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Full text: 68, 1940

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mürz 1940, 
wird dieser Teil der Beobachterfehler, soweit es heute möglich ist, bei der Weiter- 
verarbeitung der Zeitbestimmungsergebnisse bereits berücksichtigt. Leider sind 
die Beobachterfehler jedoch nicht könstant, sondern, wie wir wissen, den mannig- 
fachsten zunächst noch durch kein mathematisches Geseiz ausdrückbaren Ände- 
rungen unterworfen, Hier spielt die veränderliche Auffassung des zu messenden 
Vorganges durch den Beobachter eine wesentliche Rolle. Wir erkennen z.B, 
deutlich den Unterschied in der Genauigkeit zweier Zeitbestimmungen, von denen 
die eine an einem Sonntagabend, wo also der Beobachter vollständig ausgeruht 
war, und von denen die andere an einem winterlichen Werktag angestellt wurde, 
wo der Beobachter acht Stunden Dienst hinter sich hat, Das Gesetz jedoch, dem 
dieser Unterschiedsbetrag unterworfen ist, ist uns unbekannt, Die ebenfalls bei 
unsicherem Weiter zwecks Reitung der Zeitbestimmung von. manchen Beobachtern 
eingeschlagene Methode, mehrere Sterne ineinander zu beobachten, die wegen der 
damit verbundenen Zeitersparnis gern dazu verführt, auch bei normalen Wetter- 
lagen angewendet zu werden, führt in den meisten Fällen, wie an Hand der Zeit- 
bestimmungsergebnisse einwandfrei nachgewiesen werden kann, zu ungenauen 
Ergebnissen einzelner Sterne, deren hierdurch verursachte große Abweichungen 
vom Mittelwert übrigens auch den unter 8. genannten inneren mittleren Fehler 
der Zeitbestimmung verfälschen. Schließlich wäre hier noch die oben bereits in 
anderem Zusammenhang genannte mit der Zeit fortschreitende Ermüdung oder 
Konzentration der Beobachter zu erwähnen, Zusammengefaßt haben wir also 
auch bezüglich der Beobachterfehler keinerlei Anhaltspunkte, die uns etwas über 
die Abhängigkeit der Genauigkeit astronomischer Zeitbestimmungen von diesen 
Fehlern. auszusagen vermögen, 
Diese kritische Betrachtung, die die Schwierigkeit des zur Behandlung 
stehenden Problems kennzeichnen soll und keinen Anspruch auf absolute Voll- 
ständigkeit erhebt, zeigt, daß es unmöglich ist, a priori etwas über die Ge- 
nauigkeit und damit über das Gewicht einer Zeitbestimmung auszusagen, Die 
verschiedensten, uns zwar dem Vorhandensein nach bekannten, der zahlenmäßigen 
Abhängigkeit nach jedoch unbekannten, Einflüsse überdecken sich schließlich im 
Endergebnis einer Zeitbestimmung noch derart, daß es weiterhin unmöglich ist, 
sie voneinander zu irennen und damit eiwa das Gesamtgewicht einer Zeit- 
bestimmung aus diesen Kinzelgewichten zu ermitteln. 
Trotz der bei den Punkten 1., 2. und 3, gemachten zum Teil negativen Aus- 
sagen haben H, C. Freiesleben und der Verfasser für die während der internatio- 
nalen funkentelegraphischen Längenvermessung angestellten Zeitbestimmungen 
eine auf diesen drei ersten Punkten beruhende Gewichtsbestimmungsmethode auf- 
gestellt, von der jedoch ausdrücklich bemerkt sei, daß sie nur auf Grund der 
hei der Anstellung astronomischer Beobachtungen gesammelten beiderseitigen 
Erfahrungen gewonnen wurde, und daß sie auf keinerlei aus Beobachtungen 
abgeleitetem Zahlenmaterial beruhte, 
Diese Methode sollte einzig und allein einen Versuch darstellen, um das 
Problem der Gewichtsbestimmung bei astronomischen Zeitbestimmungen über- 
haupt einmal aufzugreifen. Die Methode selbst ist in der Sammelarbeit der 
Deutschen Secewarte über deren Teilnahme an der Längenvermessung 1933 aus- 
führlich dargelegt (s). 
Das Wesentliche an dieser ersten Gewichtsbestimmungsmethode war, daß das 
Gewicht nicht etwa aus den Angaben, also aus dem persönlichen. Gesamteindruck 
des Beobachters über die jeweiligen Beobachtungsverhältnisse abgeleitet wurde 
— das ist eine Vorbedingung für jede Gewichtsbestimmungsmethode —, daß es 
auch nicht aus der Abweichung des Gesamtergebnisses gegen die als Normale 
dienende Quarzuhr ermittelt wurde, sondern daß sich das Gewicht nur aus der 
Zeitbestimmung selbst, und. zwar gemäß den oben genannten Punkten 1., %. ıumd 3, 
zus der Sternanzahl, aus der Verteilung der Sterne bezüglich des Zenits und aus 
der inneren Genauigkeit der Zeitbestimmung ergab, 
Eine Gewichtsformel, die diesen Anforderungen zunächst, wie ich nochmals 
betonen möchte, rein erfahrungsgemäß genügt, ist z.B. durch den folgenden 
Ansatz gegeben:
	        
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