Tanck, H.-J.: Die tägliche Erwärmung der Atmosphäre infolge der Absorption usw, 63
erwarten, daß für diese letzten Jahre außergewöhnlich. ausgeprägte MonsunefMfekte
unser Winterwetter beherrschen dürften, wenn die Temperaturunterschiede zwischen
Land und Meer erhöht sind. Vielleicht sind hiermit beispielsweise die kalten
Dezembertage des Jahres 1938 verknüpft,
Kin Vergleich der oben genannten Häufigkeitsdarstellungen für die letzten
drei Jahre mit solchen von zuzüglich zwei vorhergehenden Jahren (Abb. 8 bis 11}
zeigt, daß diese Monsunerscheinungen der letzten drei Jahre wohl im fünfjährigen
Mittel mit enthalten sind, aber nicht so prägnant hervortreten, weil die Über-
lagerungen irgendwelcher anderen Erscheinungen, welche man vielleicht als die
planetarischen vermuten darf, diese Monsuncharakteristika rerwischen. Dagegen
tritt beim fünfjährigen Mittel der Bodendruckfelder eigenartigerweise die Drei-
teilung des Jahres besser in Erscheinung als beim dreijährigen Mittel.
Monsunhafte und planetarische Erscheinungen gehorchen ganz bestimmten
darch den Sonnengang und die Strahlungswirkung‘ der Sonne vorgeschriebenen
Gesetzen, und es nimmt deswegen nicht wunder, daß dadurch auch jeder einzelne
Tag seine einigermaßen charakteristische Wettereigenart erhält. In diesem Zu-
sammenhang wird verständlich, wenn eine Mittelbildung von nur fünf Jahren
über die Wetterhaftigkeit der einzelnen Tage des Jahres in gewissen Haupt-
charakteristika Übereinstimmung mit den von Schmauß (x) gefundenen Singu-
Jaritäten zeigt, die für München aufgestellt sind. Es ist auch nicht verwunder-
lich, daß diese Übereinstimmungen am besten im August und Oktober zum
Ausdruck kommen (beispielsweise ganz eindeutig für den 25, VIII), weil beide
Orte zu diesen Jahreszeiten wahrscheinlich immer unter gleichem Großwetter-
einfluß stehen werden, der hier als planetarisch bedingt angesehen werden kann,
Man kann erwarten, daß für moönsunartige Erscheinungen durch die yerschiedene
or0- und topographische Lage der beiden Orte die Übereinstimmungen zwischen
Hamburg und München nicht so groß sein werden.
Abschließend. soll folgendes bemerkt werden: Sind für bestimmte kurze
Jahresperioden iypische Wettereinstellungen vorhanden, so trifft es sich günstig,
wenn eine Auswahl herausgegriffen ist, die gerade zur diese typischen Fälle
gibt. Wir beobachten ganz allgemein, daß sich im Wetterablauf der Jahre immer
bestimmte Jahre ähnlichen Wetterablaufes zusammenfassen lassen, Ist die Auswahl
der Jahre nicht 80 groß, so besteht die größere Wahrscheinlichkeit zur Ähnlichkeit.
Wenn dies durch das Mittelbild der drei- und fünfjährigen Wetterhäufigkeit
bestätigt ist, daß beispielsweise in den letzten drei Jahren die monsunhaften
Effekte besonders ausgeprägt waren, sö hat die Zusammenfassung dieser Jahre
noch jenes Resultat, daß ein typischer Großwetterlageneffekt besonders klar und
eindeutig damit erfaßt ist, .
Diese Arbeit wurde auf Anregung von Herrn Prof, Dr. Raethjen ausgeführt.
Ich bin Herrn Prof, Dr. Raethjen für wertvolle Ratschläge zu besonderem Dank
verpflichtet, | a
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