368 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1940,
ähnliche Dampfschleier schräg aufwärts und verdecken den Schatzberghang zeit-
weilig ganz. Die südwestlichen Einschnitte des Fjords, Täler und Jacaf-Sund
sind von grauen Wolkenmassen fast bis zum Fjordspiegel herab erfüllt. Tiefere
Fetzen von der einförmigen St-Decke zeichnen sich mit unscharfen Umrissen
kaum noch ab. Der Nieselregen hält unverändert an. Eine Viertelstunde später
wird eine leise Luftbewegung aus S spürbar, die auch die Dampfschleier im W
kaum merklich verschiebt und in ihren oberen Teilen deutlich nach N hin
biegt. — Um 18% erheben sich auch im S in der Jacaf-Gegend und im N über
dem See gewitterturmähnliche Dampfwolken, Aber schon eine halbe Stunde
später wischt ein leiser N-Wind den größten Teil dieser Gebilde weg, die in-
zwischen auch über den Wäldern im E entstanden waren. Vorübergehend
scheint es so, als wolle die gleichförmig graue Schicht sich lockern, da zwischen
kleinen dunkelgrauen Flocken hellere und höhere St-Teile sichtbar wurden,
Doch nun verstärken sich Regen und kühler N ein wenig, während die ganze
Wolkendecke sich zu heben beginnt. Der 1200 m hohe Dachsteingipfel im W
wird frei, da die tiefen Fetzen vor ihm nun ganz verschwinden. In erster blei-
zrauer Dämmerung sind verschleierte Berge in 10 km Entfernung in ihren Um-
rissen gerade noch zu erkennen. Allmählich wird mit steigender Tropfengröße
der Regen dichter, — Um 21b ist es windstill und stockfinster. Es fällt ein
lichter Regen geringer Tropfengröße, Die Wolkenhöhe ist infolge der Dunkel-
heit nicht genau bestimmbar, liegt aber bestimmt über 800 m, da die westlichen
Berge ganz frei sind. Dr. G. H, Schwabe.
Neuere Veröffentlichungen,
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
R. B. Montgomery: Observations of vertical Verdunstungskoeffizienten und damit die Ver-
Humidity Distribution above the Ocean Surface dunstung bei einer Windgeschwindigkeit von 4 m/see
and their Relation to Evaporation, Papers in um etwa 40%, bei einer Geschwindigkeit von
Physical Oceanography and Meteorology, Publi- 6,5 m/sec um 100% zu vergrößern. — Zum Schluß
:hed by Massachusetts Institute of Technology gibt der Verfasser noch. einen expliziten Ausdruck
and Woods Hole Oceanographic Institution, für die Verdunstung an, in welchem der Ver-
Vol. VII No. 4. Cambridge and Woods Hole. dunstungskoeffizient eine hervorragende Rolle spielt,
Massachusetts, 1940, Absolute Werte der Verdunstung wurden in der
Der Verfasser behandelt. die Verdunstung an vorliegenden Arbeit nicht herechnet.
freien Wasserflächen nach modernen hydrodyna. Gerhard Neumann,
mischen Gesichtspunkten als Austauschproblem,
Bei Kenntnis der vertikalen Verteilung des Aus:
tausches läßt sich die vertikale Verteilung des
Dampfdruckes bestimmen, Unter der Voraus-
setzung, daß die Dampfdruckverteilung mit der
Höhe einem logarithmischen Gesetz folgt, was nach
den vorliegenden Beobachtungen auch zutrifft,
führt der Verfasser eine dimensionslose Größe ein,
die io Beziehung zum Dampfdruckgefälle atehr
and Verdunstungskoeffizient genannt wird. Dieser
Verdunstungskoeffizient wird dann für eine hydro-
dynamisch glatte und hydrodynamisch rauhe
Meeresoberfläche theoretisch ermittelt und mit den
beobachteten Werten verglichen, Es zeigt sich,
daß die Feuchtigkeitsgradienten deutlich vom hydro-
dynamischen Charakter der Meeresoberfläche ab-
hängen und daß beim Vergleich der theoretisch
ermittelten Werte mit den beobachteten die in der
Luft befindliche zerstäubte Flüssigkeit (Gischt,
berücksichtigt werden muß, Im Gegensatz zu
älteren Anschauungen ist der Übergang ron einer
hydrodynamisch glatten zu einer bydrodynamisch
rauben Oberfläche nicht nur von einer kritischen
Windgeschwindigkeit abhängig, sondern scheipt
nach den vorliegenden Beobachtungen sehr wesent-
lich von der thermischen Stabilität der Luftschichten
bestimmt zu sein. So ist z, B. bei mäßiger In-
stabilität (T, — T, > 0.89 die Oberfläche immer
als hydroödynamisch rauh anzuschen. Die in der
Luft befindliche zerstäubte Flüssigkeit vermag den
4. Ercegovic: Weitere Untersuchungen über
einige hydrographische Verhältnisse und über die
Phytoplanktonproduktion in den Gewässern der
östlichen Mitteladria, Acta adriatiea Instituti
Öceanographiet Spiit (Jnugoslavija) Vol. IL No. 3
Split 1940. 40 3. .
in der Arbeit ist der Versuch gemacht, die
phyvsikalisch-chemischen sowie die biologischen
Faktoren des Meerwassers einerseits mit einigen
meteorologischen Faktoren audererseits in ursäch-
liche Beziehung zu bringen, Die Beobachtungen
anı den zwei Stationen in der Nähe von Split, In
der östlichen Mitteladria, erstrecken sich über ein
rolles Jahr und geben somit die Möglichkeit, die
jahreszeitlichen Schwankungen der einzelnen Fak-
joren zu untersuchen. Der Jahresgang der Wasser-
‚emperatur steht in direktem Zusammenhang mit
der Lufttemperatur. Für den Verlauf der Salz-
vehaltskurven sind in erster Linie die Zuflüsse an
Süßwasser verantwortlich, welche sich nach den
beiden Regenmaxima im Herbst und Frühjahr
einstellen, Scheinbare Abweichungen in den Jahres-
kurven. der genannten Faktoren lassen sich zum
Teil durch indirekte Wirkung der Winde erklären,
Anhaltende Landwinde erzeugen vertikale Kom-
pensationsströmungen, welche das im Winter
wärmere und im Sommer kältere Tiefenwasser an
die Oberfläche führen, Die Salzgehaltsmaxima
treten zusammen mit den Maxima der Landwinde