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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

Frank, Hans: Über Seewinde, 
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Im Gebiet um Flensburg kann man beobachten, wie die beiden Seeräume 
der Nordsee und der Ostsee jeder mit seinem Seewindsystem in das Wetter- 
geschehen eingreift. Vormittags weht häufig leichter Seewind von der Ostsee, 
dan kommt eine mehrere Stunden anhaltende Mittagsflaute, schließlich drängt 
mit großer Kraft etwa gegen 16 Uhr, verbunden mit einem Schauer, der Seewind 
von der Nordsee herein und hält sich ungefähr bis 23 Uhr. Nachts wird es still 
und am nächsten Morgen kommt wieder leichter Ostwind durch. — 
Es sei noch auf eine Art Rückkopplung bei längeren Wetterperioden hinge- 
wiesen, die Zusammenhang mit Seewinden hat, Steht im Sommer längere Zeit 
Seewind auf eine Küste an, so wird das Wasser schnell warm, da der Wind das 
warme Wasser an der Küste festhält, Der Seewind wird dadurch von Tag zu 
Tag schwächer, schließlich kommt ein ganz flauer, sehr heißer Tag. Mit Gewittern 
kommt Westwind durch. Dieser treibt das warme Wasser nach See, kaltes Auf- 
tiriebwasser kommt hoch, so daß noch im Juli die Wassertemperatur schnell. auf 
14° sinkt. Nach Beruhigung der Wetterlage setzt nun vermöge der schärferen 
Temperaturgegensätze Wasser Land ein. ausgeprägterer Seewind ein — das Spiel 
wiederholt sich, bis im Hochsommer das Wasser durchwärmt ist, 
Die hier mitgeteilten Dinge sind keine Messungsergebnisse, sondern Erfah- 
rungen, die während mehrerer Beobachtungsjahre gewonnen wurden, Bei Zahlen 
gehört schon viel Geschick dazu, um nicht durch verkehrte Fragestellung von 
der Natur auch undurchsichtige Antworten zu erhalten. 
Die Kartenbeschickung der Funkpeilung in der Merkatorkarte. 
Von Prof, W. Immler, Berlin, 
[Hierzu Tafel 28 und Tabellentafel 29 mit Tabellen 8 und 9.) 
Nachdem vor kurzem in dieser Zeitschrift (Ann, d. Hydr. 1940 S. 282) eine 
Abhandlung‘ über die Kartenbeschickung der Funkpeilung in der winkeltreuen 
Kegelkarte erschienen ist, erscheint es angebracht, die dort aufgeführten Methoden 
auch in der navigatorisch häufiger gebrauchten Merkatorkarte einem Vergleiche 
zuzuführen, Wesentlich Neues kann hier natürlich nicht gebracht werden, da 
die Behandlung dieser Frage in der Merkatorkarte bedeutend älter ist. Es wird 
aber doch gut sein, die Vergleichswerte zusammenzustellen, da in der Praxis über 
den Genauigkeitsgrad der Methode häufig falsche Auffassungen bestehen oder 
die früher aufgestellten Untersuchungsergebnisse in Vergessenheit geraten sind, 
Die Betrachtung, die sich auch hier wieder auf den Raum von 20° N bis 70° N 
in Breite und auf einen Längenunterschied bis zu. 50° zwischen Empfänger und 
Sender beschränken soll, vereinfacht sich gegenüber der winkeltreuen Kegelkarte 
insofern, als die Berührungsbreite #4 verschwindet bzw. in der Merkatorkarte auf 
fpe=0° verlagert wird, Die Meridiankonvergenz spielt keine Rolle mehr, und 
die gebräuchliche Formel für die Beschickung u zwischen Großkreis und Karten- 
gerade (hier Loxödrome) unterscheidet sich wegen der Parallelität der Meridiane 
nicht mehr yon dem in der Kegelkarte betrachteten Winkel u-+y. Die wahren Werte 
der Differenz zwischen Großkreis und Loxodrome sind in Tab. 1 zusammengestellt. 
Man benutzt im allgemeinen für die Beschickung u den Wert 
4 4 ws Kae vB 
Auch in der Merkatorkärte gibt diese Formel nur dann einigermaßen genaue 
Werte, wenn die Empfängerbreite 9, und Senderbreite @ annähernd gleich sind, 
Bei größeren Längenunterschieden zeigt sich, daß u. nicht mehr proportional 
zum Längenunterschied ist, Die systematischen Fehler, weiche bei Gebrauch der 
Formel (1) gemacht werden, finden sich in Tab. 8 unter a und sind in Abb. 1 
auf Tafel 28 dargestellt. Die Fehler wachsen an den Breitengrenzen des Bereiches 
stark an, und zwar stärker auf hoher als auf niederer Breite, 
Man kann auch hier wieder so vorgehen, daß man ohne Rücksicht auf eine 
Formel die in Tab, 1 gegebenen wahren Werte zu einer Mittelbildung umsetzt, 
wobei man den Zahlen je nach dem Breitenunterschied zwischen Sender und
	        
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