328 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1940,
and damit auf dem Papier ein farbiger Niederschlag ab. Bei Stromunter-
brechung wird die Reaktion sofort unterbrochen. Wir haben damit ein Verfahren,
das die Stromimpulse ohne den umständlichen Weg über magnetische und
mechanische Hilfsmittel direkt registriert. Im unserem Fall ist also lediglich
notwendig, 30 kleine Metallstifte (Anoden) nebeneinander anzuordnen und sie
jeweils mit einem Druckmeßelement und die gemeinsame Rückleitung über eine
Stromquelle mit der Metallwalze (Kathode) zu verbinden, über die der ange-
feuchtete elektrolytische Papierstreifen hinweggezogen wird. Es wird dann jedes
Druckmeßelement unabhängig voneinander bei Kontaktschluß einen feinen
farbigen Strich auf dem Papier erzeugen, dessen Länge durch die Dauer des
Kontaktschlusses bestimmt wird.
B. Die halbautomatische Methode.
Unter der halbautomatischen Methode wird eine gleichzeitige automatische
Registrierung der Kontaktfolge aller Druckmeßelemente verstanden, sowie Mar-
kierung bestimmter Bezugspunkte durch Schließen und Öffnen eines Schalters
von Hand bei bestimmten Unterdrucken, die an einem Hg-Manometer während
des langsamen Auspumpens der (Hasglocke abgelesen werden. Die hierbei auf-
tretende langsame Druckänderung muß dabei etwa der beim Aufstieg erfolgenden
entsprechen,
Als Registriergerät hat sich ein von H. Voigt und K, Hinze?) für psycho-
logische Versuche entwickelter elektrolytischer Schreibapparat bewährt, der
bereits für mehrere gleichzeitige Registrierungen verschiedener Vorgänge neben-
ainander eingerichtet und zugleich mit einer besonderen ges. gesch, Schaltung
versehen ist, um den Einfluß der Trägheit der chemischen Reaktion auf den
Schreibvorgang zu kompensieren ?),
Der Aufbau und die Handhabung des Apparates ist äußerst einfach. Es
ist lediglich ein Gestell herzustellen, in das die Druckmeßelemente oder die
antsprechenden Teile der Radiosonden gegen Federkontakte so eingeschoben
werden, daß sich sofort automatisch die Verbindung mit den Drahtzuführungen
herstellt, Dieses Gestell wird unter den Rezipienten gebracht. Um eine Durch-
bohrung der gußeisernen Grundplatte der Glasglocke zu vermeiden, werden die
Verbindungsdrähte am geeignetsten durch den Schlauchanschluß in den Schlauch
and dann durch ein in diesen eingefügtes T-Stück seitlich heraus zu dem sich
außerhalb der Glocke befindenden elektrolytischen Registrierapparat geführt,
Eine besondere Drahtzuführung wird zu einem Schalthebel am Manometer
gelegt, um hier während der Eichung die Markierung der Bezugswerte zu
tätigen, Die Eichung selbst geht dann auf folgende einfache Weise vor sich,
Nachdem die Druckmeßelemente eingesetzt sind und die übliche Abdichtung der
Glasglocke vorgenommen worden ist, wird der Registrierapparat mit destilliertem
Wasser versorgt und der elektrische Vorschub des elektrolytischen Papiers an.
gestellt. Während des nun folgenden langsamen Auspumpens wird die sich be-
wegende Hg-Säule des Manometers mit dem Auge verfolgt und alle 5 oder 10 Skalen-
teile der Hebelschalter geschlossen bzw. wieder geöffnet, Wir erhalten so neben
den Kontaktregistrierungen durch die zu eichenden Meßelemente eine regelmäßige
Reihe von kurzen Strichen, deren Anfang und Ende die abgelesenen Bezugswerte
darstellen, Um nachher bei der Auswertung gut interpolieren zu können, werden
die Bezugswerte am besten doppelt, und zwar am linken und rechten Rand des
Papierstreifens, registriert, Die Auswertung selbst nach Aufnahme der Eich-
registrierung erfolgt dann so, daß die zusam mengehörigen Bezugswerte links und
rechts auf dem Papierstreifen durch einen dünnen Bleistiftstrich miteinander
verbunden werden und die zwischen zwei Bezugslinien erfolgten Kontaktschlüsse
oder -unterbrechungen der Meßelemente durch Interpolation wertmäßig festgestellt
werden, Die Bezugswerte sind selbstverständlich vorher durch Eichung des
Manometers genau bestimmt und in Form eines Auswert-Rechenschiebers fest-
gelegt. Dieser trägt eine Skala mit einer Millibareinteilung von 50 bis 1050 mb.
1) Archiv f, d. gesamte Psychologie 102 (1938) 204. — *) Hersteller: Firma E. Zimmermann,
Leipzig 0 27.