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Full text: 68, 1940

Neuere Veröffentlichungen. 
371 
Begegnungszone dieser beiden Passate, Nur wenige 
Inseln, wie Midway auf der Nordhalbkugel, Norfolk 
and die Oster-Insel auf der Südhalbkugel, reichen 
jahreszeitlich in das Grenzgebiet der Westwind- 
zone. In die Behandlung nicht eingeschlossen 
sind. einige näher den Festländern gelegene Inseln, 
die z. T. schon an anderer Stelle des Handbuches 
berücksichtigt wurden, Die Gesamtfläche der zahl- 
reichen Inseln macht mit 78500 km? nur etwa 
die Größe Bayerns aus, doch liegen sie über ein 
Gebiet. von der fünffachen Größe Europas ver- 
streut. Der Verfasser teilt diesen riesigen Raum 
schematisch in fünf Zonen, so daß, von Nord nach 
Süd fortschreitend, zusammengefaßt werden: 
* Inseln im Nordostpassat, 
. . Inseln der äquatorialen feuchten Zone, 
{1T, Inseln der äquatorialen trockenen Zone, 
IV. Inseln im Südostpassat, 
VY. Inseln im Grenzgebiet (Südostpassat gegen 
Westwinde). 
Vor Behandlung dieser Zonen im einzelnen 
wird zunächst eine allgemeine Übersicht über 
das Klima des (Gesamtraumes gegeben, in der die 
Lufttemperatur, der Luftdruck, die Windyebiete und 
die Niederschlagsverhältnisse besprochen werden. 
Bezüglich der Temperatur haben die Inseln 
durchweg tropischen Charakter; die Jahresmittel 
liegen zwischen 20° und 28°C, und die regionalen 
Wärmeunterschiede sind gering, 
In Fig. 2 und 3 sind die Luftdruckver- 
teilung und die Windgebiete über dem Stillen 
Ozean dargestellt, und zwar für Januar-Februar 
und für Juli-August, Die bemerkenswerteste Luft- 
druckschwarnkung vollzieht sich, wie man aus 
ihrem Vergleich sieht, im westlichen Teile, im 
australischen und ostasiatischen Gebiet, Hier er- 
weitert sich die äquatoriale Tiefdruckrinne, die im 
Osten des Stillen Ozeans nur schmal ist und mit 
geringer Schwankung Sommer wie Winter auf 
Nordbreite liegt, zu einem umfangreichen Tief- 
Jruckgebiet, das stärkere Lageänderungen erfährt, 
[m Südsommer liegt es über dem Korallen-Meer 
and den benachbarten Gewässern, im Nordsommer 
vom Südchinesischen Meere nach den Karolinen 
herüber, und entsprechend pendelt hier die äqua- 
toriale Frontalzone von Südostpassat und Nord. 
aetpassat (bzw, deren „Monsun“-Verlängernngen, 
um größe Bel vg zwischen Südbreite und Nord- 
breite, Die in den großen Strömungen bewegten 
Luftmassen sind natürlich ganz maritimen und 
dazu tropischen Charakters, doch geben m. E. 
regelmäßiger und in größerem Umfanze, als Schott 
es angibt, Kaltluftvorstöße von Süden her in das 
Passatgebiet. Die australischen Wetterkarten zeigen 
dies für die Tasman-See und das Gebiet um Neu 
Seeland, und die Rolle dieser Kaltluftvorstöße 
als Regenbringer ist vielleicht äquatorwärts viel 
weiterreichend als heute gemeinhin angenommen, 
Als besondere Erscheivung sind die Orkane 
der Südsee zu erwähnen, die sich im wesentlichen 
auf die Westhälfte der Ozeane beschränken, das 
Gebiet westlich der Marshall-Inseln (bis Ostasien) 
einerseits, das westlich der Tuamotu-Inseln (bis 
Australien) anderseits, Wenn sie auch relativ 
wenig häufig sind, so können sie doch durch die 
sie begleitenden gewaltigen Regengüsse manchmal 
die monatlichen Regenmengen entscheidend be- 
einflussen und miedrige Atolle mit ihren Sturm- 
fluten gefährden, 
Da Wärme als Bedingung organischen Lebens 
auf den Südsee-Inseln ständig in reichlichem Maße 
zur Verfügung steht, kommt es für dessen Ent- 
wicklung wesentlich auf die zweite Bedingung, das 
Wasser, an. Die Niederschlagsverhältnisse 
spielen daher klimakundlich die größte Rolle, weil 
ste trotz der „Maritimität“ des Klimas keineswegs 
gleichartig sind, und der Verf, widmet ihnen mit 
Recht den Hauptteil seiner Darstellung. Er unter- 
scheidet folgende Regeniypen, für die er in 
Fig. 4 zahlreiche Beispiele gibt: 
(1) Aquatorialregen zu allen Jahres- 
zeiten, in der Frontalzone zwischen den 
beiden Passaten (Jaluit) 
(2) Sommerregeninden Passatgebieten, 
der umfangreichste Typus, den „Zenital- 
regen“ entsprechend, mit den sommerlichen 
Monsunregen als Abart (Apia, Guam) 
'3) Winterregen in den Passatgebieten, 
im polaren Grenzsaum der Tropenzone 
(Henohuu, Norfolk) 
‘4) Geländeregen, orographisch bedingt, bei 
den hohen Südsee-Inseln ausschlaggebend 
‚Hilo auf Hawaii} 
Aquatoriale „Gelegenheitsregen‘“, 
wie man vielleicht sage könnte, in einer 
äquatorialen Trockenzone (Malden, 
Banaba), 
Besonderes Interesse beanspruchen die letzten 
beiden Typen. Zum Verständnis der Gelände- 
regen, bei denen das Zusammenwirken der Luft- 
strömungen und des Bodenreliefs zu berücksichtigen 
ist, gibt Schott daher bei allen Inseln eine kurze 
geographische Beschreibung, wozu er hei seiner 
umfassenden Kenntnis der Geographie des Stillen 
Ozeans wie kaum ein anderer in der Lage st, 
Ebenso kommt es der Behandlung der „Gelegen- 
heitsregen‘“ der iq uatorialen Trockenzone zu- 
gute, daß der Verf, selbst die hier hineinspielende 
Erscheinung der sog. el niNo- Perioden vor der 
peruanischen Küste erforscht hat. 
Der allgemeinen Übersicht läßt Schott als 
Hauptteil der Klimakunde die spezielle Behand- 
lung der fünf Zonen mit ihren verschiedenen 
Inselgruppen bzw. Inseln folgen, 
Zur Zone I; den Inseln im Nordostpassat, 
gehören die Hawali-Inseln und die Marianen, Von 
den ersteren liegt ein sehr reichhaltiges klimatolo- 
gisches Material vor, und dem entspricht Schötts 
eingehende Darstellung dieses „Paradise of the 
Pacitie“, Was sich hier besonders schön ausprägt, 
ist der Einfluß des Reliefs auf die Regenver- 
teilung (Fig. 5 bis 8), In der Stadt Honolulu steigt 
lie jährliche Regenmenge auf je 1 km Entfernung 
in Richtung SW—-NO um rund 500 mm an! Auch 
tie zeitliche Veränderlichkeit der Regenmengen 
von Jahr zu Jahr ist hier nıcht unbetiächtlich; 
der Verfasser wählt zu ihrer Darstellung — nach 
dem Vorgange von Q. Castens — die (abellarische 
Angabe des „Spielraums’‘, wie er das im übrigen 
auch für alle anderen Südsee-Inseln durchführt, 
wegen der tiefgreifenden Bedeutung, die die un- 
periodischen Niederschlagsschwankungen auf ihnen 
haben, Die Marianen zeichnen sich durch reiche 
Spätsommer. Regen aus, zu denen die äquatoriale 
Front und die an ihr gebildeten Taifune beisteuern, 
die für Hawali keine Rolle spielen, 
Die Zone II mit den Inseln der äquatori- 
alcn feuchten Zone zieht sich als schmaler 
Streifen zwischen etwa 4° und 10° Nordbreite hin, 
ron Fanning bis Palau die Marshall-Inseln und 
die Karolinen einschließend. Hier gibt es auf 
den ganz flachen, kaum den Meeresspiegel über- 
ragenden Atollen Fanning und Washington schon 
2500 bis 3000 mm Jahresniederschlag, auf Jaluit 
sogar 4000 mm, Mengen, für die im eben 
Gebiet Berge als Regenfänger unerläßlich sind. 
5)
	        
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