch kurz ein-
gegangen wird,
Es sollen ohne weitere Erläuterungen die Ergebnisse der Wellenanalyse der
n’-Reihe von Lüneburg mitgeteilt werden, da der Rechenvorgang natürlich
derselbe war.
Aus dem Öriginalmaterial, dargestellt auf Kurve (8), ergibt sich bei Aus-
zählung der Maxima eine Periodenlänge von 3,3 Tagen, Die isolierte Welle beträgt
2.9 Tage bei einem Maximum des Wellenabstandes von 2 Tagen, Die Auszählung
der Maxima der Stägig-gemittelten Kurve ergibt 5.4 Tage, die isolierte Welle da-
gegen erhält als Periodenlänge 5 Tage (Kurve 10). Als mutmaßliche nächste
Weile wird 13.6 Tage ermittelt, während die isolierte Kurve P = 11.4 ergibt
(Kurve 11), Auch hier liegt das Maximum der Periodenlängen bei 13 und
10 Tagen. Die nächte Welle ergibt einen Wellenabstand von 24.4 Tagen.