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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

8374 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1940. 
sich schon nach Wegemanns Untersuchungen als unbedingt notwendig erwiesen 
hat —, benutzt Ruppin (s) das Beobachtungsmaterial der Jahre 1902 bis 1907 
und 1902 bis 1911 nebeneinander und zieht, ohne einen Ausgleich vorzunehmen, 
weitgehende Schlüsse über den hydrographischen Charakter der Belt- und Ost- 
see. Er geht unter anderem sehr ausführlich auf „weitere Einzelheiten der 
Oberflächensalzgehaltskurven“ ein und versucht, diese zu erklären. Insbesondere 
wird dem in seinen Kurven deutlich hervortretenden doppelten Salzgehaltsgang 
an der Oberfläche und am Boden große Beachtung geschenkt. Auch in der 
neueren Literatur (Böhnecke (4), Kobe (s)) wird, wohl hauptsächlich in An- 
lehnung an die Ruppinschen Kurven bzw. Bearbeitung des Materials der Jahre 
1902 bis 1914, auf diese doppelte Periode im Salzgehalt eingegangen, wobei an 
einigen Stellen schon von dem „bekannten, dem baltischen Wasser eigentüm- 
lichen doppelten Maximum und Minimum“ gesprochen wird, obwohl es bis jetzt 
noch nicht gelungen ist, eine nur 
einigermaßen befriedigende Erklärung 
für den als reell angenommenen dop- 
pelten Gang zu geben. Gerade auf 
dieses doppelte Maximum und Minimum 
im Jahresgang des Salzgehaltes werden 
wir näher einzugehen haben. 
Streng an denselben Zeitraum halten 
sich auch Knudsen (e) und Speth- 
mann (7), die in ihren Arbeiten eine 
zusammenfassende Übersicht über das 
bis dahin in internationaler Zusammen- 
arbeit gewonnene Beobachtungsmaterial 
geben. Ausgangspunkt der Betrach- 
tungen ist bei Spethmann die Frage, 
. welche Stürme einlaufenden und welche 
auslaufenden Strom erzeugen und wie sie sich auf die Salzgehaltsverteilung aus- 
wirken. Da das Beobachtungsmaterial im wesentlichen demselben Zeitraum ent- 
nommen ist, ist der Salzgehaltsgang an der Oberfläche und am Boden ähnlich 
wie bei Ruppin, doch weicht die Erklärung des Salzgehaltsganges von der 
Auffassung dieses Autors in wichtigen Punkten völlig ab. 
In neuerer Zeit hat A. C. Jensen (s) die Schwankungen des hydrographischen 
Zustandes der Gewässer zwischen. Nord- und Ostsee sehr eingehend mit Hilfe 
der Korrelationsrechnung untersucht. Er benutzte dabei außer Monats- und 
Vierteljahresmittelwerten auch Jahres- und Fünfjahresmittel, um die langperi- 
odischen Schwankungen besser zu erfassen, Im allgemeinen beziehen sich seine 
Korrelationen auf die Jahre 1898 bis 1934, doch bringt er dazwischen auch 
solche innerhalb anderer Zeiträume. Im Zusammenhang mit den jahresperiodischen 
Schwankungen weist Jensen auch wieder auf die Ruppinsche Arbeit hin und 
übernimmt für zwei Stationen in der Ostsee die von Ruppin angegebenen Mittel- 
werte (1902 bis 1907 bzw. 1911), Bei den großen Änderungen von Jahr zu 
Jahr und von Monat zu Monat in diesen Meeresteilen und den von Jensen mit- 
geteilten Korrelationskoeffizienten, die zum größten Teil recht klein ausfallen, ge- 
winnt man den Eindruck, daß der Zufall hier eine große Rolle spielen wird und den 
Ergebnissen. der Korrelation vielleicht zu große Beachtung geschenkt worden ist. 
Monatsmittelwerte des Salzgehaltes für verschiedene Beobachtungsperioden, 
Für die beiden deutschen Feuerschiffe Adlergrund und Fehmarnbelt lagen 
die Beobachtungen von 1924 bis 1986 (10) zur Bearbeitung vor, deren KErgeb- 
nisse kurz mitgeteilt werden sollen. Wir werden diese Mittelwerte später zum 
Vergleich mit anderen Beobachtungsreihen heranzuziehen haben. Die Meer- 
wasserproben zur Salzgehaltsbestimmung wurden sechsmal im Monat, und zwar 
am 1., 6, 11, 16, 21. und 26. jedes Monats entnommen. Bei Adlergrund wurde 
in diesem Zeitraum nur an der Oberfläche, bei Fehmarnbelt aber auch am Boden 
gemessen. Die Monatsmittelwerte des Oberflächensalzgehaltes für die Jahre 
1924 bis 1936 sind in Abb. 1 graphisch dargestellt und, um sie später für einen
	        
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