Defant, A.: Die ozeanograph. Verhältnisse während der Ankerstation des „Altair“ usw. 15
vertikalen Verteilung der Temperatur und des Salzgehaltes und damit der Dichte
richtig beurteilen zu können, ist es angezeigt, sich ein Bild der mittleren verti-
kalen Verteilung dieser Elemente zu machen, da doch von der Art, wie diese
sich verhält, in erster Linie die Größe der zeitlichen Schwankungen in den ver-
schiedenen Tiefenhorizonten abhängt. Tab. 4 enthält die Zahlenwerte dieser
Tabelle 4, Mittlerer vertikaler Aufbau auf der Ankerstation des „‚Altair* 16. bis 20. Juni 1938.
Tiefe MM rw=0.usnnne 0 25 50 75 100 150 200 300 400 600 &00
Temperatur °C ..... 17.06 16.08 14,76 13,72 13.31 12.79 12,28 1105 9.48 656 5.22
Salzgehalt %g ==... 35.89 35.87 35.84. 35.76 35.72 35.66; 35.59 35.40 35.24 35.02 35.03
Dichte dı....000anm 26.19 26.14 2669 2683 2690 26.095 27.00 27.08 27,23 27.50 27,70
Mittel für die Temperatur, den Salzgehalt und die Dichte, während Abb. 7 die
vertikale Verteilung dieser Elemente in graphischer Form wiedergibt.
Die Unregelmäßigkeiten in der vertikalen Temperatur und Salzgehalts-
verteilung geben zu einer ganz charakteristischen Kurve der vertikalen Dichte-
verteilung Veranlassung: Bis etwa 100 m Tiefe nimmt die Dichte sehr rasch zu,
wobei knapp unter 25 m das größte vertikale Dichtegefälle vorhanden ist (0.20
in v4 pro 10 m). Zwischen 100 und 350 m ist das Gefälle viel kleiner und von
der Größenordnung 0.008 in 04 pro 10 m. In etwa 400 m Tiefe scheint dann wieder
eine Verstärkung des Dichtegefälles vorhanden zu sein (0.022 in ow pro 10 m),
worauf sich ab 500 m wieder das frühere Gefälle einstellt. Es sind demnach
im vertikalen Aufbau vier Schichten zu verzeichnen:
1. Oberschichte bis etwa 100 m mit einer scharfen Sprungschicht in etwa
25 m (erste Sprungschichte).
2. Mittelschichte von 100 bis 350 m mit normaler Dichtezunahme.
3, Zweite schwächere Sprungschichte zwischen 350 und 450 m.
4. Unterschichte ab 500 m mit normalem Dichtegefälle,
Sieht man sich die vertikalen Verteilungen von t und S näher an, dann sind
durch vertikale Verlagerung der Wassermassen, wie sie an internen Wellen ge-
knüpft sind, keine großen zeitlichen Schwankungen in diesen beiden Elementen
zu erwarten; am ehesten noch in der Oberschichte bis 100 m können die Tempe-
raturänderungen etwas größere Beträge erreichen. Die graphische Darstellung
der Temperatur- und Salzgehaltswerte für die zehn Tiefen 25, 50, 75, 100, 150,
200, 300, 400, 600 und 800 m zeigen dies deutlich. Aber wenn auch die Schwan-
kungen beider Elemente von Stunde zu Stunde recht bedeutend und unregel-
mäßig sind, ersieht man im allgemeinen Verlauf der Kurven doch wieder die
Einflüsse der 17stündigen Trägheitsschwingung und der halbtägigen Gezeit, Sie
äußern sich natürlich des stärkeren vertikalen Gefälles wegen bei der Temperatur
stärker, weshalb ihre Werte der harmonischen Analyse unterzogen wurden.
Tab. 5 gibt das Ergebnis. Die Amplituden beider Wellen sind recht klein und
Tabelle 5. Analyse der Temperaturbeobachtungen auf der Ankerstation des „,Altair“ 16, bis 20. Juni 1938,
17 Stundea-Periode . ' Halbtägige Gezeitenperiode
Amplitude °C | Phase \ Awoplitude ° C | Phase
nach dem h V | nach der K, A. Sıd nach dem h. V.| nach der K. A std.
0.10
09
007
0.05
004
0.04
0.06
Ö.10
9.09
3 |
50
75
00
150
200
300
400
600
aM
Mittelwerte
für
Schichten
25— 75 0.06 0.12
100—200 0.02, Oi
300— SU0 CO 002.
0.10
0.09
0.025
0.02,
0.035
0.02,
0.025
0.0
0.01,
NA
12.13h 9X
9,25 #)
9.63 75
1124 10)
12.96 150
14.58 200
12.95 | 3800
2.41 400
3.68 * 60)
m [Va
‚Gh
WO.C1
9,75
11.18
11,27
1.10
2.24
ILO4
6.53
515
10.64®
1381
A377
25— 75 004 0.09; 11.200
100-— 400 0086| 0.094 1177
BOCH RP 0.01, | 0 OPn RRA