Goedecke, E.:; Die heutige Kenntnis v,d. Morphol, u, Hydr. d. Helgoländer Tiefen Rinne usw, 411
eindeutiger Weise zu erkennen ist, Die in den Abb. 1 bis 12 auf Tafel 30 bis 33
wiedergegebenen hydrographischen Zustandsbilder geben die mittlere Verteilung
von t°C und S%, an einem bestimmten Tag zu verschiedenen Jahreszeiten
wieder, Folgende „Augusta“-Fahrten fanden statt:
1. am 29, Januar 1935, 4, am 22, Juni 1935,
2. „ 14. März 1935, 5. „ 25. Juli 1935,
3. „ 6. Mai 1935, | & „ 21. November 1936.
Es ist natürlich sehr schwierig, aus diesen vorhandenen zwölf hydrographischen
Momentanbildern etwas über die zeitlichen Änderungen und die regionalen Schwan-
kungen der hydrographischen Verhältnisse aussagen zu wollen, Zur weiteren
Analyse dieser hydrographischen Zustände sind vor allem die jeweils vorhandenen
Windverhältnisse an dem betreffenden Beobachtungstag und an vier Tagen
vorher — also innerhalb einer Pentade — mit herangezogen worden... Für fol-
gende Pentaden wurden die mittleren Windstärken und die prozentuale Häufigkeit
der Windrichtungen bei den Feuerschiffen „Weser“ und „Elbe 1“ (12) ermittelt:
1. 25. bis 29, Januar 1935, | 4. 18. bis 22. Juni 1935,
2. 10, „ 14. März 19835, | 5, 21. „ 25. Juli 19853,
3. 2. „ © Mai 1935, 6. 17, „ 21. November 1936,
Im folgenden werden nun an Hand der Abbildungen auf Tafel 30 bis 33
die hydrographischen Ergebnisse der einzelnen „Augusta“-Fahrten behandelt.
a) 29. I. 1935. Die Temperatur- und Salzgehaltsverteilung vom 29, I 1935
ist in Abb. 1 und 2 dargestellt, In Tab. 1 gewinnt man zugleich einen Überblick
über die mittleren Windverhältnisse während der Pentade 25. bis 29. I, 1935.
Tabelle 1.
Prozentuale Häufigkeit der Windrichtungen und mittlere Windstärken in Beaufort (Bf)
bei F, Sch, „Weser“ und „Elbe 1“ während der Pentade 25, bis 29, I, 1935,
F. Schiff [xNE NE | ExE I sw |wsw| wo |waäw!| nw
5 %} 20 | 3 ! 1 19 | 7 | .%
„Weser... { 6) 60 14 351 30 "ia Sr 78 1
N 9% 7 ! x ' d | x )
„Elbe 14... fe] 55 | ps ls ‚3 | 10 |. 10
Nach einer kurzen, aber krältig ausgebildeten Westwindwetterlage folgte bis
zum Ende der Pentade eine gleichfalls starke Wetterlage mit vorwiegend nord-
östlichen Windrichtungen. Auf Grund der beobachteten Oberflächenströmungen
bei den Feuerschiffen ist insbesondere bei „Elbe 1“ durch den Einfluß der
starken NE-Winde eine ausgeprägte westliche Stromkomponente zu erkennen
[siehe (12) 1935 auf S. 13 u, 37]. Eine eingehende Analyse dieser Strombeob-
achtungen (Zerlegung in Gezeiten- und Reststrom) während der gleichen Wind-
pentade nach der von Mandelbaum (14) angewandten Methode wurde wegen
der geringen Beobachtungszahl in diesem Fall nicht durchgeführt.
Sowohl die Temperatur- als auch die Salzgehaltsverteilung (siehe Abb. 1 u. 2}
an diesem Tage zeigt in auffälliger Weise, daß sich besonders im ÖOberflächen-
wasser ein das ganze Untersuchungsgebiet einnehmender kräftiger Wirbel heraus-
gebildet hat. Dadurch werden auf 54° N westlich von F.Sch, „Elbe 1“ starke
Temperatur- und vor allem starke Salzgehaltsgradienten hervorgerufen. Im
Bodenwasser-Horizont ist von dieser Einwirbelung zweier Wasserkörper an der
Oberfläche anscheinend nichts zu bemerken. In großer Breite setzt das über 5°C
warme und über 33,75% .ghaltige Bodenwasser wahrscheinlich nach Osten (vgl.
Abb.1b mit 2b). Nur auf den flacheren Gebieten im Süden und besonders im
Osten macht sich der kältere und salzärmere Wasserkörper am Boden bemerkbar.
Da der westliche Wasserkörper an der Oberfläche erheblich nach Süden gedrängt
ist, entstehen in vertikaler Hinsicht auch starke Temperatur- und Salzgehalts-
gradienten. Auf 54° N und 08° E betragen die betreffenden Gradienten zwischen
Oberfläche und Boden (etwa 29 m Wassertiefe) 1.75°C und 2.75%. Vergleicht
, Der Punkt in dieser uud den folgenden Tabellen bedeutet: keine Beobachtungen vorhanden.