Goederke,E.: Die heutige Kenntnis v,d. Morphol. u. Hydr, d, Helgoländer Tiefen Rinne usw. 409
Vertikalzustand des Konvergenzgebietes kommt es vor, daß zu allen Jahreszeiten
Homothermie und Homohalinität oder thermohaline Schichtung auftreten kann,
Man muß daher aus den Ergebnissen der Helgoländer Terminbeobachtungen (s)
den folgenden Schluß ziehen, daß im Mittel eine thermo-haline Schichtung im
Helgoländer Konvergenzgebiet vorwiegend in den Frühjahrs- und Sommermonaten
Auftritt, daß sie aber im einzelnen nicht jahreszeitlich bedingt zu sein braucht,
Als Beispiel für den jährlichen Ablauf hydrographischer Faktoren, z, B. von
Temperatur und Salzgehalt südlich von Helgoland, wird in diesem Zusammenhang
nochmals auf die Ergebnisse der kürzlich erschienenen Untersuchungen der hydro-
graphischen Verhältnisse der Helgoland umgebenden Gewässer aufmerksam
yemacht [siehe Helgoland-Reede unter (3) und Helgoländer Terminstationen
unter (8)]- Aus Ten Caspers (4) veröffentlichten Stationsmaterial werden
drei Serien an der Station 20, 7apelle 1. N
die innerhalb der 52,5 m-Tiefen- belle Vorder MOKONONT Til ei verkeiltung
linie liegt, in der nebenstehenden Station 20; g= 54° 08,5’ N, 4= 07° 55.l' E.
Tabelle 1 angeführt. - an “+ En
Diese Zustandsdiagramme 1. Juli 1036 | 24, Mürz 1837
zeigen eine deutliche Tempera- SC | % SC | "oo
turschichtung im Frühsommer, 3.4 | 30,80
die im Herbst schon wieder ver- 392 * 3225
schwindet. Im März herrscht 3.45 | 32,84
ebenfalls noch fast Homother- 3.50 33.02
mie. Wie schon andere Unter- 3,35 | 33.00
er. " s 3.35 33.03
suchungsergebnisse für dieses
Gebiet (s) gezeigt haben, kommt eine ausgesprochene Salzgehaltsschichtung im
Süden von Helgoland seltener vor als im Westen dieser Insel oder östlich der
Helgoländer Düne. Besonders bei ruhiger Wetterlage treten derartige Schich-
tungen auf, entweder schiebt sich salzärmeres Wasser aus Osten über das in der
Tiefen Rinne lagernde Wasser hinweg oder noch stärker salzhaltiges Wasser aus
Westen lagert sich darunter. Bei stürmischem Wetter tritt im allgemeinen eine
mehr oder weniger starke Vermischung der sich überlagernden Wasserkörper
ein. Es kommt aber häufig vor, daß die Schichtung durch Stürme nicht auf-
gehoben (2), sondern in vielen Fällen sogar noch verstärkt wird. Ferner ist
häufig zu beobachten, daß die Tiefe Rinne ein Rückzugsgebiet für isolierte aus
Westen stammende Wasserkörper darstellt. Durch besonders starke Westwinde
bedingt kann sehr salzreiches Wasser in die Vertiefung der Tiefen Rinne ein-
dringen und wird meistens auch noch nach Witterungsumschlag (bei vorwiegend
östlichen Winden) auf Grund seines hohen spezifischen Gewichtes für lange Zeit
in diesem Gebiet festgehalten. Es ist bis jetzt noch nicht beobachtet worden,
daß die Tiefe Rinne von salzarmem, friesischem Küstenwasser erfüllt war. Wenn
salzärmeres Wasser aus Osten in die Rinne eingedrungen war, so war der Salz-
gehalt des Tiefen- und Bodenwassers meistens bedeutend höher als derjenige
des an der Oberfläche lagernden Küstenmischwassers,
5. Die hydrographischen Verhältnisse der Tiefen Rinne im Gesamtbild
der Wasserbewegungen der südöstlichen Deutschen Bucht,
Untersuchungsergebnisse über Strombeobachtungen vom verankerten Schiff
aus in der Helgoländer Tiefen Rinne liegen bis heute nicht vor. Es ist aber
wichtig, daß gerade von biologischer Seite (4) auf Grund ihrer faunistischen
Befunde darauf aufmerksam gemacht worden ist, daß in diesem Gebiet südlich
von Helgoland besondere dynamische Verhältnisse vorliegen müssen. Im folgenden
sollen zuerst die wertvollen von Caspers (4) geäußerten Gedanken über die
wahrscheinlichen Wasserbewegungen im Gebiet der Tiefen Rinne angeführt werden,
Da die Heigoländer Tiefe Rinne im Konvergenzgebiet der Deutschen Bucht
liegt, dringt von Westen und Nordwesten starksalziges Nordseewasser aus dem
Englischen Kanal bevorzugt in die Vertiefung der Rinne, Dieses Eindringen ist
zeitweise mit mehr oder weniger großen Vorstößen verbunden, Die an der
Oberfläche bekannten unperiodischen Wasserversetzungen werden in der Tiefe
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