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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Degember 1940, 
Im folgenden soll nun kurz aufeinanderfolgend untersucht werden, ob die 
aus den hydrographischen Momentanbildern im vorigen Abschnitt gewonnenen 
Vorstellungen über etwaige tiefgehende Verschiebungen der beiden Wasserkörper 
gegeneinander innerhalb der südöstlichen Deutschen Bucht mit den vorhandenen 
jahreszeitlichen Salzgehaltsschwankungen bei den Feuerschiffen „Weser“ und 
„Elbe 1“ in Einklang zu bringen. sind (Abb, 15). 
Die Salzgehaltsverhältnisse vom 25. bis 29.1, 1935 zeigen bei „Elbe 1“ sehr 
deutlich, daß auf Grund der vorherrschenden Westwindwetterlage am Anfang 
der Pentade die Erhöhung des Öberflächensalzgehaltes auf eine gute Durch- 
mischung des Oberflächen- und Bodenwassers zurückzuführen ist (Abb. 182 und 
14a), daß aber die darauffolgende Nordostwindwelterlage gegen Ende dieser 
Pentade einen starken Ausstrom aus der Deutschen Bucht bedingt hat, Eine 
bemerkenswerte Herabsetzung des Oberflächenwasser- und Bodenwassersalz- 
gehaltes war die Folge (Abb, 13 bis 15), besonders stark bei „Elbe 1“ und 
weniger stark bei „Weser“. 
Während der Märzpentade (10, bis 14, III. 1935) sind eigenartige hydrogra- 
phische Verhältnisse zu. finden, Die durch die ausgesprochene Ostwindweiterlage 
bewirkte Herabsetzung des Salzgehaltes infolge verstärkten Ausstromes macht 
sich nach dem Salzgehaltsverlauf bei den Feuerschiffen anscheinend nur bei 
„Elbe 1“ und hier insbesondere auch nur an der Oberfläche bemerkbar. „Weser“ 
F, Sch. dagegen zeigt während der ganzen Pentade einen verstärkten Einstrom, 
der sich bei „Elbe 1* auch sehon im Bodenwasser andeutet, Diese gegensätz- 
liche Wasserversetzung in beiden Horizonten hat vermutlich die Herausbildung 
der beiden Teilwirbei vor der Elbmündung und südöstlich von Helgoland be- 
günstigt, 5 Tage später erfolgte auch bei „Elbe 1* eine wesentliche Herauf- 
setzung des Oberflächensalzgehaltes. 
Die während der Pentade vom 23. bis 6. V. 1935 stattgefundene kräftige 
Erhöhung des Salzgehaltes bei „Elbe 1* und die weniger starke bei „Weser“, 
die sich bei „Elbe 1“ durch einen bemerkenswerten Vorstoß zwischen zwei Zeiten 
maximaler Salzgehaltsverminderung bemerkbar gemacht hat, ist vielleicht die 
Ursache dafür gewesen, daß im Oberflächenwasser eine wirbelartige rückläufige 
Bewegung des kälteren Westwasserkörpers ausgelöst wurde, 
Der für die Juni-Pentade {18, bis 22. VI. 1935) angenommene kräftige Ein- 
strom westlichen Wassers in die Deutsche Bucht ist auch in den Feuerschiffs- 
beobachtungen zu erkennen, Gegenüber Mai und Juli zeichnet sich der ganze 
Monat Juni dadurch aus, daß die Salzgehaltserhöhung besonders des Oberflächen- 
wassers zu dieser Jahreszeit so groß ist, wie man sie sonst im allgemeinen nur 
in den Wintermonaten erwartet. 
Große Schwierigkeit bereitete schon früher die Deutung der wahrscheinlich 
komplizierten hydrographischen Verhältnisse der Juli-Pentade (21. bis 25, VIL 1935). 
Trotz der starken Nordwestwindwetterlage ist in den Feuerschiffsbeobachtungen 
keine wesentliche Salzgehaltserhöhung des Öberflächen- und Bodenwassers zu 
erkennen und somit auch nicht nachzuweisen, ob ein kräftiger Vorstoß des west- 
lichen. Wasserkörpers stattgefunden hat, Vielmehr könnte man nach Abb. 15 
gerade das Gegenteil behaupten, Nach einem Vorstoß allerdings in der Zeit 
vor dieser Pentade macht sich während der Pentade eine Tendenz langsam 
fortsetzender Erniedrigung des Salzgehaltes bemerkbar. Dies ist ein typisches 
Beispiel dafür, daß man aus dem vorhandenen hydrographischen Momentanbild 
vom 25, Juli eben nicht auf großräumige Bewegungen der Wasserkörper in einer 
bestimmten Richtung schließen kann. Ein starker Einstrom westlichen Wassers 
kann trotzdem vorhanden gewesen sein, was auf Grund der Wetterlage auch zu 
erwarten wäre, ohne daß die Salzgehaltsverhältinisse in gleicher Richtung wesent- 
lich verschoben worden sind. Diesem entgegengesetzt muß daher. wahrscheinlich 
ein noch stärkerer, salzgehaltserniedrigender Ausstrom aus der Deutschen Bucht 
vorhanden gewesen sein, Dieser Ausstrom war eben so groß, daß der durch 
die Wetterlage bedingte stärkere Einstrom in der Salzgehaltsverteilung vom 
25. Juli und auch in den Feuerschiffsbeobachtungen nicht zu erkennen ist. Im 
großen und ganzen gesehen heißt das mit anderen Worten: Auslappungen von
	        
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