Neumann, Gerb.: Mittelwerte längerer u. kürzerer Beobachtungsreihen des Salzgehaltes usw. 379
von 1880 bis 1938 finden wir aber von einem doppelten Gang nicht mehr viel
wieder, Es bleibt nur noch eine sehr starke Abschwächung des sommerlichen
Salzgehaltsanstieges übrig. Von August bis Januar steigt der Salzgehalt nur noch
um 0,7%, also um etwa */, der Amplitude an. Bei den Feuerschiffen Schultz’ Grund
und Anholt knob zeigen die Ruppinschen Kurven wie bei Feuerschiff Skagens Rer
ebenfalls deutlich den doppelten Jahresgang. Das sekundäre Minimum liegt wie
bei allen anderen Jahreskurven des Beobachtungszeitraumes 1902 bis 1911 im
Oktober, In den Mittelwerten der Jahresreihe 1924 bis 1936 sind die Verhält-
nisse gerade wieder entgegengesetzt, denn hier finden wir im Oktober das se-
kundäre Maximum, während das sekundäre Minimum erst im Dezember auftritt,
Zu einer ganz anderen Vorstellung von der Jahresschwankung des Salzgehaltes
kommen wir auf Grund der Mittelwerte von 1903 bis 1930. Der einfache Gang
ist hier besonders deutlich. Dasselbe zeigen auch die Mittelwerte von Jacobsen
für 1880 bis 1905 für Schultz’ Grund. Bei Feuerschiff Gjedser Rey nehmen wir
die von Spethmann für den Zeitraum 1903 bis 1911 berechneten Mittelwerte,
da von Ruppin für dieses Feuerschiff keine Angaben vorliegen. Die Mittel-
werte von 1903 bis 1911 zeigen die einfache Periode mit einem Maximum im
Winter und einem Minimum im Frühsommer, wie wir sie nach den Mittelwerten
längerer Beobachtungsreihen auch bei den anderen Feuerschiffen im Kattegat
und in der Beltsee annehmen müssen, Abgesehen von dem hohen Oktoberwert
der Jahre 1924 bis 1936 weichen die einzelnen Monatsmittel nicht mehr so stark
voneinander ab wie bei den drei Feuerschiffen im Kattegat. Die größten Unter-
schiede der Monatsmittelwerte der einzelnen Beobachtungsperioden treten im
Oktober auf. Bei den Feuerschiffen Schultz’ Grund und Anholt knob beträgt
in diesem Monat der Unterschied zwischen den Mittelwerten von 1902 bis 1911
und 1924 bis 1936 3.4% 9 bzw. 3,8%. also etwa die Hälfte der Amplitude der
Jahresschwankung. Auffallend gering ist aber bei allen vier Feuerschiffen der
Unterschied der einzelnen Monatsmittel für August bzw. Juli.
Der Vergleich der Jahreskurven verschiedener Beobachtungsreihen zeigt
deutlich, daß, abgesehen von dem Hauptmaximum und -minimum, allen übrigen
Einzelheiten im Kurvenverlauf keine Realität zukommt, Die von Ruppin
festgestellte und später von anderen Autoren dem baltischen Wasser
als „eigentümlich“ bezeichnete doppelte Periode des Salzgehaltes
verschwindet restlos im Mittel längerer Beobachtungszeiträume, Als
einigermaßen feststehend kann angenommen werden, daß die Jahresschwankung
des Salzgehaltes von ganzjähriger Periode ist, mit einem Maximum etwa im
Januar und einem Minimum etwa im Mai, nur bei Feuerschiff Skagens Rev
weicht die Jahresschwankung des Oberflächensalzgehaltes selbst für die 59 jährige
Reihe von 1880 bis 1938 von diesem regelmäßigen Gang stärker ab. Wenn wir
hier auch nicht von einem ausgesprochenen doppelten Gang sprechen können,
so scheint es doch sehr wahrscheinlich, daß nach dem sehr starken Anstieg
des Salzgehaltes von Mai bis August in den darauffolgenden Monaten bis zum
Maximum im Januar nur geringfügige Veränderungen im Salzgehalt auftreten.
Im Gegensatz zu den großen Unterschieden der Monatsmittelwerte, ins-
besondere der Herbstmonate, stehen die verhältnismäßig geringen Abweichungen
der Jahresmittelwerte des Salzgehaltes verschiedener Beobachtungsreihen,
Tabelle 2, Jahresmittelwerte des Salzgehaltes für verschiedene Beobachtungsreihen,
Oberfläche! Boden IOberfläche! Boden IOberflächel Boden Oberfläche
Zeitratum
Jacobsen ..... 186 | 3L0
Ruppin ... 183 | 306
Spethmann. ‚| 18.2 | 505
Dän. Mittel Sn 8 |
werte......| 18.6 | 30.6 | 207 | 223 | 293 a 103
1097 1036, _86 | me] 207 | 32.6 | 3 | ms 105
In Tab. 2 sind die Jahresmittelwerte des Oberflächen- und Bodensalzgehaltes
für die Beobachtungszeiträume 1880 bis 1905, 1902 bis 1911. 1908 bis 1980
1
29.5 | 33,9
29.1 | 733.7