accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

Neuere Veröffentlichungen, 
337 
Neuere Veröffentlichungen, 
A, Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Franz Ringleb: Klimaschwankungen in Nord- genommen, wobei diese Zunahme in Emden 
westdeutschland. Arbeiten der ae 1 noch anhält, weiter im Binnenland aber bereits 
Kommission im Provinzialinstitut für westfälische ihren Höhepunkt überschritten hat. Das 
Landes- und Volkskunde, 3. Münster {Univ Frühjahr verbält sich ähnlich, während im Sommer 
Buchhandl, Franz Coppenrath) 1940, 678. m ımd Herbst von etwa 1870 bis um 1920 eine 
19 Tabellen und 49 Abbildungen, merkliche Abnahme der Niederschlags- 
Der Verfauser hat das Ausmaß der im letzten menge eingetreten war, seitdem aber wieder eine 
Jahrhundert eingetretenen Klimsänderung im neue Steigerung erfolgt. . 
engeren Nordwestdeutschland, worunter er das Es kann hier auf weitere Einzelheiten dieser 
Gebiet westlich der Unterweser, das Münsterland wertvollen und erschöpfenden Untersuchung nicht 
und den nördlichen Teil der niederrheinischen Bucht ingegangen werden, die Ergebnisse passen sümtlich 
rechnet, einer eingehenden Untersuchung unter- In das Bild ciner erheblichen Zunahme der atmo- 
zogen, wobei das Schwergewicht auf die Schwan- sphärischen Zirkulation, R. Scherhag. 
kungen in den Jahreszeiten und in den einzelnen 
Monaten gelegt wurde. Folgende Beobachtungs- 
reihen, die etwa um die Mitte des vorigen Jahr- 
hunderts beginnen, werden als homogen befunden: 
Gütersloh, Kleve, Löningen und Emden. 
Die Temperaturreihen sämtlicher Orte zeigen 
in Minimum der Jahrestemperatur um 1870, 
dann ein sekundäres Minimum gegen Ende 
des vorigen Jahrhunderts und seitdem 
einen ständigen Temperaturanstieg, der, 
bei Zusammenfassung nach Jahreszeiten, aber nur 
den Winter und den Frühling umfaßt, während 
die Änderungen im Herbst gering sind und die 
Sommertemperatur schon seit der Mitte des 
19. Jahrhunderts einen ständigen Rück- 
Gang aufweist. Darin kommt die Zunahme 
er ozeanischen Klimakomponente über 
Nordwestdeutschland recht gut zum Ausdruck, 
Von, den Einzelmonaten weist der Januar die 
zrößte Änderung auf, die in den letzten 30 Jahren 
Überall 1° überschreitet, Fast ebenso groß ist 
die Temperaturerhöhung im Dezember und auch 
Februar, März und Mai stehen nicht viel zurück, 
während die Sommermonate Juni bis Sep- 
tember und ebenso der April bis etwa vor 
20 Jahren einen bemerkenswerten Rückgang 
erkennen lassen, In den letzten Jahrzehnten 
macht sich aber, vor allem im Jz2l@, auch im 
Sommer eine beginnende Top erstur- 
erhköhung bemerkbar. Oktober und November 
zeigen verhältnismäßig geringe Schwankung, gleichen 
sich aber mehr den Wintermonaten an. 
Die Abnahme der Jahresschwankungen 
in den letzten 50 Jahren um etwa 1,5° zeigt 
besonders deutlich den zunehmenden mari- 
timen Einfluß auf das Klima Nordwest- 
deutschlands. Entsprechend hat die Zahl der 
Eistage in Emden fastauf die Hälfte — von 
23 auf 101! — abgenommen, während weiter 
binnenlandwärts in Gütersloh die Abnahme nur 
4 Eistage beträgt, Die Frosttage haben sich 
zur gleichen Zeit in Emden um 23 und in 
Gütersloh um 14 vermindert, während die Som- 
mertage an der Küste (Emden) bis zur Gegen- 
wart um die Hälfte (von 22 auf 11!) abge- 
genommen haben, wobei aber in den letzten 
20 Jahren der Rückgang aufgehört hat und, was 
besonders bemerkenswert ist, in Löningen, Kleve 
und Gtersich schon seit Beginn dieses Jahr- 
hunderts eine neue Zunahme der Anzahl 
der Sommertage festzustellen ist, 
Die Schwankungen der Niederschlags- 
summen zeigen ein ähnliches Bild. Die 
Winterniederschläge haben im zweiten und dritten 
Jahrzehnt dieses Jahrhunderts um etwa 15% zu- 
K, Büttner: Physikalische Bioklimatologie; Pro- 
bleme und Methoden, Akademische VYerlags- 
gesellschaft, Leipzig 1938. 155 Seiten, Preis 
11.20 RM. (Probleme der Kosmischen Physik. 
Ba. 18.) 
Die Klimatologie kann man einteilen in sta- 
östische und biologische. Letztere behandelt einer- 
seits die Pflanzen, andererseits die übrige Welt 
der Lebewesen, Die Bioklinratologie der letzteren 
zerfällt wieder im einen medizinischen und einen 
physikalischen Teil. Mit dieser Spezialisierung 
sind wir aber bereits in der Mikroklimatologie, 
deren Grundlage für die Pflanzenwelt Geiger 
'„Spezielle Pflanzenklimatologie“) 1927 und für die 
ibrigen Lebewesen jetzt Büttner erstmalig zu- 
zammenfassend, und zwar nur für den pbysika- 
üischen Tril, gegeben hat, wenn er auch vieles vom 
andern Teil, dem medizinischen, bringt. Unter den 
255 zitierten Abhandlungen benutzte er auch solche, 
die von Arzten geschrieben sind; ferner stützte er 
ach auf Ergebnisse und Versuche der neuen 
For ie Kiel, . 
Auf der Erde, der Wohnstätte des Menschen, 
suchen wir mit Hilfe der Natur und Kunst 
/Brezina u. Schmidt, 1910) in einem möglichst 
;ehaglichen Klima zu leben. Wir suchen Schutz 
'n Hütten, Häusern, andern Erdstrichen, Städten, 
Wohnungen und in den verschiedensten Kleidern, 
zo daß wir dadurch in einem veränderten, zuträg- 
licheren, verbesserten Klima leben. Dieses Klima 
dosiert der Facharzt oder der ärztliche Instinkt und 
Selbsterhaltungstriebh jedes einzelnen Menschen 
selbst. So müssen Haus-, Bett-, Land-, See-, 
roßstadtklima (vgl. Kretzer, „Stadtklima“) und 
alle Arten unseres Kleiderklimas eingehend mikro- 
klimatisch untersucht werden, eine größe Aufgabe, 
von der uns nun eine schöne Teillösung vorliegt. 
Der Verfasser legt, soweit es in dem biolo- 
gischen Bereich möglich ist, die Gesetze der Physik 
zugrunde, Mit cliesen lassen sich $trahlung und 
Wärme erfassen, die die beiden Hauptteile der 
Arbeit bilden. Es werden „komplizierte spektrale 
Durehlässigkeitskurven‘‘ gezeichnet. Dunst z. B. 
läßt rotes acht am besten durch, doch „ist für 
das UV die reine dunst- und wolkenfreie Atmo- 
sphäre schon ein so trübes Medium, daß ein für 
DV begabtes Auge bestenfalls einige Kilometer weit 
sehen würde“, Für wolkenreiche Zonen, wie bei 
uns, ist das Wolkenstrahlungsklima, wie ich hinzu- 
fügen möchte, wichtiger als das Sonnenstrahlungs- 
klima (S. 23). 
Es wird dann auf die von einer Großstadt 
(Bespr. Kretzer) erzeugten Lauftverschmutzungen 
und deren Folgen für bestimmte Strahlen und für
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.