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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

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Anpalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1940. 
Windrichtung. Die Beobachtungen werden meistens 
dreimal täglich ausgeführt; um 7, 13 und 21 Uhr, 
Wenn die Windrichtung auf einer gegebenen Station 
nicht einen 24stündigen Gang hat oder wenn diese 
24stündigen Veränderungen unbedeutend sind, dann 
zibt die Berechnung der Wiederkehr der einzelnen 
Windrichtungen hinsichtlich der ganzen Summe 
der Beobachtungen ein Bild, das der wirklichen 
Lage entspricht. 
"In einer bedeutenden Reihe von Fällen ist die 
Richtung der Tagwinde der Richtung der Nacht 
winde entgegengesetzt oder unterscheidet sich be- 
deutend von ihnen. Dies findet nicht nur im 
Küstenstreifen am Meere gelegener Gegenden hei 
Vorhandensein echter Brisen statt, sondern auch 
im gebirgigen Gegenden (Berg- und Talwinde 
24stündiger Periode), beim Übergang vom freien 
Raum zum Wald, vom versumpften Gebiet zum 
irockenen, an den Rändern und in der Umgegend 
von großen besiedeken Punkten u, a, In allen 
jetzten Fällen findet auch eine 24stündige Zirku- 
‚ation von Brisentyp statt, 
In den tropischen Ländern fängt die Tages- 
arise vom Meer ungefähr von 10 Uhr an zu wehen, 
die Nachtbrise von der Küste annähernd um 22 Uhr. 
Vor dem Anfang einer jeden von beiden pflegt 
ine Periode Windstille zu herrschen, Da der Be- 
ginn der Tag- und Nachtwinde von Brisentyp eng 
nit den Zeitpunkten des Auf- und Untergangs 
der Sonne verbunden ist, £O ist, allgemein ge- 
zprochen, solche Regelmäßigkeit in höheren Breiten 
aur möglich in den Zeiten um die Frühlings und 
Herbst-Tag- und Nachtgleiche, Im Sommer, wenn 
lie Erscheinungen von Brisentyp in den mittleren 
Breiten die größte Ausbildung erreichen, fangen 
die Tagwinde früher, die Nachtwinde mr an. 
Kine richtige Vorstellung über das Verhältnis 
der Windrichtung bei Vorbandensein seiner 
24stündigen Periode kann man nur in dem Fall 
erhalten, wenn durch die Beobachtungen beide 
Winde im Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Dauer 
davgestellt. werden. In Wirklichkeit werden ge- 
yöhnlich die Tagwinde durch zwei Beobachtungen 
dargestellt (um 13 und 21 Pa und die Nacht- 
winde nur durch eine (um 7 Uhr), Bei genügend 
hoher Breite kann im Sommer auch die Morgen- 
beobachtung sich in den Grenzen der Periode der 
Taywinde oder um die Zeit der Windstille er- 
weisen, Ako gibt die augewandie Methode der 
Bestimmung" der Wiederkehr der Winde nach drei 
Terminbeobachtungen eine erhöhte Wiederkehr der 
Richtungen der Tagwinde und cine erniedrigte 
Wiederkehr der HA der Nachtwinde, 
Tab. 1 zeigt die Wiederkehr der Winde in 
Prozenten nach den Beobachtungsterminen in 
Beipin in Gestalt von Durchschnittszahlen für die 
Periode innerhalb 17 Jahre. In Beipin gibt es keine 
schten Brisen; es liegt 150 km in gerader Linie 
zon der Meeresküste entfernt, und dıe N-—S-Rich- 
‚ung der vorherrschenden Winde fällt hier mit. der 
F’angente zur Küstenlinie zusammen, 
Richtigere Charakteristiken könnte man an- 
scheinend auf dem Wege der Vereinigung einer 
Beobachtung (der zweiten, der dritten oder der 
Durchschnittsgröße daraus) in den Grenzen der 
Periode des Tagwindes mit der ersten Beobachtung 
innerhalb der Grenzen der Periode des Nacht- 
xindes erhalten, Man vergleicht die erhaltenen Er- 
vebnisse hinsichtlich der Wiederkehr der Winde aus 
den beiden entgegengesetzten Richtungen in Prozent. 
Wie aus Tan. 2 zu sehen, kann sich in Ab- 
hängigkeit von der Berechnungsmethode nicht nut 
der Prozentsatz der Wiederkehr der Winde be- 
deutend ändern (bis 5% und mehr), sondern es 
zeigen sich die entgegengesetzten Windrichtungen 
als sich am häufigsten wiederholend. 
Viele Stationen des meteorologischen Netzes 
von USSR sind vor kurzem zu vier Beobachtungs- 
terminen übergegangen (um 1. 7, 13 und 19 Uhr), 
Die Vereinigung dieser Zeitpunkte gibt anscheinend 
zenügend glaubwürdige Charakteristiken der Wie- 
Jerkehr des Windes aus den einzelnen Richtungen. 
Es muß eine neue zweckmäßigere Methodik 
zur Erhaltung der vorherrschenden Windrichtungen 
festgestellt werden Die früher angestellten Berech- 
zungen der vorherrschenden Windrichtungen kann 
man nicht als völlig glaubwürdig anerkennen, 
Hedwig Stoltenbere. 
Berichte der Deutschen Wissenschaftlichen Kom- 
mission für Meeresforschung. Neue Folge. 
Band VIII, Heft 2, W. Erdmann, Die Deutsche 
roße Heringsfischerei i, J, 1935. — J, Lund- 
beck, Biologisch-statistische Untersuchungen über 
Jie deutsche Hochseefischerei, I, Die Zusam- 
mensetzung der Anlandungen, 
Stuttgart, E, Schweizerbart 1936, 
Band VIIT, Heft 3, Cl Künne, Über die Ver- 
breitung der Leitformen des Großplanktons in 
der südlichen Nordsee im Winter, — W. Erd- 
mann, Ein neues Planktongerät für Horizontal- 
änge. — W. Erdmann, Die Deutsche Große 
Heringsfischerei 1, J. 1936, 
Stuttgart 1937. 
Band VIIL, Heft 4, E. Hentschel, Über den 
Ursprung der Heringsnahrung jm Norden ton 
[sland. — F. Gudmundsson, Das Oberflächen- 
netzplankton der isländischen Küstengewässer, 
Stuttgart 1937, 
Band IX, Heft 1. W, Erdmann, Die Deutsche 
Große Heringsfischerei 1. J. 1937, — A. Bück- 
mann, Über den Höchstertrag der Fischerei 
und die Gesetze organischen Wachstums. 
Stuttgart 1938, 
Band IX, Heft 2. Die Arbeiten der Deutschen 
Wiesenschaftlichen Kommission für Meeres- 
forschung in den Jahren 1934—37. 
Stuttgart 1938, 
In den vorstehend genannten Heften dieser 
viologisch-hyrdrographisch wie volkswirtschaftlich 
gleich wichtigen Schriftenreihe sind diesmal an 
rein hydrographischen Beiträgen nur zwei ent- 
halten: Neben dem Bericht des Hydrographen der 
Zommission, Br. Schulz, über die Forschungs- 
arbeiten in den Jahren 1934—37 — die zugrunde 
‘kjegenden Finzeiveröffentlichungen sind größten- 
eils io diesen „Annalen“ und im „Archiv der 
Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums“ 
schienen — ist im gleichen Heft 2 von Band 1X 
an Aufsatz von E. Goedecke enthalten, der an 
Hand der hydrographischen Beobachtungen anf 
Jen deutschen Nordseefeuerschiffen einen Beitrag 
zu der in letzter Zeit mehrfach erörterten. Frage 
der En in den höheren Breiten 
der Nordhalbkugel liefert. In der Deutschen Bucht 
lagen in den Jahren 1932-—36 Oberflächentemperatur 
ınd Salzgehalt beträchtlich über den 10 jährigen 
Mitteln, am höchsten im Jahre 1934. (In der 
1ördlichen Nordsee war nach englischen Untier- 
suchungen 1935, südlich vou Island -— nach 
95. Thomsen — 1933 das Jahr der größten 
positiven Anomalie.) Die Anomalien in der Deut- 
schen Bucht werden den Schwankungen der 
Wasserführung von Elbe und Weser bzw. der 
Viederschlagsmengen im deutschen Mittelgebirge 
Schneekoppe, Brocken) gegenübergestellt. Die
	        
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