Meißner, O.: Über die 24jährige Temperaturperiode und ihre Unterperioden usw. 355
Tab. 4 gibt sowohl die direkt ermittelten wie die nach obiger Zusammenfassung
„ausgeglichenen“ Werte (dir. = direkt beob,, ausg. — ausgeglichen), und zwar
Tab. 4a die Werte der Temperatur für Jahr (J), Sommer (S) und „Winter“1} (W)
in 0.01; Tab. 4b dasselbe für die Streuungen, wobei für den Winter, da die Er-
gebnisse in Tab. 1 nur auf Zehntelgrade angegeben sind und so auch nur be-
rechnet waren, der Gleichmäßigkeit halber hinten jedesmal eine 0 angefügt wurde.
Durch die Ausgleichung nimmt, was ja allerdings in der Natur der Sache
liegt, die Anzahl der Zeichenfolgen gegenüber der der Zeichenwechsel bedeutend
zu; die Differenz Zf. — Zw. wird bei den Abw. selbst überall positir (Spalte bzw.
Zeile AZ in der Tab. 4). Allerdings nicht in dem Maße, wie man bei Vorhanden-
sein einer deutlichen Periode erwarten müßte. — Auch die Kff. werden durch die
Ausgleichung nicht wesentlich geändert — allerdings habe ich sie für die aus-
geglichenen Werte abgekürzt (mit einer Dezimale weniger) gerechnet; siehe Tab, 5,
8 8. V. Durchschnittliche und mittlere Abweichung. Nach der Fehlertheorie?)
ist der mittlere Fehler fast genau 1,25mal so groß wie der durchschnittliche,
Das behält u, U. seine Gültigkeit auch bei Vorhandensein systematischer Einflüsse.
Deshalb sind diese Werte hier in einer besonderen Tab. 6 gegeben,
Das Verhältnis d. A.: m. A. entspricht dem theoretischen Wert also überall
fast völlig. — Ebenso ist das Verbältnis der ausgeglichenen Werte zu den direkt
beobachteten, 0.48 0.11, dem zu erwartenden, nämlich 12 = 0,47, völlig gleich,
Hieraus darf man aber nicht auf das Nichtvorhandensein der 24jährigen Periode
schlieBen, da auch bei einer solchen die Fehlerreste, die aus der Interferenz mit
andern Perioden hervorgehen, das Fehlergesetz befolgen müssen. Das wird
immer so sein, wenn man bei der Auswahl des Materials keine Tendenz befolgt
— und das ist ja im vorliegenden Falle auch nicht geschehen.
Der Wechsel von Beobachtern, Thermometeraufstellungen und Ablesungs-
terminen ist bereits von Hellmann eliminiert, hat jedenfalls auf die Ergebnisse
keinen merkbaren Einfluß mehr haben können,
$ 9. Die 12jährige Periode. Was beireffs der Interferenz mit der Sonnen-
fleckenperiode zu sagen ist, wurde bereits in $ 2 angegeben. Die Tab. 7 enthält
nur die Abweichungen der Temperatur vom Mittel in 0.01°, für die gleiche Zeit
wie bei Tab. 1. Die Abkürzungen sind aus früher Gesagtem verständlich. —
Man sieht in den Werten wenig Andeutungen von Periodizität. Das macht sich
besonders auch in der geringen Amplitude geltend, und daß auch hier noch starke
Störungen einwirken, sieht man aus der Abnahme der Amplitude bei den aus-
geglichenen Werten. Aber auch hier zeigt in den Kff, der Winter engere Be-
ziehungen zum Jahr als der Sommer, Bei den ausgeglichenen Werten (Tab, 8)
zeigt der Winter doch eine stärker ausgeprägte Periodizität mit einem Maximum
um die Mitte der Epoche. Die Kff. aber werden durchgängig kleiner!
$ 10. Da wie sehr oft die Jahres- und, wie sich hier gezeigt hat, auch die
Sommer- und Wintertemperaturen allein noch kein genügend deutliches Bild
bieten, habe ich noch auf andre Weise die etwaige 12jährige Periode zu er-
mitteln gesucht. Ich habe (in Tab. 9) die Unterschiede zwischen August und
Oktober (a} und Juli und November (b) gebildet und hiervon je sechsjährige
Mittel genommen. Solche Zusammenfassung von Periodenhälften hat ein Maximum,
wenn das Maximum bzw. Minimum der Amplitude der Periode genau inmitten
dieser Hälften liegt; es wird — bei einer reinen Sinusperiode, die hier freilich
bestimmt nicht vorliegt, 0, wenn Extreme der Periode gerade auf den Anfang
und Schluß der sechsjährigen Mittel fallen.
In Tab. 9 sind nun viermal, aber mit einer andern Anfangsepoche?) als in
den früheren Tabellen, je drei Periodenhälften*) zusammengefaßt. M. ist das
Mittel der „ungeraden“ Zeilen der Tabelle, My, das der geraden; ferner ist 4 die
Differenz zwischen M, und M. K ist eine Art „zeitlicher Korrelationsfaktor“;
als andre Größe wurde +1 für die ungeraden, —1 für die geraden Zeilen
angenommen, Dieser Kf. müßte dann (theoretisch) ==—1 sein. Wir sehen, daß
4) Siche $ 3, — 2) Vgl, z.B. Helmert, Die Ausgleichungsrechnung usw, 2. Aufl. S. 24. —
% Aus Gründen, die hier auseinanderzusetzen, zu weitläufig wäre. — *) Uns letztemal nur vier (also
zwei) Vollperioden, da die Reihe mit 1907 abbricht,