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Full text: 68, 1940

110 Annalen der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, Dezember 1940, 
durch den Gezeitenstrom überlagert. Im allgemeinen zeigt die obere 10m 
dicke Wasserschicht eine größere Geschwindigkeit als die tieferen Lagen, Eine 
Abhängigkeit mit der Tiefe ist aber bis jetzt nicht festzustellen, da auch umge- 
kehrte Verhältnisse beobachtet werden, 60 em/sec wird als Durchschnitts- 
geschwindigkeit für die Oberfläche angegeben (4). In der Tiele treten Geschwin- 
digkeiten zwischen 40 und 80 em/sece auf, Durch die Reibung am Boden wird 
ein späteres Kentern des Stromes in den Tiefen bedingt als in den oberen 
Wasserschichten, Die sogenannten Restströme unterliegen bei Helgoland starken 
Schwankungen sowohl hinsichtlich ihrer Stärke als auch ihrer Richtung. Man 
muß annehmen, daß besonders in der Tiefe durch die Zusammenwirkung von 
Gezeiten- und Reststrom die Wasserkörper verschiedener Dichte ständig wechseln. 
Es tritt entweder Schichtung oder Vermischung zwischen oben und unten auf, Auf 
Grund eingehender biologischer Beobachtungen müssen zeitweise starke bis in 
die Tiefe gehende Wirbel vorhanden sein, die treibende Gegenstände in diesem 
Gebiet der Tiefen Rinne im besonderen Maße anreichern. Dann treten wiederum 
Strömungen auf, die in der Rinne ausräumend wirken. Ferner ist zu beobachten, 
daß, wenn ein selbständiger Wasserkörper die Tiefe Rinne für längere Zeit ein- 
nimmt, die Bodenwasserschichten fast keine Bewegung zeigen. 
Daß südlich von Helgoland und auch vor den Mündungsgebieten der Elbe 
und Weser-Jade wirbelartige Wasserversetzungen auftreten und tatsächlich immer 
beobachtet werden, wurde erst kürzlich von hydrographischer Seite dargestellt (11), 
Nach der einer Abhandlung des Verfassers beigefügten Kartenskizze [siehe (11) 
Fig. 1 auf S. 90] sind für das hydrögraphische Gesamtbild der südöstlichen 
Deutschen Bucht die Wirbel I vor der Jade-Weser-Mündung und II vor der 
Elbmündung südlich des Helgoland Flachs (s) verantwortlich zu machen. Es ist 
in diesem Zusammenhang nachdrücklich darauf hingewiesen worden, daß die 
Lage dieser Wirbel keineswegs stationär ist, sondern daß die einzelnen Wirbel 
mit der Konvergenzzene hin und her wandern, Bei gewissen Lagen der beiden 
aufeinandertreffenden hydrographisch verschiedenen Wasserkörper gelangt der 
Wirbel IL vor der Elbmündung (11) mit seinem Kerngebiet über der Tiefen 
Rinne zur Ausbildung und ruft bestimmte Wasserbewegungen in der Tiefe 
hervor. Solche Vorstellungen über Wasserversetzungen in diesem Gebiet bleiben 
natürlich rein qualitativer Art. Dies um so mehr, als wir bis heute, wie schon 
eingangs erwähnt, keine Ergebnisse von direkten Strommessungen aus diesem 
Gebiet der Deutschen Bucht haben. Auf der qualitativen Grundlage soll im 
folgenden versucht werden, an Hand von für verschiedene Jahreszeiten &nt- 
worfenen hydrographischen Tages-Zustandsbildern einen Einbliek in die Art der 
Verlagerung der Wasserkörper südlich von Helgoland zu gewinnen, Hierzu 
wurden. die hydrographischen Beobachtungen (Temperatur und Salzgehalt)} der 
von der Staatlichen Biologischen Anstalt auf Helgoland im Jahre 1935/36 mit 
dem Stationsschiff „Augusta“ ausgeführten Planktonfahrten herangeholt (12), 
Diese Fahrten führten in ein kleines Gebiet der südlichen und südöstlichen 
Deutschen. Bucht, in dem zu verschiedenen Jahreszeiten an einem einzigen Tage 
das ganze hydrographische und planktologische Programm stets an denselben 
Stationen durchgeführt wurde, Dieses Untersuchungsgebiet wird begrenzt von 
den Linien Helgoland-—Otzumer Balje (Prielsytem zwischen Spiekeroox und 
Langeoog) im Westen, Wangeroog—F, Sch, „Elbe 1“ im Süden und Helgoland— 
F. Sch. „Elbe 1“ im Osten, Es ist seit langem bekannt, daß die thermischen und 
halinen Verhältnisse des Öberflächen- und Bodenwassers gerade südlich von 
Helgoland bis zur ostfriesischen. Küste hin auf engem Raum sehr verwickelter 
Natur sind. Daher wurden die hydrographischen Beobachtungen von vOrn- 
herein in. eine großmaßstabliche Arbeitskarte eingetragen. Denn die einzelnen 
Stationen legen durchschnittlich 4 sm auseinander und besonders eng auf der 
Linie Helgoland—F., Sch, „Elbe 1%. Da für den vorliegenden Zweck die Hori- 
zontalverteilung von Temperatur und Salzgehalt im Oberflächen- und Boden- 
wasser gleichzeitig betrachtet werden müssen, sind die Oberflächenverhältnisse 
auf durchsichtigem Deckblatt eingetragen, so daß die jeweils vorhandene Massen- 
verschiebung zwischen bestimmten Punkten der Oberfläche und des Bodens in
	        
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