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Full text: 68, 1940

Neumann, Gerb.: Mittelwerte längerer u. kürzerer Beobachtungsreihen des Salzgehaltes usw. 385 
Wie bei den Jahresmittelwerten, so besteht auch bei den Monatsmittelwerten 
aufeinanderfolgender Jahre eine Tendenz zu höherem bzw. niedrigerem Salz- 
gehalt. Doch sind die einzelnen Monate in ihrem Verhalten sehr verschieden, 
wie die ausgeglichenen Kurven der Abb. 8 zeigen. Am stärksten ist die säkulare 
Schwankung der Oktobermittelwerte, wo wir in den Jahren um 1907 bei den 
Feuerschiffen Skagens Rev, Schultz’ Grund und Gjedser Rev deutlich geringere 
Salzgehaltswerte antreffen als in den Jahren am Anfang und Ende des 59jährigen 
Beobachtungszeitraumes. Im August ist eine solche Tendenz zu niedrigeren 
Salzgehaltswerten um 1907 jedoch nicht vorhanden; im Gegenteil, wir finden zu 
dieser Zeit wieder besonders hohe Salzgehalte. Bei Skagens Rev und Schultz’ 
Grund treten im August hohe Salzgehalte etwa in den Jahren um 1889, 1905, 
1920 und 1934, also in Abständen von ungefähr 15 Jahren auf. Bei Gjedser Rev 
sind die Augustmittelwerte um 1913 hoch und um etwa 1893 niedrig. Im Januar 
sind die Mittelwerte der Jahre etwa von 1905 bis 1925 durchschnittlich etwas 
größer als die vor und nach diesem Zeitraum beobachteten, Daneben macht 
sich jedoch um 1915 eine Tendenz zu niedrigeren Werten bei allen Feuerschiffen 
deutlich bemerkbar. 
Bei der außerordentlich starken Verwicklung der hydrographischen Verhält- 
nisse der Beltsee und des Kattegats wird e&s kaum möglich. sein, mit Hilfe von 
Mittelwerten einen tieferen Einblick in die Hydrographie dieser Gewässer zu 
gewinnen. Um dem Kernproblem der Ostsee, der Frage des Wasseraustausches 
durch die Belte und den Sund, näher zu kommen, Scheint es vornehmlich nur 
den einen Weg zu geben, möglichst viel Einzelphänomene, besonders typische 
Fälle, in den Kreis der Betrachtungen zu ziehen. Eine solche speziellere Unter- 
suchung: der Tage mit extrem hohem bzw. extrem niedrigem Salzgehalt und der 
dabei auftretenden Strömungen soll, soweit es das Beobachtungsmaterial zuläßt, 
einer späteren Arbeit vorbehalten werden. 
Die großen Unterschiede der Monatsmittelwerte von Jahr zu Jahr und die 
teilweise angedeuteten Säkularschwankungen, die außerdem für die einzelnen 
Monate ganz verschieden sein können, lassen es jetzt ohne weiteres verstehen, 
weshalb die aus verschiedenen Beobachtungszeiträumen abgeleiteten Jahresgänge 
30 stark voneinander abweichen. Wenn Ruppin in seinen Mittelwerten für 
1902 bis 1911 eine doppelte Periode deutlich entwickelt findet, ist dies lediglich 
darauf zurückzuführen, daß nur die Oktobermittelwerte in diesem Zeitabschnitt 
so extrem niedrig gewesen sind, während in den benachbarten Monaten eine 
entsprechend starke Verminderung des Salzgehaltes nicht eingetreten ist. Wie 
wir gesehen haben, besteht im August sogar eine Tendenz zu höheren Werten. 
Daraus ergibt sich dann für diesen Beobachtungszeitraum ein sekundäres Mini- 
mum im Oktober, während in einem anderen Zeitraum (1924 bis 1936), wo die 
Verhältnisse gerade umgekehrt waren, ein sekundäres Maximum resultiert, Wir 
sehen also, daß auch die auf Grund verhältnismäßig langer Beobachtungsreihen 
ermittelten Jahresgänge des Salzgehaltes nur ein zufällig konstruiertes Bild 
liefern, das nur für eine gewisse Periode Gültigkeit hat. 
In Abb, 9 sind die Monatsmittelwerte des Bodensalzgehaltes für Oktober 
und November bei Feuerschiff Skagens Rev und Schultz’ Grund dargestellt, Bei 
Feuerschiff Gjedser Rev lassen sich die Mittelwerte vor 1920 und nach 1920 
nicht miteinander vergleichen, da das Feuerschiff, wie schon einmal erwähnt 
wurde, seine Position und damit die Beobachtungstiefe um mehrere Meter ge- 
ändert hat. Bei Feuerschiff Schultz’ Grund sind säkulare Schwankungen auch 
am Boden angedeutet. Von etwa 1901 bis 1913 sind die Salzgehaltsmittelwerte 
im November durchschnittlich größer als vor und nach diesem Zeitraum. Im 
Oktober sind die Jahre etwa um 1883, 1905 und 1931 besonders salzreich. Wie 
wir in Abb, 4 gesehen haben, erhält Ruppin für 1902 bis 1911 am Boden ein 
sekundäres Maximum im November, Im Beobachtungszeitraum 1924 bis 1936 
ergibt sich dagegen ein sekundäres Minimum, und Jacobsen, der die Beobach- 
tungen von 1880 bis 1905 verwendet, findet eine kontinulerliche Salzgehalts- 
abnahme vom Sommer zum Winter, Diese verschiedenen Jahresgänge sind auch
	        
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