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Full text: 68, 1940

Wichmann: Eine vollautomat. Registrier-Druckeichrorrichtung für Radiosonden, 827 
Im Gegensatz zu den Meteorographen fehlt hier vorerst jede Registrierung, 
die bei ersteren ohne weiteres gegeben ist. Weiter stellt die große Zahl der 
zu eichenden Radiosonden wesentlich höhere Anforderungen an das Eichpersonal, 
sowohl in Hinsicht ihrer Anzahl als auch in Hinsicht ihrer physischen Belastung, 
welche die Eichung, d, h. das genaue Ablesen vieler Instrumente nacheinander 
mit sich bringt. 
Hieraus ergeben sich drei Punkte, die an eine einwandfreie Eichmethode 
gestellt werden müssen! 
i Die Impulse, die die Radiosonde als Funktion von Druck, Temperatur, 
Feuchte usw. liefert, müssen entsprechend den Meteorographen regi- 
striert werden, 
Es müssen möglichst viele Apparate gleichzeitig geeicht werden können, 
Die Tätigkeit des Eichpersonals, soweit sie sich auf Ablesung von 
absoluten Bezugswerten bezieht, muß auf ein Minimum herabgedrückt 
oder gänzlich vermieden werden, um die bei langem Eichen durch 
Ermüden nicht zu vermeidenden Ablesefehler auszuschalten, 
Die ideale Methode wäre danach eine solche, die eine Registrierung möglichst 
vieler Radiosonden oder einzelner Meßelemente gleichzeitig, zuzüglich der ab- 
soluten Bezugswerte, liefert, aus der durch einfache Interpolation die Eichwerte 
bestimmt werden können. Es bleibt dann dem Eichpersonal nur die Herrichtung 
der Eichapparatur und die einfache oben angeführte Auswertung. 
Die in folgendem beschriebene Eichmethode wurde vom Verfasser entsprechend 
den oben genannten Notwendigkeiten entwickelt, 
Am einfachsten ist die Lösung der Eichfrage bei der Druckeichung, da hier 
die Vorbedingungen besonders günstig sind. Fast alle Radiosonden benutzen 
eine stufenweise Druckmessung, und zwar konstruktiv derart, daß ein Aneroid 
bei bestimmten‘ Drucken Kontakte schließt und unterbricht, die irgendwie 
elektrisch mit dem Sender gekoppelt sind, Es würde damit die Druckeichung 
bei allen Systemen mit der gleichen Methode möglich sein. Ein zweiter günstiger 
Umstand ist die Tatsache, daß es in einfacher Weise möglich ist, eine mit der 
Zeit kontinuierliche Druckabnahme zu erzeugen, was bei den anderen Elementen 
Temperatur und Feuchte nicht ohne weiteres möglich ist, Es ist also lediglich 
notwendig, auf einen in gleichmäßigem Tempo bewegten Papierstreifen durch 
ein geeignetes Verfahren die Kontakteinsätze und -unterbrechungen der Druck- 
meßelemente sowie bestimmte Druckmarkierungen zu registrieren, an Hand derer 
nachher durch Interpolation die gesuchten Druckwerte bestimmt werden können. 
Zu diesem Zweck mußte eine geeignete Registrierapparatur sowie eine Vor- 
richtung geschaffen werden, die auf einfache Weise die Markierung bestimmter 
Bezugsdruckpunkte ermöglicht, 
In folgendem wird daher eine hierfür geeignete Schreibvorrichtung sowie 
gine halbautomatische und schließlich die vollautomatische Eichmethode und die 
zugehörige Hilfsapparatur beschrieben: 
A. Der Registrierapparat. 
Wir haben es bei der Druckmessung in Radiosonden mit einer elektrischen 
Kontaktgebung zu tun. Es liegt somit nahe, bei der Eichung die Registrierung 
derselben mit elektro-magnetisch betriebenen Schreibfedern vorzunehmen, Da 
aber beabsichtigt ist, mindestens 30 oder sogar noch mehr Druckmeßelemente 
gleichzeitig zu eichen, würde eine solche Anordnung mit etwa 30 Magnetsystemen 
und Tinten- oder Rußschreibfedern unübersichtlich und schwierig zu handhaben 
sein, Eine derartige Konstruktion ist daher möglichst zu umgehen, zumal die 
Registrierung auf einem einigermaßen schmalen Papierstreifen kaum möglich 
sein wird. 
Eine sehr elegante Lösung gestattet hier das elektrochemische Schreib- 
verfahren. Bei dieser Methode gleitet lediglich ein mit chemischen Stoffen ge- 
tränkter und mit destilliertem Wasser angefeuchteter Papierstreifen zwischen 
siner Metallunterlage (Kathode) und einem Metallstift (Anode) hindurch, Nach 
Art der Elektrolyse scheidet sich beim Anlegen einer Stromquelle an der Anode
	        
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