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Volltext: 68, 1940

34 Defant, A.: Die ozeanograph. Verhältnisse während der Anukerstation des „Altair“ usw, 
konstant, Die Hauptelemente der Stromfigur sind: Richtung der Haupt- 
achse: N40°E, maximale Intensität: 8.3 cm/sec, Hauptphase: 0.48 nach 
Meridiandurchgang des Mondes in Gr. Das Verhältnis der großen zur 
kleinen Achse ist 0.43, ihr Drehsinn cum sole, Diese Bestimmungsgrößen 
des halbtägigen Gezeitenstromes fügen sich gut in die bisherigen An- 
schauungen über die Gezeiten des Nordatlantischen Ozeans ein, 
Schwankungen mit einer Periode von 17 Stunden. Diese Periode ent. 
spricht fast genau der Periode der Trägheitsschwingungen dieser Breite 
(9 = 44° 32'). Den Amplituden und den Phasen der beiden Komponenten 
dieser Stromschwankungen kommen in jeder Tiefe Eigenschaften zu, die 
reinen Trägheitsbewegungen eigentümlich sind: ihre Amplituden sind 
gleich, ihre Phasen gegeneinander um 7*/, der Periode verschoben, so daß 
ihre Stromfiguren in großer Annäherung durch einen rechts umlaufenden 
Kreis dargestellt werden, Andererseits kommt diesen Stromschwankungen 
der Charakter interner Wellen an einer Diskontinuitätsfläche 
zu, indem oberhalb und unterhalb der Sprungschicht (stärkstes vertikales 
Diehtegefälle) zwischen 15 und 25 m Tiefe ein völlig inverser Verlauf der 
Schwingungen vorhanden ist, Bei etwa 400 m Tiefe scheint an einer nur 
schwach angedeuteten zweiten Sprungschicht eine weitere Phasenumkehr 
zu bestehen. 
Die Analyse der auf der Ankerstation in einstündigem Intervall gewonnenen 
88 Serienmessungen weisen zunächst auf einen mittleren ozeanischen Aufbau hin, 
der durch 4 Schichten charakterisiert ist: 
1. Eine Öberschichte bis etwa 100m mit einer scharfen Sprungschichte in 
etwa 25 m. 
2. Eine Mittelschichte von 100 bis 350 m mit normaler Dichtezunahme, 
3. Eine zweite, schwächere Sprungschichte zwischen 350 und 450 m. 
4, Eine Unterschichte ab 500 m mit normalem Dichtegefälle. 
Die Schwankungen von Temperatur und Salzgehalt während der Verankerung 
sind von Stunde zu Stunde recht groß und unregelmäßig, Man erkennt aber in 
ihnen die Einflüsse sowohl der 17stündigen Schwankung, wie auch der halb- 
tägigen Gezeitenperiode,. Die Amplituden dieser Wellen ergeben sich aus der 
Analyse als recht klein und erst die Zusammenfassung von Schichten gleich- 
artigen Kurvenverlaufes läßt sie besser hervortreten. Wie aus der Beziehung 
S=f(t) zu erwarten ist, folgen Temperatur und Salzgehalt einander im gleichen 
Rhythmus, Dabei ergab sich, daß sowohl bei der 17stündigen Schwankung, wie 
bei der halbtägigen Gezeitenperiode die Phasen in der Ober- und Mittelschicht 
ungefähr gleich, jene der Unterschicht hingegen soweit die geringe Amplitude 
der Wellen eine genaue Festlegung derselben erlaubte, um etwa eine halbe 
Periodendauer von diesen verschieden war, 
Aus einer eingehenden Untersuchung über den Zusammenhang zwischen den 
Schwankungen der Ströme und jenen des ozeanischen Aufbaus folgt das über- 
raschende Ergebnis, daß man im Bereich des ganzen Meeresgebietes um die 
„Altair“-Kuppe schematisch gesehen mit zwei übereinander gelagerten Systemen 
zu tun hat: 
1. Ein oberes System, das bis etwa 150 bis 200 m reicht und die Ober- 
schichte und die obere Hälfte der Mittelschicht des ozeanischen Aufbaus umfaßt. 
In etwa 25 m Tiefe befindet sich in diesem System das maximale Dichtegefälle 
{erste Sprungschichte). Dieses obere System stellt im Mittel einen stark ge- 
schichteten zyklonalen Wirbel mit Zunahme der Rotationsgeschwindigkeit 
mit der Tiefe dar. Ihm entspricht eine Konzentration der oberen leichten 
Wassermassen um die Rotationsachse, 
2. Ein unteres System ab 200 m; es umfaßt die untere Hälfte der Mittel- 
äachiceht und die tieferen Wassermassen, In. etwa 400m Tiefe ist in ihm eine 
schwache Verstärkung der normalen Dichtezunahme anzunehmen (zweite Sprung- 
schichte). Dieses untere System stellt im Mittel einen schwach geschichteten 
zyklonalen Wirbel mit Abnahme der Rotationsgeschwindigkeit mit der 
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