Dr. Hans Müller-Annen: Singularitäten des Niederschlags in Nordwestdeutschland. 85
später liegt. Die Übereinstimmung der Maxima beträgt nun schon 46, bei
Toleranz um einen Tag 92, d. s. 84%. Infolgedessen ist die errechnete Korrelation
auch höher, r= 0.46. Als Monat mit schlechter Übereinstimmung kann man hier
nur den August bezeichnen. Alle. übrigen Monate sind mehr oder weniger gut
korreliert,
Die 46 übereinstimmenden Maxima in beiden Reihen fanden sich an folgenden
Tagen (Bezeichnung nach dem Datum für Gütersloh):
Sa,
Juli 6, 9, 16, 24, 30 5
August 1, 7, 14, 21. 30 5
September 7, 9, 14 3
Oktober 1, 12, 19, 23, 26, 28, 30
November 8, 12
Dezember 25. 28
Januar 3, 6, 9, 12, 16, 22, 25
Februar 11, 27
März 1, 10, 12, 20 /
April 4, 10, 12, 16, 21, 25 /
Mai 12, (17)
Juni 10, 17 _
zn
24 Sa. = 46
Diese aus der Gesamtmenge der Maxima herausgeholten 46 Werte kann man
mit gewissem Recht schon als Singularitäten ansehen, Da aber bei einer Korre-
lation von zwei Reihen nicht nur die Maxima eingehen, besteht auch hier zwischen
der Anzahl der Maxima in den einzelnen Monaten und dem Korrelationskoeffizient
des betr. Monats keine gute Übereinstimmung. Aus der Höhe der Koeffizienten
folgt, daß auch die übrigen Werte, insonderheit die Minima, gut übereinstimmen
müssen. Bei der Auszählung der Minima ergaben sich 51 übereinstimmende.
Bei einer Toleranz von einem Tag erhöhen sie sich auf 88.
Die 51 übereinstimmenden Minima lagen bei Gütersloh an folgenden Tagen:
Januar 5, 7, 10, 14, 21, 24, 26, 31 Juli 4, 8, 13,17
Februar 10, 28 ; August 2, 15, 24, 28
März 3, 11, 19, 23, 28 5 September 8, 12, 15, 20, 30
April 2, 7, 31, 19, 22, 28 6 Oktober 18, 22, 24, 29, 31
Mai 14, 22, 25 3 November 9, 18
Juni 5, 11, 16, 24, 27 5 Dezember 10, 17 2
29 22 Sa. =51
Nach Lage des ganzen Problems ist nicht zu erwarten, daß selbst diese
ausgewählten Extreme sämtlich als Singularitäten aufzufassen sind. Doch läßt
sich auf wahrscheinlichkeitstheoretischer Grundlage kein allgemeingültiges
Kriterium zur weiteren Isolierung der Singularitäten finden, es sei denn dies,
daß die Extreme besonders hohe Werte in beiden Reihen erreichen müssen.
Diese Forderung ist aber zu schematisch, denn es kann auch bei noch so gut
ausgebildeten Singularitäten nicht erwartet werden, daß die jeweiligen Extreme
an zwei Stationen auch nur annähernd gleichhohe Werte haben.
Weiter kann man durch Mittelbildung an die Ausschaltung von Zufalls-
werten denken. Dieser Weg soll weiter unten beschritten werden.
Zunächst sollen die eben angegebenen Daten mit den Tagen verglichen
werden, die Schmauß in seiner Arbeit über die Schwankungen der Nieder-
schlagsbereitschaft über West- und Mitteleuropa!) angibt. Schmauß behandelt
hier 20jährige Perioden von 55 Stationen von 1891—1910. Er weist zuvor nach,
daß die für München geltenden Singularitäten in der 20jährigen Reihe ebenso
ausgeprägt sind wie in der 45jährigen Standardreihe. Die Zeit von 1891 bis
1910 gehört nach unseren weiter oben gegebenen Überlegungen einer sog. Über-
gangszeit von einer kontinentalen zu einer ozeanischen Epoche an. Es ist an-
zunehmen, daß die Singularitäten dieser Übergangszeit auch in einem lang-
jährigen, gewissermaßen gemischten Material vorkommen, Daher läßt es sich
vertreten, die Singularitäten der 20jährigen Reihe mit unseren Daten zu ver-
gleichen.
In dem Kartenanhang der Schmaußschen Arbeit sind für 41 Singularitäten
Karten gezeichnet, die die Verlagerung der Niederschlagsbereitschaft zeigen.
Daraus ergeben sich für Nordwestdeutschland folgende Zeiten:
*) A. Schmauß, Schwankungen der Niederschlagsbereitschaft ,.. Bayr. Met. Jahrbuch,
1929, Teil B.
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