Steppes, O.: Professor Dr. Bolte+ 1. Januar 1940.
Nautische Tafelsanmlung, Hamburg, Eckardt & Meßtorff. 1. Aufl, 1899, 2, Aufl. 1905, 3, Aufl.
1914, 4, Aufl, 1928, |
Zur Geschichte des nautischen Unterrichtes und der Navigationsschule in Hamburg. Die Ver-
wertung der täglichen Chronometervergleichungen auf See für die Bestimmung der Zeit
des ersten Meridians bei drei Chronometern. Beide in der Festschrift zum 150jährigen
Bestehen der Hamburgischen Navigationsschule 1899,
Die Entwicklung des nautischen Unterrichtes in Deutschland. 5S, 303 bis 336 des Nautieus 1902.
Eine Reihe von Leitfäden für den mathemalischen und physikalischen Unterricht an den See-
_ fahrtschulen. ;
Einige kleinere Bücher mit populären Darstellungen, wie: Elementare Schiffahriskunde, Berlin
1907. — Die Nanutik in elementarer Behandlung, Stuttgart 1900,
Eine größere Anzahl von Aufsätzen in der Schiffahrtszeitschrift „Hansa“.
Otto Steppes, Hamburg.
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Friedrich Kühnen + ;
Am 8, Januar 1940 starb in Münster (Westf), wohin er sich bald nach
seinem Übertritt in den Ruhestand zurückgezogen hatte, der frühere Abteilungs-
yorsteher im Geodätischen Institut Potsdam J. F, Kühnen. Er war am 12, Mai
1858 geboren und nach einer vielseitigen Ausbildung 1891 in das genannte In-
stitut eingetreten. Dort hat er zahlreiche wichtige Arbeiten ausgeführt, So ıL &.
mit Furtwängler die absolute Größe der Schwerkraft in Potsdam bestimmt, ferner
einen großen 4-Meter-Komparator konstruiert und auf diesem Untersuchungen
über die Ausdehnung von Metallmaßstäben ausgeführt. Hier interessieren seine
Leistungen auf mareographischem Gebiete:
ı. Schon. im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts hat er eine Aus-
gleichung der Nivellements durch Europa von den nördlichen Meeren (Nord-
und Ostsee) zu den südlichen (Atlantik, Mittelmeer) ausgeführt, um die gegen-
seitige Höhenlage des Wasserspiegels dieser Meere festzustellen,
2, Eine vorzügliche Leistung war der Bau einer selbsttätig rechnenden
Gezeitenmaschine, die er im Weltkrieg auf Anregung des späteren Präsidenten
der Deutschen Seewarte, Geh, Ob, Reg.-Rats Capelle, fertigstellte, Bekanntlich hat
schon. G, Darwin eine solche für England ausführen lassen, Kühnen aber hat die
seinige nach ganz neuen Grundsätzen gebaut, Sie leistet der Kriegs- wie Handels-
schiffahrt ausgezeichnete Dienste.
3. In seiner letzten Zeit leitete er als Abteilungsvorsteher die Auswertung
der selbstregistrierenden Pegel des Preuß. Geodätischen Instituts, die mit Aus-
nahme von Bremerhaven sich alle an der Ostsee befinden. Nach dem Vorgang
von Seibt und Westphal hat er eine ausführliche Institutspublikation (Veröff,
des Preuß. Geod. Inst, Neue Folge Nr. 70, 1916) herausgebracht, in der für die
Jahre 1898—1910 die Mittelwasser abgedruckt und in verschiedener Hinsicht,
insbesondere in bezug auf Gezeitenerscheinungen und Abhängigkeit des Wasser-
standes von meteorologischen Verhältnissen, eingehend diskutiert sind.
Auch periodologische Untersuchungen hat er angestellt, jedoch nur zum
kleinsten Teile veröffentlicht. Seine große Gewissenhaftigkeit verbot es ihm,
anderes als ganz Ausgereiftes der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. — Er
war ein unermüdlicher Rechner und führte auch manche Rechnungen, die sonst
weniger geschulten Kräften überwiesen werden, selbst aus. Zuletzt machten sich
leider bei ihm Altersbeschwerden bemerkbar. Seinen Tod betrauern die Witwe und
zwei Töchter, nachdem ihm die jüngste vor Jahr und Tag vorausgegangen war,
Das Geodätische Institut Potsdam bedauert den Hingang eines der tüch-
tigsten Gelehrten in seinem nunmehr gerade 70 jährigen Bestehen. Kurz vorher,
am 13. Dezember 1939, war ebenfalls ein langjähriges Institutsmitglied verstorben:
Professor Schnauder, der sich u, a. um die genaue Bestimmung der Polhöhe
von Potsdam verdient gemacht hat; er gehörte dem Institut von 1888 bis 1928
an und bat zahlreiche ausländische Gelehrte in die astronomischen Arbeits-
methoden des Geod, Inst, eingeführt; einer von ihnen hat als Tribut der Dank-
barkeit eine Insel in der Grönlandsee auf seinen Namen getauft.
Otto Meißner, Potsdam,