Schütte, K.: Über die Vorausberechnung der Auf- und Untergänge des Mondes usw. 78
Schließlich mag noch ein Beispiel folgen, welches den Übergang von einer
Breite zu einer andern am gleichen Tage zeigt.
4. Gegeben für g—= 30° N Mond-Auf- und -Untergang am 10. Mai 1940. Gesucht
der Auf- und Untergang am gleichen Tage für die Breite 40° N.
Aufgang Untergang
g=30°N 7h 32m p=30°N 21h 30m
19= 10° —Kıdp=— 20 A +Kılp= -L20
$=-+18.6° Neuer Wert: 7b 12m fürg=40°N 1? = 18.3° Neuer Wert: 21b 50m fürg=40° N
KK) = 2.03 Jahrbuch: 7 10 P K')= 2.03 Jahrbuch: 21 51 f
Fehler: — 2m Fehler: + 1m
7. Weitere Annäherung.
Ohne Mehraufwand kann man die Annäherung noch etwas weiter treiben.
Wenn nämlich das 2, Glied positiv oder Null ist, wird der Unterschied z, B. der
Aufgänge von einem Tag zum andern merklich größer als 24 Stunden; in diesem
Falle ist es zweckmäßig, die Änderungen Aa, 460 aus dem Jahrbuch nicht die
Werte für 24 Stunden, sondern die für 25 Stunden (wie sie z. B. aus dem Nau-
tischen Jahrbuch ohne Mühe zu entnehmen sind) zu verwenden und gleich in
die Näherung einzusetzen, Wann dies zu geschehen hat, geht aus der Formel (11)
hervor oder besser noch aus der folgenden Hogel:
W—————— Bei den beiden mit -} bezeichneten
Vorzeichen des Gliedes K + A 6] Fällen sind die Änderungen für 25 Stunden
Aufgang | Untergang | zu nehmen, Berücksichtigt man dies
a ”r in den oben angeführten Beispielen, so
= | + gelten die in Klammern beigefügten
Zahlen; man erkennt, daß die Annäherung
Beispielen kein Fehler von mehr als 2m
itiv
4 64 Regatir |
noch bedeutend besser wird und in den
vorkommt. .
8. Sonderfall: AT <O0.
Dies kann nur eintreten, wenn K-46ö negativ und absolut größer als 4 « — 4m
wird. Da 46 eine feste Grenze (etwa 7!/,°) nicht überschreiten kann, muß zu-
zleich auch K groß sein. Wenn in diesem Falle die beiden Glieder sich aufheben,
wird der Auf- bzw. Untergang von einem Tag zum nächsten konstant bleiben.
Überwiegt das negative Glied K-46ö, so kann sogar eine Verfrühung des Auf-
yanges eintreten. Wie aus den Tabellen hervorgeht, erreicht K (46) bei jeder
möglichen Deklination große Werte, aber 40 kann nur in der Nähe von ö = 0°
zroße Werte erreichen, deshalb hat nur diese Stelle Bedeutung.
Nimmt man nun für 4« — 4m einen Mittelwert von 5%» an, so ergibt sich,
daß bei K (4d)-Werten größer als etwa 7 bereits ein Aufheben der beiden Glieder
aintreten kann. Dies ist bei ö= 0° in einer Breite von 61° möglich; nördlich
dieser Breite kann bei positivem 40 von einem Tag zum andern der Aufgang,
bei negativem 40 der Untergang früher eintreten als am Vortage. Der Maximal-
betrag von 46 wird jedoch nicht bei jedem Mondumlauf erreicht, sondern nur
in den Jahren, in welchen der Mond in besonders hohe Deklinationen gelangt.
{n andern Jahren ist 40max kleiner und die Grenzbreite verschiebt sich ent-
sprechend weiter nach Norden.
Singularitäten des Niederschlags in Nordwestdeutschland.
(Studie an der 75jährigen Reihe von Gütersloh.)
Von Dr. Hans Müller-Annen,
(Hierzu Tafel 6.)
I. Die Niederschlagsverhältnisse von Gütersloh.
Zur Darstellung gelangen in folgenden Ausführungen die Niederschlagsverhält-
nisse von Gütersloh, dessen Niederschlagsreihe in den Veröffentlichungen des Preuß.
Met. Instituts als homogen anerkannt wurde (Gütersloh Ai = 8.39°, @ = 51.91°).
\K(d4 g) ist für eine mittlere Breite, in diesem Falle für g = 35° N, der Tabelle 2 entnommen.
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