Defant, A.: Die ozeanograph. Verhältnisse während der Ankerstation des „Altair* usw. 25
Dasselbe ergeben ähnliche Betrachtungen bei der halbtägigen Gezeitenperiode,
Bei der Phase 11® haben wir es mit einer Intensitätssteigerung des zyklonaslen
Wirbels als ganzes, bei der Phase 5% hingegen mit einer Abschwächung desselben
zu tun. In beiden Fällen ist die Steigerung der Intensität des Wirbels mit einer
Schieferstellung der Isolinien verknüpft, also in den zentralen Partien mit einer
Aufwölbung, in den Randpartien mit einer Senkung derselben. Bei einer Ab-
schwächung der Rotationsgeschwindigkeit ist das Umgekehrte der Fall. Auch
nach den Verhältnissen bei der halbtägigen Gezeitenperiode muß die Ankerstiation
im Äußeren Randgebiet des zyklonalen Wirbels gelegen haben,
In schematischer Weise lassen sich die Massenverteilungen im zyklonalen
Wirbel bei den extremen Fällen des Stromaufbaues durch die meridionalen
Schnitte in Abb. 18 wiedergeben,
Das linke Bild gibt die Verstärkung des unteren Wirbels durch die
Abnahme der Geschwindigkeit mit der Tiefe: Verschwinden der Einbuchtung
der Isosteren in der Deckschichte, Abkühlung im den Zentralen und Erwärmung
77 18V . Ba BO
übh4 8 U 20 0. 4 8 08 16 20 0 4 8 0 %6 260 0 %& 8 %
TS
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Abb, 19,
EL Temperaturänderungen in der Schicht 25- bis 75 m-Tiefe bestimmt aus der Überlagerung
der Trägheitswelle und der halbtägigen Gezeit (ausgezogene Kurven), [Die Skala ist bei
der Temperaturwelle verkehrt, «0 daß ein Verlauf nach unten Temperaturzunahme, ein
Verlauf nach oben Temperaturabnahme bedeuten. ]
%, Die Ostkomponente des Stromes (Grundströmung --- Träghkeitswelle und halbtägigen Gezeit)
durch Punkte angedeutete Kurve.
in den äußeren Teilen des Wirbels, Phase 10.5 der Trägheitsschwingung und
1i® der halbtägigen Gezeit,
Das rechte Bild gibt die Verstärkung des oberen Wirbels und die
Abschwächung des unteren Wirbels durch die Zunahme der Geschwindigkeit
mit der Tiefe: Verstärkung der Einbuchtung der Isosteren in der Deckschicht,
Erwärmung in den zentralen und Abkühlung in den äußeren Teilen des Wirbels,
Phase 23 der Trägheitsschwingung und 54 der halbtägigen Gezeit, Der vertikale
Strich auf der rechten Seite der Wirbel zeigt an, wo man sich ungefähr die
Lage der Ankerstation gegenüber dem Wirbelzentrum zu denken hat.
Wie eng die Beziehung zwischen Strom- und Temperaturschwankungen ist,
soll noch Abb. 19 zeigen, Sie gibt 1. in der einen Kurve die Zusammensetzung
der nach der Analyse gewonnenen zwei Temperaturwellen, der 17stündigen
Trägheitsschwingung und der halbtägigen Gezeitenwelle (dünne Linien), die
Skala ist hierbei invyers genommen, so daß Anstieg der Kurven Abkühlung, Abfall
Erwärmung bedeuten; 2. in der durch Punkte angezeigten Kurve hingegen
den Stromverlauf der Ostkomponente für die Schichte 5 bis 15 m Tiefe, und
zwar Grundstrom -+ Trägheitsschwingung -}- halbtägige Gezeit, Beide Kurven
decken sich nahezu vollständig, Ein besserer Beweis für die geseitzmäßigen Zu-
sammenhänge beider Erscheinungen Jäßt sich kaum erwarten.
Überblicken wir das ganze, so tut sich uns in diesen Zusammenhängen
zwischen Stromschwankungen und Schwankungen des thermo-halinen Aufbaues
eine großartige innere Verknüpfung der ozeanischen Erscheinungen kund, die
gesetzmäßig ablaufen und die ganzen zeitlichen Schwankungen der ozeanogra-
phischen Elemente beherrschen. Es ist ein Zufall, daß der „Altair“ bei seiner
fast viertägigen Ankerstation 80 klare und durch die engabständigen Beob-
achtungen entwirrbare ozeanographische Verhältnisse angetroffen hat, aber es