Kleinere Mitteilungen,
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helle Decke durch. Vorübergehend wird in zwei Lücken über dem Beobachtungs-
orte und hoch im SE — etwa über dem Eismassiv des Queulat — ungefähr
x des Himmels frei von niederen und mittleren Wolken. Vor dem Blau stehen
dort feine aber ziemlich dichte gestreckt-fädige Cirren, An den W-Hängen ist
inzwischen in 200m Höhe ein zusammenhängender etwa 10 km langer Frst-
Wulst entstanden, der eine Dicke von durchschnittlich 50 m haben dürfte, Auch
aus den weiter südlich gelegenen Taleinschnitten heben sich hinter Hügel- und
Bergkämmen zahlreiche kleine Fetzen empor. Gegen 10% haben sich die Wolken-
lücken wieder geschlossen, nachdem eine halbe Stunde vorher der Wind ohne
Änderung seiner Stärke auf N zurückdrehte. Die Sicht vermindert sich wieder,
so daß Berge in 20 km Entfernung (im S) eben noch grau in grau zu erkennen
sind, Während der Frst-Wulst im W in kleine zerschmelzende Fetzen zerfällt,
nehmen die zerrissenen Wolkenflocken in den Tal- und Fjordeinschnitten im S
zu, Das ganze Thortal ist jetzt mit ihnen ausgefüllt. Dort sind auch schon
Niederschlagschleier erkennbar. Die Himmelsbedeckung mit niederen dunklen
Wolken gewinnt an Umfang. Zwischen unregelmäßigen Ballen erscheint im SW
über den Bergen N vom Thortale ein blasser aufgequollener Cu mit unscharfen
Rändern (vielleicht handelte es sich aber auch nur um eine jener „Dampfsäulen“,
wie sie am Nachmittage dort beobachtet wurden), Mittags 12th beginnt es auch
hier spärlich zw regnen, Der Schatzberg steckt bis 700 m herab in St-ähnlichen
dicken Schleiern. Der Frst-Wulst im W, der fast ganz verschwunden war, ist
12% wieder stärker und dichter als am Morgen. Ein unruhiger schwacher
Lufthauch pendelt zwischen südlichen bis südöstlichen und nördlichen bis nord-
östlichen. Richtungen. Zum Mittagstermine um 14% ist die Bedeckung bedeutend
gleichmäßiger geworden, und größtenteils hat sich reiner St ausgebildet, unter
dem noch vereinzelte zerrissene Schlechtwetterwolken stehen. Im W gehen diese
nach unten in den früheren Frst-Wulst über, der dort noch wenig verändert
liegt. Die Sichtweite erreicht bei dünnem Nieseln gerade noch 20 km. Die auf-
gefallenen Tropfen haben einen Durchmesser von ungefähr 1 mm, Der Schatz-
berg ist bis etwa 500 m herab von grauen Schleiern verdeckt, die sich nach
oben zunehmend verdichten, Der noch eben so schwache Luftzug pendelt jetzt
über N zwischen NW und E. — Um 15*”h haben sich die unteren Wolken-
schichten so gehoben, daß zeitweilig der Schatzberggipfel als dunkler Schatten
zu erkennen ist, sie sind in der Entwicklung zum St noch gleichförmiger
geworden. Nur dort, wo aus dem Thortale dicke graue Fetzen quellen, sind
ungefähr west-östlich streichende Wülste, zwischen denen der Himmel heller ist,
zu sehen. Hier scheint sich — eine Beobachtung, die man recht oft und bei
sehr verschiedenen Wetterlagen machen kann — der Verlauf des Jacaf-Sundes
in der Bewölkung abzuzeichnen, Zweifellos stellt der Eintritt dieses Sundes in
den Fjord eine Witterungsscheide in dessen Bereiche dar, wie der Lago Riso
Patron in der nördlichen Verlängerung des Fjords gleichfalls eine, wenn auch
weniger scharf ausgeprägte Scheide bilden dürfte, Die nördlich und südlich
vom Beobachtungsorte gelegenen Einflußzonen zweier Gewässer führen hier bei
fast jeder Himmelsbeobachtung zu der Feststellung, daß die Bewölkungscharaktere
äber dem südlichen wie über dem nördlichen Horizonte andere sind als über
Puerto Puyuhuapi,
Der Frst-Wulst im What sich wieder von den emporgestiegenen Wolken
gelöst und auf etwa 100 m herabgesenkt. Der Nieselregen hat etwas zugenommen,
während der leise N-Wind nun gleichförmiger wird und einschlafen zu wollen
scheint. — Daß trotz des ziemlich dichten feinen Regenfalis einige graubraune
Tagfalter fliegen und an Wegrändern und schlammigen Pfützen zahlreiche
Fliegen verschiedener Art sitzen, läßt vielleicht erkennen, daß einheimische In-
sekten ohne größere Einschränkungen ihrer Lebensäußerungen solches Wetter
gut überstehen können. Um 17b ist völlige Windstille eingetreten. Der Frst-
Streifen im W hat senkrecht nach oben strebende „Dampfsäulen“ gebildet, die
eine Höhe von wenigstens 100 m erreicht haben, Auch aus dem Thortal hat
sich ein gewaltiger „Dampfturm“ erhoben, der besonders an seinem oberen
Ende einer Gewitterwolke ähnelt. Vom Lago Riso Patron her kriechen im NE