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‚Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1940.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Lauterbach, Robert: Geomagnetische Unter-' und Wind wurden für diese bestimmte Zeit be-
suchungen in Nordwest-Sachsen ımd Nordost- rechnet, ebenso diejenigen hinsichtlich SEEN
Thüringen, Veröffentl, d. Geophys. Inst, d und Niederschlägen, bei letzteren beiden. außerdem
Unir, Leipzig. 2, Serie, Bd. 9. H, 5. 5, 227 noch besonders FPentaden-Größen auch für die
bis 368, Ma 6 Abb. u. 1. Karte, Leipzig 1938 ‚Jahre 1879 bis 1900.
Die Arbeit bildet die Fortsetzung der um Zeichnung 1 zeigt die durchschnittlichen viel-
fassenden erdmagnetischen Vermessung des mittel jährigen Größen des Druckes und der Wind-
deutschen Raumes und gibt zugleich eine Zu geschwindigkeit nach Pentaden. Man bemerkt den
sammenfassung der bisher in diesem KRaume er Bruch im Verlauf des Drackes vom Frühling zum
kannten Begichungen zwischen den lokalen erd Sommer {1, Pentade des Juni} und vom Sommer
maguetischen und stratigraphischen wie geotekto- zum Herbst (3, Pentade des September), Im ganzen
nischen Verhältnissen, Die Aufnahme geschah mir verläuft die Kurre des Ganges des Druckes
einer Schmidtschen Feldwaage für Z der As- ziemlich symmetrisch. Die Kurve der Wind-
kaniawerke, Berlin, und umfaßt 380 Messungen geschwindigkeit LM dem Charakter der
an 250 Stationen. Die wiederholten Prüfungen Kurve der barischen Wellen: dort, wo die Kurve
der Tempersturkompensation, der Basisstände und des Druckes fällt, wächst die Windgeschwindigkeit.
der Skalenwerte werden mitgeteilt, Der mittlere mit Wachsen des Druckes verringert sie sich,
Fehler der einzelnen Station ergibt sich nach Zeichmung 2 zeigt die durchschnitilichen viel-
Messungen an Wiederholungsstationen zu + 16,877 jährigen Größen der Lefttemnperatur nach Penitaden,
Verf, entwirft daber in der beigegebenen geoma Die auf Tab. 1 dargestellten Temperaturunterschiede
gnetischen Karte, welche Anomalien von -|- 260 bis zwischen benachbarten Pentaden gestatten. im jähr-
— 507 umfaßt, die Isodyniamen nur yon 30 zu 307 lüchen Gang der Temperatur eine Reihe merkbarer
Der sorgfaltig ausgeführte Vergleich mit der Wärrme- und Kältewellen abzusondern {nach Duürch-
g, 1. bekannten geologischen Verhältnissen zeigt ichnittsgrößen für die Jahre 1901 bis 1930). Die
daß die sedimentären Zoneb, auch bei Aufwölbung ‚hermischen Wellen sind natürlich im Winter und
'Schwarzburgersatiel} nur schwache magnetische Frühling am meisten wahrnehmbar, In der
Wirkung haben. Auf einer tektöniscehen Über k, Pentade des Mürz beobachtet man die ersten
sichtsskizze ist die Folge positiver Anomalien atıl „Anfänge des Frühlings“, in der 9, Pentade des
der kristallinen Achse von Dessatı bis zum nw. Zeptember den „Altweibersommer“, ebenso in der
Thüringer Wald gut erkennbar, deutlich, wenr % Pentade des Dezember eine Wärmewelie, Be-
aueh weniger regelmäßig, die der Rotliegend-Por merkenswerte Kältewellen treten avf in. der 4. Peon-
phyre des Sasletales, Zusammenhänge mit Öört tade des Dezember, der 3. des Januar, der 2, des
lichen Schwereverhältnissen ireten nicht hervor Februar, in der 8, des März und oft in der 1,
jedoch wird eine nw. gerichtete Folze von leichten des Jünt,
Störungen sw, von Leipzig, die auf einen Granit, Zeichnung 3 zeigt die durchschnittlichen viel-
körper, bzw. auf eine wirksame Kandfazies des- jährigen Größen der atmosphärischen Niederschläge
selben zurückgeführt wird, mit schon früher von nach Pentaden. Im Herbst und Winter folgt die
Etzold and Credner erwähnten makroseismischen Kurre der Niederschläge ia starkem Maße der
Beobachtungen in Zusammenhang gebracht, Kurve der barischen Schwankungen, Eine Ver-
F. Errulat, ringerung der Niederschläge entsprieht den Perioden
antizyklonalen Wetters, eine Zunahme denjenigen
zyklonalen Wetters, Diese (HNeichzeitigkeit der
Schwankungen wird auch dürch die Wahrschein-
lichkeit der Wiederkehr der Schneegestöber vach
Pentaden‘ gut bestätigt (Tab. 2), Im der warmen
Jahreszeit ist die Zunahme der Niederschlagsmenge
gewöhnlich mit dem Vorhandensein von Gewitter-
tätigkeit, verbunden, Dies wird durch die Wahr-
scheinlichkeit der Wiederkehr der Gewitter nach
den. Pentaden der Monate gut bestätigt (Tab, 3X
Verf, geht kurz auf E. 8. Lirs Arbeit: „Typen
der jahreszeitlichen Zirkulationen der Atmosphäre
über Eurasien und dem Atlantik“ sin. |
Zeichnung 4 zeigt die mittleren vieljährigen
Größen der anormalen Abweichungen der Luft-
(emperatur nach Pentaden, Zeichnung 5 die Koeffi-
dienten. des meteorologischen Beharrungsvermögens
nach Pentaden (1879 bis 1930}. .
Die graphischen Darstellungen des Verlaufes
der mittleren Pentadengrößen der Temperatur und
der Niederschläge geben eine gewisse Vorstellung
über die Veränderlichkeit des Klimas in der Zeit,
So ist von November bis Mai in den Jahren 1879
bis 1900 die Temperatur niedriger, im Mai und
vom Juli bis Oktober höher als in den entsprechen:
den Monaten der Jahre 1901 bis 1930. Eine ge-
wisse Zunahme der Niederschlagsmenge ist in der
zweiten. Hälfte des Winters in der Periode 1879
bis 1900 im Vergleich mit der von. 1901 bis 1930
zu bemerken, eine ziemlich merkbare Abnahme im
N. N, Galachow, Über die Durchschnittsgrößen
der meteorologischen Angaben, berechnet nach
Pentaden, „Meteorologia 1 Hydrologia‘. Moskau
x. Leningrad, 1938, Nr. 1. S, 42—45; mil
5 graph. Darst. u, 4 Tab. (Russisch,)
Das Wetter verläuft in Wirklichkeit gleichsam
rung weiSE in Wellen, am häufigsten von kurzer
auer: & bis 7 Tage. Der wellenartige Gapg der
Klimas muß oatürlich auch im seiner Gesamt
wirkung, in seinem Klima, seinen Niederschlag
finden, Diese Eigenschaft des Wetters kann man
bis zu einem gewissen Grade erklären, wenn man
yon den monatlichen zu bedeutend kleineren Feri-
oden, den Pentaden, übergeht,
In Gestalt eines Versuchs wurden vom Verf,
die durchschnittlichen vieljährigen Pentadenm- Ay-
ben hinsichtlich einer Reihe meteorologischer
Elemente für Moskatyı berechnet, Auf den unten
angeführten graphischen. Darstellungen und Ta-
bellen, auf denen der Pentaden - Verlauf einer Reihe
meteorologischer Elemente dargestellt ist, wird die
Wellenförmigkeit des Wetters schon ausreichend
deutlich bemerkt. /
Auf der Sitzung der Internationalen klimato-
logischen Kommission in Danzig (29. bis 30, VIII
19035) wurde festgesetzt, daß als durchschnittliche
vieljährige klimatische Norm eine Zeitperiode von
30 Jahren (von 1901 bis 1030 einschließlich gelten
sollte. Die Pentaden-Angaben hinsichtlich Druck