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Full text: 68, 1940

Kleinere Mitteilupgen, 
auf längeres Beobachtungsmaterial zurückzugreifen, so daß mein untersuchter 
Zeitraum zudem, wie es eigentlich notwendig wäre, keiner einheitlichen Periode 
angehört. Gerade die Untersuchungen Springstubbes zeigen (Tafeln im Anhang), 
daß ausgerechnet die Zeit, die ich nicht erfassen konnte, frei von der Singula- 
rität des 28, September war, wenigstens sSO- 
weit es sich um den 14-Uhr-Termin handelt. 
Freilich schließt das nicht aus, daß trotz- 
dem die Morgentemperaturen auch dieses 
Zeitraums niedrig waren. In den Jahren 
1901 bis 1910 md 1921 bis 1930 waren da- 
zegen die Mittagswerte so niedrig, daß sie 
selbst. den recht hohen Wert des Jahrzehnts 
1911 bis 1920 überkompensierten (Kaltluft- 
zufuhr!), so daß in der Gesamtheit doch 
die Einsenkung um die genannte Zeit er- 
halten bleibt, 
Die nebenstehende Übersicht soll ein 
Bild des Temperaturablaufs der fraglichen 
Zeit für Podersam geben. Neben dem Jahre 
Ändet sich jeweils der Tag und daneben 
noch Ausführungen, in welcher Form der 
Tiefstwert erreicht wurde (Abkürzungen: 
Mo = morgens, Mi ==mittags, A = abends, 
Mil = als Mittelwert, Max = als Höchstwert, 
Min = als Tiefstwert). 
Die Werte Mi und Max lassen wohl deutlich erkennen, daß es sich wie etwa 
1931 und 1932 um Einbruch von Kaltluftmassen handelte, während z, B, 1927 
Ausstrahlung als Ursache der tiefsten Temperatur anzunehmen war. 
Die zweite. — und ich halte dafür — ausgeprägtere Singularität stellt sich 
einen Monat später, am 28, Oktober ein. Daß sie genau einen Monat später fällt, 
halte ich nicht für eine reine Zufälligkeit, Beim Aufsuchen der monatlichen 
Höchst- und Tiefstwerte der Temperatur war mir schon früher aufgefallen, daß 
sich diese gern, oftmals mehrere Monate hintereinander, am gleichen Monats- 
tage zeigten. Ich erinnere hier beispielsweise an die Tomperaturmaxima des 
Jahres 1889: 31.1, 30. IIL, 30. IV. und 31, V. oder 1899: 5. VIIL, 6. IX., 5. X. und 
7. XL, aus jüngerer Zeit: 1931: 28, IL, 24. IIL, 25. IV. und 28, V., ebenso 4, VIL, 
5. VIIL, 3. 1X. und 6. X. Es handelt sich dabei um Wetterrhythmen®. Doch 
davon soll vielleicht ein andermal gesprochen werden. 
Der 28, Oktober prägte sich mir deshalb ein, weil er als Staatsgründungstag 
der ehemaligen Tschecho-Slowakischen Republik fast immer verregnet und kühl 
war, Eine Durchsicht der Beobachtungen bestätigte diese Tatsache, Schmauß 
hat Recht, wenn er meint, daß die Bauernregeln mitunter zur Bestätigung einer 
Zingularität herangezogen werden können. So finde ich bei Winterwerber?) 
folgende Sprüche angeführt: „Simon und Judä (28.), die zwei führen oft den 
Schnee herbei“ oder „Simon und Juda ist der Winter nah“ und „Wenn zu uns 
Simon und Judä wandeln, wollen sie mit dem Winter handeln“. Die Singularität 
des 28, Oktober findet sich hübsch im Temperaturverlaufe Wiens nach dem 
100jährigen Mittel!!) ausgeprägt. Hier setzt ein jäher Temperatursturz ein, Auch 
bei Sauer findet sich in der schon erwähnten Arbeit das tiefste Oktobermittel 
um die Zeit des 28. (26. und 31.). Ebenso bei Springstubbe, und zwar diesmal 
30, daß die gleichen Perioden wie wir das beim 28. September sahen, die Singu- 
larität ungemein dentlich hervortreten lassen (Möglichkeit des monatlichen 
Rhythmus vom 28. September zum 28, Oktober in den betreffenden Jahren?), 
während in der Zwischenzeit die Singularität etwas nach vor verschoben erscheint. 
Noch eine weitere Arbeit dieses Meteorologen scheint in dem Zusammenhange 
%) Franz Baur: Einführung in die Großwetterforschung, 1937. — ©) E. Winterwerbe: 
Wetiterbuch, 1921. — 1) Hann-Süring: Lehrbuch der Meteorologie. 1939, 
"Tao 
67?
	        
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