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Full text: 68, 1940

3592 ‚Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1940. 
denen bei feinerer Zeitbegrenzung auch noch ein Teil des April bzw. des Sep- 
tember zuzurechnen wäre, Im ersten der kleineren Abschnitte ist das Meer 
noch kühl; die kontinentale Zyklone hat ihre Saugkraft für die Zufuhr feuchter 
Meeresluft noch nicht entwickelt. Die starke Strahlung des Frühsommers er- 
schöpft daher, bei schwacher Windbewegung, ihre Kraft in der Aussaugung 
des Bodens, wobei ihr die Neubildung der Pflanzendecke behilflich ist: auch 
im Gebirge tritt eine starke Minderung des Zufuhbrüberschusses ein. Mit zu- 
aehmender Austrocknung des Bodens und geringerem Bedarf der Vegetation 
wird diese Phase durch die Juli/August-Phase abgelöst. Hier wird der Ersatz 
an Wasserdampf von dem stärker einsetzenden Monsun geliefert, während 
der Boden als ausgleichender Faktor zwischen Niederschlag und Verdunstung 
in den Hintergrund tritt, Im Flachland halten sich diese beiden Größen jetzt 
im allgemeinen die Waage, während in den Gebirgen, die als „Wetterfänge“ für 
die feuchten Westströmungen wirken, ein Wiederanstieg des Zufuhrüberschusses 
zu bemerken ist. In derselben Richtung wirkt in Ostdeutschland das Zusammen- 
treffen zweier feuchter Strömungen, die aus westlicher und aus südlicher Richtung 
kommen. 
Es möge hier noch ein allgemeiner Gesichtspunkt, der diesem Aufsatz zu- 
grunde liegt, hervorgehoben werden. In der Hydrographie kann man zwei 
Zweige unterscheiden, von denen sich der eine mit dem Meer, der andere mit 
dem Festland beschäftigt, Der zweite handelt von Niederschlag, Verdunstung 
und Abfluß, während die Hydrographie des Meeres in der Regel nur den 
Niederschlag und die Verdunstung untersucht. Aber wie kehrt der Abfluß aus 
dem Meere ins Festland zurück? — Zu dieser Frage, auf deren Bedeutnng von 
Friedrich (13) hingewiesen wurde, soll vorstehender Aufsatz einen Beitrag 
liefern; ein Hilfsmittel dazu bietet die Meteorologie, die Meere und Festländer 
in gleicher Weise zu umspannen sucht, 
Schrifttum. 
ii. Fischer, Karl: Die Bilang des Wasserkreislaufs zwischen Meer und Land. Deutsche Wasser- 
wirtschaft 1935, S. 108, 
2, Derselbe: Ziele und Wege der Untersuchungen über den Wagserhaushalt der Fiußgebieie. Mitt. 
d. Reichsverb. d, Deutschen Wasserwirtsch, Nr. 40, 1936. 
3 an Über die Verdunstung vom bewachsenen Erdboden. Deutsche Wasserwirtschaft 
1936, Heft 6, 
4, Friedrich: Zur Methode der Verdunstungsmessungen, VI. Baltische Hydrolog. Konferenz, 
Bericht 16 C, Berlin 1938. 
5. Conrad: Die klimatologischen Elemente und ihre Abhängigkeit von terrestrischen Einflüssen, 
Handb, d. Klimatologie v. Köppen-Geiger, Bd. 1, Teil B, 1936. 
5. Wagner, A.: Klimatologie der freien Atmosphäre, Handb. d. Klimatologie v, Köppen-Geiger, 
Bd. 1, Teil F, 1931, 
7. Szäva-Kovats Jözsef: Verteilung der Luftfeuchtigkeit auf der Erde, Annal, d. Hydrographie, 
1938, Heft VII, 
8. Wundt: Beziehungen zwischen den Mittelwerten von Niederschlag, Abfluß, Verdunstung und 
Lufttemperatur für die Landflächen der Erde, Deutsche Wasserwirtschaft 1937, Heft 5 und 6. 
9. Derselbe: Das Bild des Wasserkreislanufs auf Grund früherer und neuer Forschungen, Mitt, d. 
Reichsverb, d, Deutschen Wasserwirtschaft Nr, 44, 1938. 
10. Haeuser: Niederschlagsbelastung der bayerischen Flußgebiete. Veröff, d. Bayer. Landesstelle 
f. Gewässerkunde, 1927. 
{1. Sechoenefeldt und Alten: Der Boden in der Land- und Wasserwirtschaft, Der Bauingenieur 
1935, Heft 43/44. 
{2. Troßbach und Wundt: Die natürliche Vorratsbildung in unseren Flußgebieten. Archiv für 
Wasserwirtschaft d, Reichsverb. d. Deutschen Wasserwirtsch, Nr. 52, 1940. 
13. Friedrich: Bericht über die Verhandlungen d. VI. Baltischen Hydrolog. Konferenz, S. 50. 
Berlin 1939.
	        
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