5. Ergebnisse 29
Abbildung 5-5: Differenzen (nahe (links) bzw. ferne Zukunft (rechts) minus Bezugszeitraum) der klimatologi-
schen Mittel für die Anzahl Potentieller Sturmflutereignisse bei Cuxhaven (unten), deren Andauer (Mitte)
sowie die dabei eingetretene effektive Höchstwindgeschwindigkeit (oben). Die Ergebnisse beruhen auf 8
Realisierungen des Weiter-wie-bisher-Szenarios mit den gekoppelten Klimamodellen MPI-OM/REMO und
NEMO/RCA4. Positive Differenzen sind in rot und negative in blau dargestellt.
5.1.2 Wetterlagen und Stürme über der Nordsee
Da die Wetterlagenklassifizierung auf der Analyse von Luftdruckfeldern im Meeresniveau (SLP) beruht,
wurden diese zunächst für die regional gekoppelten Modelle NEMO/RCA4 und MPI-OM/REMO mit
Hilfe von Reanalysen, der BNSC und Messdaten validiert. Für NEMO/RCA4 stimmen die SLP-Felder sehr
gut mit den Referenzdatensätzen überein. Die MPI-OM/REMO SLP-Felder hingegen zeigen leichte nega-
tive Abweichungen zu den Referenzdatensätzen in der gesamten Nord- und Ostseeregion. Da es sich um
einen relativ konstanten Offset über dem Gesamtgebiet handelt, werden dennoch die Hoch- und Tiefdruck-
gebiete und deren Laufbahnen ausreichend gut abgebildet. Genauere Informationen zur Validierung sind
im Meilensteinbericht M108a-2 (Ganske et al. 2019) zu finden.
? Die Wetterlage „Nordwest“ wird in Zukunft im Weiter-wie-bisher-Szenario signifikant häufiger auf-
treten, wobei dies vor allem durch eine höhere Anzahl an Episoden und nicht über die Andauer
zu erklären ist. Die Wetterlage „Südost“ nimmt sowohl in der Anzahl der Episoden, als auch in
dem mittleren Andauern ab. Auch das mittlere Andauern der Wetterlage „Zyklonal“ wird abnehmen.
Für die Wetterlage „Nordost“ ergibt sich ein leichter Rückgang der Anzahl der Episoden. Für die
Wetterlagen „Antizyklonal“ und „Südwest“ lassen sich keine eindeutigen Aussagen treffen.
? Im Rahmen der Wetterlagenanalyse wurden für die Nordseeregion Stürme identifiziert und nach
Stärke klassifiziert: Sturm (G), starker Sturm (SG) und sehr starker Sturm (VSG). Auf Basis von
8 verfügbaren Weiter-wie-bisher Realisierungen und den drei genannten Sturmklassen wurden für
die Zeitscheibe ferne Zukunft in insgesamt 18 von 24 Fällen höhere relative Häufigkeiten festge-
stellt. Davon entfielen 5, 6 und 7 auf die Klassen G, SG und VSG. Für die Zeitreihen jährlicher
relativer Häufigkeiten der Sturmklassen von 1961–2099 ergaben sich in 8 von 24 Fällen signifikant
positive Trends, die mit den stärksten Anstiegen im Zeitscheibenvergleich assoziiert sind. Wei-
tergehende statistische Analysen sind erforderlich und geplant.