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Full text: 68, 1940

Das Relief des Azoreusockels und des Meeresbodens nördlich und nordwestlich der Azoren, 17 
Becken!) zu tun, das im allgemeinen durch große KEbenheiten und geringe 
Böschungen ausgezeichnet ist. Vereinzelte, vornehmlich aus der „Monaco-Karte“ 
entnommene und noch nachzuprüfende Lotungen deuten einige sanfte über das 
4000 m-Niveau aufsteigende Aufwölbungen an. Eine Seitenschwelle (<< 4000 m) 
erstreckt sich von der Altair-Kuppe nach WSW bis etwa 38° W, In der Nähe 
des 39, Meridians werden zwischen 43° und 47° N auf der Tiefenkarte von Grol11?} 
(1912) und auf Admiralitätskarten zwei Bänke verzeichnet, die auf ältere Mel- 
dungen zurückgehen und als zweifelhaft angesehen werden müßten?): 1. die Milne- 
Bank (148 m in 43° 35’ N-Br., 88° 50° W-Lg.), entdeckt vom britischen Schiff 
„Nile“ im Jahre 1864, und 2. die Laura Ethel-Bank (63 m in 48° 55' N-Br, 
und 39° 0° W-Lg, aus dem Jahre 1878). Erst in einiger Entfernung von diesen 
Lotpunkten sind später Lotungen niedergebracht worden, welche Tiefen von mehr 
als 4000 m ergaben. Da Nachprüfungen an Ort und Stelle bisher nicht erfolgten, 
haben wir die beiden „Untiefen“ in unserer Karte beibehalten, obschon sie sehr 
zweifelhaft erscheinen, und mit einem Fragezeichen versehen. Zwischen beiden 
Punkten ist in etwa 45° N und 39° bis 40° W eine unregelmäßig geformte Auf- 
wölbung durch zahlreiche Lotungen belegt, deren geringste Tiefe 1962 m beträgt. 
In 38° und 40° N entsendet das Neufundland-Becken nach E zwei relativ schmale 
Tiefseerinnen von 4500 und mehr Meter Tiefe (im Süden maximale Tiefe 5075 m), 
woran sich eine Verstärkung des Anstiegs zum Zentralrücken knüpft. 
4. Anzeichen von Beziehungen zwischen Bodenrelief und Golfstrom. 
Im Untersuchungsgebiet der „Altair“-Expedition trifft der tiefreichende Golf- 
strom auf den mächtigen quer zu ihm verlaufenden Gebirgswall des Atlantischen 
Rückens und auf seine Vorhöhen, von denen die aus mehr als 3500 m Tiefe 
isoliert aufsteigende „Altair-Kuppe“ (973 m) die bedeutendste ist. Das Material 
der Internationalen Golfstrom-Untersuchung bietet daher eine ausgezeichnete 
Grundlage, festzustellen, in welchem Umfange das Vordringen des Golfstromes 
vom Bodenrelief beeinträchtigt wird. Eine erste Prüfung dieser Frage führte der 
Verfasser im April 1939 auf der Konferenz der an der Golfstrom-Untersuchung 
beteiligten Ozeanographen im Geophysikalischen Instifut in Bergen durch, indem 
er in eine Arbeitskarte die Werte und die Tiefenlage des in etwa 25 bis 100 m 
Tiefe gelegenen intermediären Salzgehaltsmaximums des Golfstroms eintrug, also 
aine Kernschichtkarte des Golfstromwassers entwarf. Diese Karte, die damals 
ohne nähere Kenntnis des Bodenreliefs konstruiert wurde und im September 1939 
von Prof, Helland-Hansen auf der Tagung der Internationalen Assoziation für 
physikalische Ozeanographie in Washington vorgelegt wurde‘), zeigte, daß die 
Ausbreitung des Golfstromwassers nach ENE in drei vermutlich vom Bodenrelief 
beeinflußten Armen erfolgt. 
Diese Vermutung gewinnt nun erheblich an Wahrscheinlichkeit, wenn man die 
in Abb. 7 wiedergegebene Kernschichtkarte des Golfstromes vergleicht mit unserer 
neuen Tiefenkarte, was durch die Einzeichnung der 3000 m-Tiefenlinie in die 
Karte der Salzgehaltsverteilung erleichtert ist. Der nördlichste Zweig der durch 
große offene Pfeile gekennzeichneten Hauptausbreitung des Golfstromwassers 
(Salzgehalt *> 36.15%) wird in seinem Wege wesentlich durch die Altair-Kuppe 
(973 m} und die benachbarte östliche Kuppe (<< 2500 m) beeinflußt und dann 
von dem Atlantischen Rücken nach NE abgelenkt. An beide Kuppen knüpft sich 
offensichtlich ein zyklonaler Wirbel dieses Zweiges des Golfstromes, ganz wie es 
nach den theoretischen Ergebnissen Ekmans®) über die morphologische Beein- 
flussung von Meeresströmungen zu erwarten ist. Der mittlere zunächst nach 
1) Bezüglich der Nomenklatur vergleiche. die oben erwähnte Abhandlung von Th. Stocks u. 
@. Wüst im „Meteor“-Werk, | ; ; / 
% M, Groil: Tiefenkarten der Ozeane, Veröff, Inst, f. Meereskunde, N, F., Reihe A, Heit 2, 
Berlin 1912, 
3) Vgl. hierzu Se hal für den Atlantischen Ozean. Hamburg 1885, S. 9 bis 10, 
<) Bl. Helland-Hansen: The International surrey of the Gulf Stream area. President Adress. 
Intern, Assoc, of Physical Oeeanography. Washington Assembly Sept. 1939, Fig, 3. 
5) V.W.Ekman: Meeresströmungen, Handbuch der physikalischen und technischen Mechanik, 
hrag, v, Auerbach und Hort, Bd, V, S, 127—206, 1927,
	        
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