Tanck, H.-J.: Die tägliche Erwärmung der Atmosphäre infolge der Absorption usw. 59
B. Demgegenüber sind die Erwärmungskurren mit dem Integralfaktor nach
GI. (15) berechnet. Aus dem Nautischen Jahrbuch von 1937, welches von der
Deutschen Seewarte herausgegeben ist, wurden die mittleren monatlichen Deklina-
tionswerte der Sonne bestimmt und dann diese in Gl. (15) eingesetzt. Auf diese
Art wurden mit den obigen Absorptionswerten die Erwärmungsfelder bestimmt,
Die Abszissenwerte der Absorptionskurven bedeuten also:
(er (bei 45° Zenitstand der Sonne) ].
Dagegen bedeuten die Abszissenwerte der Erwärmungskurven:
[°C pro Tag als Monatsmittel].
a) Die Erwärmungsfelder sind wegen der gleichen Darstellung in der ersten
Untersuchung wieder mit den dortigen vergleichbar.
b) Aus den Erwärmungsfeldern ist sehr gut der große Einfluß der Absolut-
werte der Strahlung vom Jahresgang des Sonnenstandes zu ersehen, Der vertikale
Verlauf bleibt natürlich davon unbeeinfiußt, Nach dem, was über die Bedeutung
der Absolutwerte in dieser Untersuchung erwähnt wurde, liefern diese Absolut-
werte mit ihrem Jahresgang vornehmlich die prozentualen Unterschiede.
4. Es werden jetzt die klimatologischen Resultate der Absorptions- und
Erwärmungsverteilung behandelt.
A. Es sei zuerst die monatliche Zusammenstellung der Abb. 24 bis 35 näher
betrachtet, Dabei sind folgende Punkte erwähnenswert: -
a) Die klimatologische Feuchteverteilung spiegelt sich als primäre Wirkung
in den klimatologischen Absorptionsverteilungen der Monatsmittelwerte wider,
b) Wir erkennen typische Ähnlichkeiten der Absorptions- bzw. Erwärmungs-
verteilungen, die auf ebenso großen Ähnlichkeiten in den Feuchteverteilungen
gleicher Typen verschiedener Monate beruhen. Hieraus ist zu entnehmen, daß
die Charakteristika, die einen Feuchtetyp ausmachen, bei der Monatsmittelung
im wesentlichen bereits richtig erfaßt wurden. Damit gewinnt dieser erste Punkt
als klimatologisches Resultat Bedeutung: Bestimmte Wettiererscheinungen geben in
ihrem Monatsmittel eharakteristische Absorptions- und Erwärmungsverteilungen,
c) Es wurde bereits gesagt, daß die absoluten Größen der Erwärmungsfelder
mit dem Jahresgang der Sonne schwanken. Deswegen ist dies das zweite klima-
tologische Ergebnis:
Die Absolutwerte der Felder der Erwärmung zeigen einen Jahresgang, der
mit dem Jahresgang der Sonnenstrahlung direkt gekoppelt ist. Dieser Gang der
Erwärmung ist jedenfalls größenordnungsmäßig durch die Untersuchung erfaßt.
Der vertikale Gang der Erwärmung bleibt von dieser Wirkung unbeeinflußt, wie
der Vergleich mit den auf die Zeiteinheit und 45° Zenitstand der Sonne be-
zogenen Verteilungen der Absorptionswerte in der Vertikalen zeigen,
Die Charakteristika der Typen, wie sie an den Feldern der Absorption und
Erwärmung sich von Monat zu Monat in großen Zügen wiederholen, haben. von
Monat zu Monat geringe Abweichungen, Es zeigen sich wetterhafte Abweichungen
und kalendermäßige Abweichungen. Die wetterhaften Abweichungen treten
zwischen Monaten mit großer Zyklonentätigkeit über unserem Beobachtungsorte
auf, Die kalendermäßigen zeigen jahreszeitliche Unterschiede, die durch die
jahreszeitlich veränderliche Konvektionshöhe in der Troposphäre bedingt sind,
wie man an dem Gang der maximalen rel, Feuchte erkennen kann. Dieses
Resultat macht eine Mırtelung der Monatsresultate der Absorption und Erwär-
mung wünschenswert, Es werden im folgenden deswegen drei grundlegend
unterschiedliche Mittelungen vorgenommen:
@) Die Mittelung der Monatsresultate zu kalendermäßig jahreszeitlichen
Mittelwerten, .
8) Die Mittelung der Monatswerte zu wetterhaft jahreszeitlichen Mittelwerten,
y) Die Mittelung aller Monatsresultate zu einem Jahresmittel,
Alle drei Mittelwerte sind selbstverständlich weiter typenmäßig getrennt
aufgestellt.