6 Defant, A. Die Lage des Forschungsschiffes „Altzir“ auf der Ankerstation usw,
halbstündige Mittelwerte der Schiffkurse während der ganzen Zeit der Ver-
ankerung; sie wurden aus den einminutigen Notierungen ermittelt,
Tab. 5 [Anhang] enthält Temperatur, Salzgehalt und Dichte (&;) für die
Standardtielen jeder Serie mit den für die Charakterisierung der Messung not-
wendigen Daten über Drahtwinkel, Wind, Wetter, Seegang und Echotiefe, Die
mitgeteilten Werte der Temperaturen und des Salzgehaltes sind die auf die
Standardtiefen reduzierten Werte; sie weichen von den beobachteten Werten,
die sich auf die durch den Drahiwinkel verfälschten jeweiligen Messungstiefen
beziehen, nur um kleine Beträge ab, da der Drahtwinkel meistens in mäßigen
Grenzen blieb. Die Reduktion erfolgte auf praktischem Wege aus den Vertikal-
kurven von £ und 8, die mit Hilfe der durch die druckungeschützten Thermo-
meter gegebenen wahren Messungstiefen im größeren Maßstab entworfen wurden.
Die für die ersten Serien fehlenden Beobachtungen der 25 m Tiefe wurden eben-
falls den Vertikalkurven entnommen. Beim Salzgehalt ist ihre Zuverlässigkeit
infolge der gerade in dieser Tiefe vorkommenden starken Schwankungen nicht
sehr groß; die Werte wurden deshalb in eckige Klammern gesetzt, Ähnlich
wurde auch mit jenen Werten verfahren, die offenkundig falsch waren; der in
Klammern stehende Wert ist dann der Vertikalkurve entnommen worden,
Tab, 6 [Anhang] enthält die Ergebnisse der Strommessungen für die einzelnen
Tiefen, und zwar für jede Messung das Zeitintervall derselben, die mittlere Zeit
derselben, die Richtung und die Geschwindigkeit in em/sec des Stromvektors
und schließlich die Stromkomponenten N und E, Die angegebenen Werte sind
Mittelwerte für das angeführte Zeitintervall. Da innerhalb desselben häufig
größere Schwankungen vorkommen, die offenkundig mit dem Schwojen des
Schiffes in Verbindung stehen und ungenaue Werte der Richtung und Stärke
des Stromes geben, wurde versucht, die anscheinend gefälschten Werte zu elimi-
nieren und Mittelwerte zu gewinnen, die dem Zeitintervall vorher und nachher
einigermaßen entsprechen, Es kann keine Regel angegeben werden, wie hierbei
verfahren. wurde, denn jeder Fall ist für sich anders, Die auf diese Weise
„Korrigierten“ Werte sind durch eckige Klammern gekennzeichnet worden, Da
außerdem für die harmonische Analyse der Werte das Fehlen eines Stunden-
wertes recht unangenehm ist, wurden solche fehlenden Werte aus einer graphischen
Darstellung aller Werte aus dem allgemeinen Kurvenverlauf interpoliert. Auch
diese „Iinterpolierten“ Werte sind entsprechend gekennzeichnet.
4, Die Lage des „Altair““ während der Verankerung,
Der „Altair“ war zuerst mit einer Trosse von 7500 m Länge, ab 16% 50m
des 17. Juni an einer solchen von 5000 m Länge fest verankert. Es ist zu er-
warten, daß durch die ansehnliche Länge dieser Trosse starke Schwojbewegungen
des Schiffes ermöglicht wurden. Sie äußern sich auch in den Minutenablesungen
des Schiffskurses, Bei jeder Störung der Kräfte, die das Schiff in einer Gleich-
gewichtslage hält, reagiert dieses durch Pendelungen um die neue Gleichgewichts-
lage. Die Schwingungsdauer dieser Schwojbewegungen hängt von der Schiffs-
masse und von der Trossenlänge, von ihrem Aufliegepunkt aus gerechnet, ab,
Trägt man. sich alle Ablesungen des Schiffskurses im Intervall von 1 Minute
graphisch auf, dann zeigt sich, wie unruhig die Lage des Schiffes während der
Verankerung war. Aber dies war nicht stets der Fall. Nach ruhigeren Zeiten
tritt manchmal unvermittelt ein Ausweichen des Schiffes aus seiner bisherigen
Lage ein und dann folgen dieser Störung eine Anzahl Pendelungen mit einer
mehr oder minder konstanten Periode und zumeist abnehmender Amplitude,
Einige dieser Fälle wurden eingehender untersucht, Gelegentlich ist die Ampli-
tude recht bedeutend und die Kursschwankung geht über einen ganzen Quadranten.
Die Periode yarliert zwischen 30 und 45 Minuten, Es konnten aber keine äußeren
Umstände gefunden werden, von denen die Länge der Periode abhängt, Daß
solche große Schwojbewegungen die Strommessungen beeinflussen müssen, ist
wohl zu erwarten; aber es hat sich, wie es auch bei anderen Ankerstationen
der Fall war, gezeigt, daß sie die Messungen doch nicht so beeinträchtigen, daß
sie unbenutzbar werden. An der Hand der Kurswerte lassen sich Verfälschungen
zumeist feststellen und eliminieren,