138 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1040,
Zeichn. 5a: a Achse. ArktischeLuft. ist dagegen ein ausgezeichneter Aufang dieser
Sammelkarte der Lage der barischen Gebiete, Schriftenreihe,
Zeichn. 5b: Erste ultrapolare Achse, Arktische Beim Wasservorrat eines Flußgebietes werden
_Imuft, Karte der Verbreitung der Nebel. zwei Teile unterschieden: Grundvorrat und darauf
Zeichn, 6a: Zweite ultrapolare Achse. Arktische Et Schwankungen, Der Grundvorrat ist
Luft, Sammelkarte der Lage der barischen diejenige gespeicherte Wassermenge, die die Erde
Gebiete, auch dann den Wasserläufen noch zuführen kann,
Zeichn. 6b: Zweite ultrapolare Achse, Arktische wenn das aus den Niedersehlägen direkt zur Ver-
Tarft. Karte der ‚Yerbreitung der Nebel. fügung gestellte Wasser verbraucht ist. Der Nieder-
Tab, 1 zeigt die Fälle des Durchzugs von schlag (N) aber, der nicht abfließt (A) oder ver-
arktischer und Polarluft, die im die Sammelkarter dunstet (V) bildet jenen natürlichen Vorrat
eingetragen sind, . . {N-A-V), der den verschiedensten Schwankungen
Am Schloß wird festgestellt, daß vor allem ausgesetzt ist: während gewisser Zeiten wird es zu
der Hinweis notwendig ist, daß die untersuchten einer Rücklage (R}, während anderer Zeiten aber
Einströmungen der polaren und arktischen Maxima zu einem Aufbrauch (B} des Vorrates kommen,
in das Territorium des europäischen Teiles der Wegen der bekannten Schwierigkeiten, die natür-
UdSSR, dieses ganz ergreifen, Eine Ausnahme liche Verdunstung zu erfassen, lassen sich nur
bilden nur die arktischen Einströmnungen Kings Bilanzen über Zeiträume von mindestens einem Jahr
der Kanin- und der zweiten ultrapolaren Achse; aufstellen, N und A (s. Beispiel) werden monatlich
im ersten Fall erfaßt das Feld hohen Druckes gemessen, ihre Jahresdifferenz gibt die Gesamt-
aur den Norden des europfüschen Anteils der verdunstung, die nach Hundertsätzen rückwärts
UdSSR; der Süden wird von zyklonalen Gebieten rechnend auf die Monate verteilt wird (Nr. 3), Die
oeberrscht, Beim Kinströmen längs der zweiten monatlichen Hundertsätze sind aus relativen Ver-
altrapolaren Achse dient als Westgrenze des hohen dunstungsmessungen mit Lysimetern errechnet
Druckes annähernd der 40. Meridian, Wie in worden (z. B. durch die bekannten Versuche von
diesem Fall zu sehen, wird der ganze Westen des Bartels in Eberswalde), Für jeden Monat ergibt
zuropäischen Territoriums der UdSSR., die Ukraine sich durch die Difterenzenbildung N-A-V der
inbegriffen, von zyklonaler Tätigkeit mit den {ür natürliche Vorrat (Nr. 4), im obigen Beispiel Sep-
sie charakteristischen Typen der Nebeleingenommen :ember bis Janmar eine Rücklage, in den übrigen
Als Gebiete, die bei allen Finströmungen stark Monaten ein Aufbrauch, Der Vorrat, Monat für
betroffen werden, erscheinen: die nordöstliche Monat aufsummiert (Nr, 5) gilt die Gesamtände-
Ukraine; der westliche Teil des zentralen Schwarz. ‚ung, während die Vorratsschwankung die Diffe-
zrde-Gebietes; «ie Mitte des nördlichen Kaukasus renz zwischen ihren extremen Werten ist (s. oben
— die Gebiete Pjatigorsk, Woroschilow, Ordscho- 58-42 = 100), Für 35 verschiedene Flußgebiete
nikidse; die Bezirke von Stalingrad und Leningrad, werden diese Verhältnisse diskutiert, nicht nur
Am geringsten wurde bei allen Typen der Ein iler Zahlen wegen, sondern vor allem zur weiteren
strömungen der Norden des europäischen Terri. Kinführaung in das Gesamtproblem, = Der
toriums der UdSSR. betroffen, - Grundvorrat wird durch die Trockenwetterkurre
Aus allem oben Angeführten folgt, daß der ‚== Trockenkurve) erfaßt, das ist eine Kurve, die
linke Teil des Maximums, in bezug auf die Richtung Iurch Abfloßbeobachtungen nach erfolgtem Nie
der Bewegung, eine unbedeutende Zahl der Fälle jerschlag gewonnen wird, also während der Trocken-
von Nebel gibt, während der rechte — das Quell. perioden und mithin zw Zeiten, zu denen der
gebiet des Unjepr, die Ukraine, das untere Wolga- „eiserne Bestand“ angegriffen werden muß. Aus
gebiet — Überfluß daran hat. ihrer Neigung und der Fläche, die sie mit passend
Hedwig Stoltenberg. gewählten OÖrdinaten einschließt, können weit-
. gehende Aussagen über den Grundvorrat und seine
G, Troßbach und W. Wundt. Die natürliche Leistungsfähigkeit gewonnen werden, Es muß
Vorratsbildung in unseren Flußgebieten. Archiv bezüglich dieser Bilanz aus Raummangel auf die
5 Wasserwirtschaft, Nr. 52, Berun 1940. RM. 2. Originalarbeit verwiesen werden, da mit wenig
In Fortführung der im Jahre 1920 begonnenen Worten keine klare Darstellung gegeben werden
„Mitteilungen“ lcgt der „Reichsverband der Deut- xann. Ebenso muß darauf verzichtet werden,
schen Wasserwirtschaft“ mit vorliegendem Heft Einzelergebnisse auzuführen, die zwar der Gewässer-
das erste Exemplar eines „Archiv für Wasserwirt- kundler ia seiner Bedeutung sofort überschaut,
Monatsmittel (mm) für die Steinlach bei Bläsibad,
1 : ' ' | !
180130 xt ix I lag any vo vr yallvanl ax! x F yabe
1
©
a
So... 54. 538 | 47. 41 58 64! 90 1011 122 90]
Av 4.1 20 311301832 37 38: 31 25 17. 161 =
V 41 5 5 5'122 22 43|103' 103 104; 81| 383,
& 29 17 | 2-2 3 17-44 1-27, 0)- 7 25|
F 29 46 58 56 33 38 8 28 381249110
A
De
852
310
542
a
A
)—
schaft“ vor, das dem allgemeinen Verständnis
wasserwirtschaftlicher Erkenntnisse dienen soll.
Eine Überraschung stellt die Einleitung. dar,
deren Stil und Inhalt „in die Waagschale zu
werfen“ sich der Ref, versagen muß; die wissen-
schaftlich strenge aber doch allgemeinverständliche
Darstellung: von Troßbach und Wund über die
natürliche Vorratsbildung im unseren Flußläufen
die der diesen Dingen zunächst noch Fernstehende
aber ebenfalls besser der Originalarbeit estoimmt.
Um so mehr muß dieses Archirheft begrüßt werden,
weil es durch seine klare und umfassende Dar-
stellung einen guten Einblick in die Probleme der
Gewässerkunde gibt; besonders dieser Umstände
wegen ist zu wünschen, daß es eine möglichst
weite Verbreitung finden möge, Fr. Model,