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Full text: 68, 1940

6 Defant, A. Die Lage des Forschungsschiffes „Altzir“ auf der Ankerstation usw, 
halbstündige Mittelwerte der Schiffkurse während der ganzen Zeit der Ver- 
ankerung; sie wurden aus den einminutigen Notierungen ermittelt, 
Tab. 5 [Anhang] enthält Temperatur, Salzgehalt und Dichte (&;) für die 
Standardtielen jeder Serie mit den für die Charakterisierung der Messung not- 
wendigen Daten über Drahtwinkel, Wind, Wetter, Seegang und Echotiefe, Die 
mitgeteilten Werte der Temperaturen und des Salzgehaltes sind die auf die 
Standardtiefen reduzierten Werte; sie weichen von den beobachteten Werten, 
die sich auf die durch den Drahiwinkel verfälschten jeweiligen Messungstiefen 
beziehen, nur um kleine Beträge ab, da der Drahtwinkel meistens in mäßigen 
Grenzen blieb. Die Reduktion erfolgte auf praktischem Wege aus den Vertikal- 
kurven von £ und 8, die mit Hilfe der durch die druckungeschützten Thermo- 
meter gegebenen wahren Messungstiefen im größeren Maßstab entworfen wurden. 
Die für die ersten Serien fehlenden Beobachtungen der 25 m Tiefe wurden eben- 
falls den Vertikalkurven entnommen. Beim Salzgehalt ist ihre Zuverlässigkeit 
infolge der gerade in dieser Tiefe vorkommenden starken Schwankungen nicht 
sehr groß; die Werte wurden deshalb in eckige Klammern gesetzt, Ähnlich 
wurde auch mit jenen Werten verfahren, die offenkundig falsch waren; der in 
Klammern stehende Wert ist dann der Vertikalkurve entnommen worden, 
Tab, 6 [Anhang] enthält die Ergebnisse der Strommessungen für die einzelnen 
Tiefen, und zwar für jede Messung das Zeitintervall derselben, die mittlere Zeit 
derselben, die Richtung und die Geschwindigkeit in em/sec des Stromvektors 
und schließlich die Stromkomponenten N und E, Die angegebenen Werte sind 
Mittelwerte für das angeführte Zeitintervall. Da innerhalb desselben häufig 
größere Schwankungen vorkommen, die offenkundig mit dem Schwojen des 
Schiffes in Verbindung stehen und ungenaue Werte der Richtung und Stärke 
des Stromes geben, wurde versucht, die anscheinend gefälschten Werte zu elimi- 
nieren und Mittelwerte zu gewinnen, die dem Zeitintervall vorher und nachher 
einigermaßen entsprechen, Es kann keine Regel angegeben werden, wie hierbei 
verfahren. wurde, denn jeder Fall ist für sich anders, Die auf diese Weise 
„Korrigierten“ Werte sind durch eckige Klammern gekennzeichnet worden, Da 
außerdem für die harmonische Analyse der Werte das Fehlen eines Stunden- 
wertes recht unangenehm ist, wurden solche fehlenden Werte aus einer graphischen 
Darstellung aller Werte aus dem allgemeinen Kurvenverlauf interpoliert. Auch 
diese „Iinterpolierten“ Werte sind entsprechend gekennzeichnet. 
4, Die Lage des „Altair““ während der Verankerung, 
Der „Altair“ war zuerst mit einer Trosse von 7500 m Länge, ab 16% 50m 
des 17. Juni an einer solchen von 5000 m Länge fest verankert. Es ist zu er- 
warten, daß durch die ansehnliche Länge dieser Trosse starke Schwojbewegungen 
des Schiffes ermöglicht wurden. Sie äußern sich auch in den Minutenablesungen 
des Schiffskurses, Bei jeder Störung der Kräfte, die das Schiff in einer Gleich- 
gewichtslage hält, reagiert dieses durch Pendelungen um die neue Gleichgewichts- 
lage. Die Schwingungsdauer dieser Schwojbewegungen hängt von der Schiffs- 
masse und von der Trossenlänge, von ihrem Aufliegepunkt aus gerechnet, ab, 
Trägt man. sich alle Ablesungen des Schiffskurses im Intervall von 1 Minute 
graphisch auf, dann zeigt sich, wie unruhig die Lage des Schiffes während der 
Verankerung war. Aber dies war nicht stets der Fall. Nach ruhigeren Zeiten 
tritt manchmal unvermittelt ein Ausweichen des Schiffes aus seiner bisherigen 
Lage ein und dann folgen dieser Störung eine Anzahl Pendelungen mit einer 
mehr oder minder konstanten Periode und zumeist abnehmender Amplitude, 
Einige dieser Fälle wurden eingehender untersucht, Gelegentlich ist die Ampli- 
tude recht bedeutend und die Kursschwankung geht über einen ganzen Quadranten. 
Die Periode yarliert zwischen 30 und 45 Minuten, Es konnten aber keine äußeren 
Umstände gefunden werden, von denen die Länge der Periode abhängt, Daß 
solche große Schwojbewegungen die Strommessungen beeinflussen müssen, ist 
wohl zu erwarten; aber es hat sich, wie es auch bei anderen Ankerstationen 
der Fall war, gezeigt, daß sie die Messungen doch nicht so beeinträchtigen, daß 
sie unbenutzbar werden. An der Hand der Kurswerte lassen sich Verfälschungen 
zumeist feststellen und eliminieren,
	        
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