Neuere Veröffentlichungen,
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Neuere Veröffentlichungen,
A, Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Franz Ringleb: Klimaschwankungen in Nord- genommen, wobei diese Zunahme in Emden
westdeutschland. Arbeiten der ae 1 noch anhält, weiter im Binnenland aber bereits
Kommission im Provinzialinstitut für westfälische ihren Höhepunkt überschritten hat. Das
Landes- und Volkskunde, 3. Münster {Univ Frühjahr verbält sich ähnlich, während im Sommer
Buchhandl, Franz Coppenrath) 1940, 678. m ımd Herbst von etwa 1870 bis um 1920 eine
19 Tabellen und 49 Abbildungen, merkliche Abnahme der Niederschlags-
Der Verfauser hat das Ausmaß der im letzten menge eingetreten war, seitdem aber wieder eine
Jahrhundert eingetretenen Klimsänderung im neue Steigerung erfolgt. .
engeren Nordwestdeutschland, worunter er das Es kann hier auf weitere Einzelheiten dieser
Gebiet westlich der Unterweser, das Münsterland wertvollen und erschöpfenden Untersuchung nicht
und den nördlichen Teil der niederrheinischen Bucht ingegangen werden, die Ergebnisse passen sümtlich
rechnet, einer eingehenden Untersuchung unter- In das Bild ciner erheblichen Zunahme der atmo-
zogen, wobei das Schwergewicht auf die Schwan- sphärischen Zirkulation, R. Scherhag.
kungen in den Jahreszeiten und in den einzelnen
Monaten gelegt wurde. Folgende Beobachtungs-
reihen, die etwa um die Mitte des vorigen Jahr-
hunderts beginnen, werden als homogen befunden:
Gütersloh, Kleve, Löningen und Emden.
Die Temperaturreihen sämtlicher Orte zeigen
in Minimum der Jahrestemperatur um 1870,
dann ein sekundäres Minimum gegen Ende
des vorigen Jahrhunderts und seitdem
einen ständigen Temperaturanstieg, der,
bei Zusammenfassung nach Jahreszeiten, aber nur
den Winter und den Frühling umfaßt, während
die Änderungen im Herbst gering sind und die
Sommertemperatur schon seit der Mitte des
19. Jahrhunderts einen ständigen Rück-
Gang aufweist. Darin kommt die Zunahme
er ozeanischen Klimakomponente über
Nordwestdeutschland recht gut zum Ausdruck,
Von, den Einzelmonaten weist der Januar die
zrößte Änderung auf, die in den letzten 30 Jahren
Überall 1° überschreitet, Fast ebenso groß ist
die Temperaturerhöhung im Dezember und auch
Februar, März und Mai stehen nicht viel zurück,
während die Sommermonate Juni bis Sep-
tember und ebenso der April bis etwa vor
20 Jahren einen bemerkenswerten Rückgang
erkennen lassen, In den letzten Jahrzehnten
macht sich aber, vor allem im Jz2l@, auch im
Sommer eine beginnende Top erstur-
erhköhung bemerkbar. Oktober und November
zeigen verhältnismäßig geringe Schwankung, gleichen
sich aber mehr den Wintermonaten an.
Die Abnahme der Jahresschwankungen
in den letzten 50 Jahren um etwa 1,5° zeigt
besonders deutlich den zunehmenden mari-
timen Einfluß auf das Klima Nordwest-
deutschlands. Entsprechend hat die Zahl der
Eistage in Emden fastauf die Hälfte — von
23 auf 101! — abgenommen, während weiter
binnenlandwärts in Gütersloh die Abnahme nur
4 Eistage beträgt, Die Frosttage haben sich
zur gleichen Zeit in Emden um 23 und in
Gütersloh um 14 vermindert, während die Som-
mertage an der Küste (Emden) bis zur Gegen-
wart um die Hälfte (von 22 auf 11!) abge-
genommen haben, wobei aber in den letzten
20 Jahren der Rückgang aufgehört hat und, was
besonders bemerkenswert ist, in Löningen, Kleve
und Gtersich schon seit Beginn dieses Jahr-
hunderts eine neue Zunahme der Anzahl
der Sommertage festzustellen ist,
Die Schwankungen der Niederschlags-
summen zeigen ein ähnliches Bild. Die
Winterniederschläge haben im zweiten und dritten
Jahrzehnt dieses Jahrhunderts um etwa 15% zu-
K, Büttner: Physikalische Bioklimatologie; Pro-
bleme und Methoden, Akademische VYerlags-
gesellschaft, Leipzig 1938. 155 Seiten, Preis
11.20 RM. (Probleme der Kosmischen Physik.
Ba. 18.)
Die Klimatologie kann man einteilen in sta-
östische und biologische. Letztere behandelt einer-
seits die Pflanzen, andererseits die übrige Welt
der Lebewesen, Die Bioklinratologie der letzteren
zerfällt wieder im einen medizinischen und einen
physikalischen Teil. Mit dieser Spezialisierung
sind wir aber bereits in der Mikroklimatologie,
deren Grundlage für die Pflanzenwelt Geiger
'„Spezielle Pflanzenklimatologie“) 1927 und für die
ibrigen Lebewesen jetzt Büttner erstmalig zu-
zammenfassend, und zwar nur für den pbysika-
üischen Tril, gegeben hat, wenn er auch vieles vom
andern Teil, dem medizinischen, bringt. Unter den
255 zitierten Abhandlungen benutzte er auch solche,
die von Arzten geschrieben sind; ferner stützte er
ach auf Ergebnisse und Versuche der neuen
For ie Kiel, .
Auf der Erde, der Wohnstätte des Menschen,
suchen wir mit Hilfe der Natur und Kunst
/Brezina u. Schmidt, 1910) in einem möglichst
;ehaglichen Klima zu leben. Wir suchen Schutz
'n Hütten, Häusern, andern Erdstrichen, Städten,
Wohnungen und in den verschiedensten Kleidern,
zo daß wir dadurch in einem veränderten, zuträg-
licheren, verbesserten Klima leben. Dieses Klima
dosiert der Facharzt oder der ärztliche Instinkt und
Selbsterhaltungstriebh jedes einzelnen Menschen
selbst. So müssen Haus-, Bett-, Land-, See-,
roßstadtklima (vgl. Kretzer, „Stadtklima“) und
alle Arten unseres Kleiderklimas eingehend mikro-
klimatisch untersucht werden, eine größe Aufgabe,
von der uns nun eine schöne Teillösung vorliegt.
Der Verfasser legt, soweit es in dem biolo-
gischen Bereich möglich ist, die Gesetze der Physik
zugrunde, Mit cliesen lassen sich $trahlung und
Wärme erfassen, die die beiden Hauptteile der
Arbeit bilden. Es werden „komplizierte spektrale
Durehlässigkeitskurven‘‘ gezeichnet. Dunst z. B.
läßt rotes acht am besten durch, doch „ist für
das UV die reine dunst- und wolkenfreie Atmo-
sphäre schon ein so trübes Medium, daß ein für
DV begabtes Auge bestenfalls einige Kilometer weit
sehen würde“, Für wolkenreiche Zonen, wie bei
uns, ist das Wolkenstrahlungsklima, wie ich hinzu-
fügen möchte, wichtiger als das Sonnenstrahlungs-
klima (S. 23).
Es wird dann auf die von einer Großstadt
(Bespr. Kretzer) erzeugten Lauftverschmutzungen
und deren Folgen für bestimmte Strahlen und für