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Full text: 68, 1940

Lange, E.: Über die Gewichte astronomischer Zeitbestimmungen, 
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Zu 8. Die Abhängigkeit des Gewichtes von dem inneren mittleren Fehler 
der Zeitbestimmung zur Definition heranzuziehen, ist sowohl verlockend als auch 
bis zu einem gewissen Grade gefährlich. Dieser innere mittlere Fehler muß ja 
durch Quadrierung aus den Abweichungen gebildet werden, um die sich die aus 
den einzelnen Sternen ergebenden Uhrstände von den aus der Gesamtzahl aller 
Sterne sich ergebenden mittleren Uhrständen unterschieden. Da bei der Beob- 
achtung der einzelnen Sterne trotz Abblendung durch Gitter- oder Lochblenden 
noch immer Helligkeitsunterschiede übrig bleiben, andererseits der eine oder 
andere Stern infolge Bewölkung auf Hin- und Rückweg nicht mit gleichen Blenden 
beobachtet wird, können einzelne Sterne infolge dieser Einflüsse größere Ab- 
weichungen im Uhrstand gegen das Mittel aufweisen, die dann ihrerseits wieder 
eine beträchtliche Unsicherheit in der Bestimmung des inneren mittleren Fehlers 
darstellen, In diesem Zusammenhang wären weiterhin die immer noch zum Teil 
vorhandenen Katalogfehler einzelner Sterne zu nennen sowie eine mit der Zeit 
fortschreitende Ermüdung oder aber auch Gewöhnung des Beobachters innerhalb 
einer Zeitbestimmung und schließlich der Einfluß der Gesichtsfeldhelligkeit, der 
nach N. Stoyko (6) verhältnismäßig große Werte annehmen kann und besonders 
bei den Zeitbestimmungen eine nicht unwesentliche Rolle spielt, die infolge der 
Witterungsverhältnisse in der Dämmerung begonnen werden müssen, Inwieweit 
eine Abgleichung der Gesichtsfeldhelligkeit durch Benutzung eines Polarisations- 
filters, dessen Notwendigkeit und Anwendung ich an anderer Stelle dargelegt 
habe (1), gelingt und damit diesen Einfluß ausschaltet, läßt sich infolge zu 
geringer Erfahrungen zunächst nicht ohne weiteres feststellen. Auch wären hier 
nochmals die bereits unter 1. angeführten Genauigkeitsunterschiede bei der Beob- 
achtung von Sternen verschiedener Deklination zu nennen. Alles in allem kann 
man also sagen, daß die Heranziehung des mittleren Fehlers einer Zeitbestimmung 
zur Gewichtsermittlung derselben, wenn überhaupt, dann nur mit größter Vor- 
sicht erfolgen darf, 
Zu 4. Es ist selbstverständlich, daß nach der von Th. Albrecht gegebenen 
Formel für die Genauigkeit der Durchgangsbeobachtungen (7) ein größeres Durch- 
gangsinstrument genauere Zeitbestimmungsergebnisse liefert als ein kleineres, 
sofern die Möglichkeit einer dauernden und schnellen Kontrolle der Instrumental- 
konstanten unangetastet bleibt. Doch können wir diesen Punkt der Beeinflussung 
des Gewichtes durch das Instrument bei unseren Betrachtungen vollständig aus- 
schalten, da das bei der Untersuchung verarbeitete Zeitbestinmungsmaterial von 
ein und demselben Instrument herrührt. | 
Zu 5. Unsere Erfahrungen über die Abhäugigkeit der Zeitbestimmungs- 
genauigkeit von den meteorologischen Verhältnissen sind noch äußerst gering. 
Wir wissen wohl aus Erfahrung, daß schr ruhige Bilder, verursacht durch Hoch- 
nebel, gelegentlich stark verfälschte Zeitbestimmungen liefern, während andererseits 
Zeitbestimmungen, die bei Rückseitenwetter angestellt werden, trotz ihrer in bezug 
auf Ruhe und Schärfe keineswegs vorzüglichen Bilder im allgemeinen recht gute 
Resultate liefern. Unser geringes Wissen über die meteorologischen Einflüsse 
auf Zeitbestimmungen erstreckt sich heute zunächst nur auf die Wirkung der 
unteren Luftschichten. Eine von H. CC. Freiesleben und dem Verfasser gemeinsam 
durchgeführte Untersuchung dieses Einflusses der unteren Luftschichten ermög- 
lichte die Feststellung desselben nur nach dem Korrelationsprinzip (8), und die 
Größenordnung des Einflusses ergab sich als innerhalb des mittleren Fehlers 
der Zeitbestimmung liegend, woraus wohl am deutlichsten die Unsicherheit unserer 
Kenntnis auf diesem Gebiete hervorgeht, Wir sind also hier auf das mehr oder 
weniger richtige Gefühl erfahrener Beobachter angewiesen, Das heißt aber mit 
anderen Worten, daß eine strenge mathematische Formulierung des meteoro- 
logischen Einflusses auf die Genauigkeit astronomischer Zeitbestimmungen heute 
noch nicht möglich ist, 
Zu 6. Soweit es sich um den Einfluß des konstanten Teiles der persönlichen 
Beobachterfehler handelt, können wir diesen bei unseren Betrachtungen vernach- 
lässigen, denn nach dem oben Gesagten und meiner seinerzeitigen Untersuchung 
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